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Stefan-RheinMain

Corona und Immobilien

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Wie seht ihr den Einfluss des Coronavirus auf die Immobilienbranche? Die Wirtschaft wird erheblich geschwächt werden, was wiederum auch einen Rückgang an Immobilienkäufen aus dem privaten Sektor bedeuten könnte. Weiterhin werden Banken und Unternehmen betroffen sein. Viele Bekannte müssen aktuell in Kurzurlaub und Firmen schicken Leute heim. Ein Mieter von mir ist bereits in unbezahltem Urlaub. Dies kann wiederum Einfluss auf Mietzahlungen haben. Es wird sich alles zeigen und keiner weiß, was genau auf uns zukommt.

Eure Meinung zu Chancen und Risiken würde mich trotzdem sehr interessieren!

Viele Grüße und bleibt bitte Gesund!

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Moin,

meine Gedanken dazu:

1. die Unsicherheit im beruflichen Umfeld von Privatpersonen führt dazu, Investitionsentscheidungen in die Zukunft zu verschieben (neues Auto, Immobilien usw.). Dies führt zu einer geringeren Nachfrage und somit zu sinkenden Preisen.

2. Mietausfälle oder reduziertes Einkommen bei Selbstnutzern (durch geringere Einnahmen bei Selbstständigen bzw. Arbeitsplatzverlust) führt gegebenenfalls zu Kreditausfällen. Höheres Kreditausfallrisiko wird seitens der Banken mit Aufschlägen = höheren Zinsen beantwortet. Die Finanzierungskosten steigen, was zu sinkender Nachfrage und zu sinkenden Preisen führt.

Dies ist natürlich eine Momentaufnahme und (hoffentlich) nur eine Skizze für die nächsten 3-6 Monate. Immobilen sind hingegen eine langfristige Anlageklasse. In 10 Jahren wird die Delle kaum sichtbar sein.

 

Gruß aus dem sonnigen Norden

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Hab mir dazu auch schon Gedanken gemacht. Im besten Fall hast du Mieter, die es nicht so sehr trifft, wie z.b. Rentner, Beamte, Ärzte, etc.

Miete deshalb weiter gesichert.

Oder deine Mieter beziehen Kurzarbeiter Geld, können weiterhin die Miete bezahlen. 
 


Finanzmärkte werden weiterhin mit billigem Geld geflutet, eigentlich sollte dann die Nachfrage nach Immobilien weiter bestehen bleiben.

 

Andererseits wenn viele Menschen Kurzarbeiter Geld beziehen und die Zukunft ungewiss ist, bzw. dann ihre Raten nicht begleichen können,

könnte es schon zu einer geringeren Nachfrage nach Immobilien kommen.

Kommt jetzt darauf an, wie lange diese Situation noch andauert.

 

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Als Bestandshalter von Wohnimmobilien sehe ich das gelassen. In meinem Landkreis herrscht (noch) Vollbeschäftigung, wir haben auch kein alles dominierendes Großunternehmen das die ganze Region runterziehen könnte. Mit Ausfällen ist wohl zu rechnen, aber das ist in jeder wirtschaftlichen Schwächephase so, unabhängig vom Grund - und ich habe schon einige dieser Phasen mitgemacht. Da muss man aber einfach durch, man kann ja sowieso nichts tun und muss darauf vertrauen in der Vergangenheit die richtigen Mieter ausgewählt und für ausreichend Liquidität gesorgt zu haben. Ich habe mich vor 2 Jahren zB. gegen einen Mietinteressenten entschieden, weil er eine teure Wohnung wollte und der Mieter meiner teuersten Wohnung im selben Unternehmen (regionaler Reiseveranstalter) arbeitete. Sonst wären ca. 10% meiner Mieteinnahmen aus Wohnungen von einem Unternehmen abhängig gewesen, dieses Klumpenrisiko war mir zu groß.

Verkaufen will ich derzeit auch nichts, das habe ich ende 2018 getan da mir die Preise sehr hoch erschienen. Hier kann ich mir aber schon vorstellen das jetzt ein Verkauf an Eigennutzer schwieriger wird da einfach Unsicherheit bezüglich Jobsicherheit besteht, sowohl bei den Käufern als auch bei den Banken.

Kaufen kann ich derzeit auch nichts, da die Preise mindestens 30% über meiner absoluten Schmerzgrenze liegen und einen schneller Kollaps der Preis auf Kaufniveau kann ich mir nicht vorstellen.

 

Anders sieht es im Gewerbebereich aus. Hier habe ich aber nur 3 Objekte, der mit Abstand größte Posten im ganzen Portfolio kommt von einem Dienstleister für Speditionen. Da habe ich schon ein paar Sorgenfalten.

Schlecht steht es aber mit der Neuvermietung einer anderen Gewerbeeinheit, 80m² im EG eines WGH an der Ortsdurchfahrt. Diese Einheit ist seit 20 Jahren geprägt von häufigen Mieterwechseln, ist seit diesem Monat frei und seit November suche ich Mieter. Seither wenig Interesse, und das wird jetzt wohl noch schwieriger. Hier habe ich vergangene Woche beschlossen in eine Wohnung umzuwandeln, dies war eine direkte Reaktion auf die aufziehende Wirtschaftsschwäche. Mieter suche ich weiterhin, aber der Architekt fängt jetzt mit der Planung an und wenn sich kein Nachmieter findet bis alle Genehmigungen da sind wird halt umgewandelt. Das wird aber eine größere Sache mit vielen Problemen - ich bin nicht wirklich heiß drauf.

 

Zusammenfassend denke ich das die Leute mit 100% oder gar 110% Schönwetterfinanzierungen sich echte Sorgen machen müssen, Gewerbe wie in jeder Krise zu kämpfen haben wird und einige spezielle Branchen wird es ganz übel erwischen - noch im Januar habe ich mir die Aktie eines Bestandhalters von Hotelimmobilien angesehen und zum Glück nicht gekauft.

Edited by Friedrich Hi.
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ich denke Neuvermietung wird jetzt erstmal schwieriger, weil in so unsicheren Zeiten zieht man nicht unbedingt um wenn es nicht sein muss

und vielleicht werden jetzt andere Faktoren wichtig was Qualität einer Wohnung angeht - Krankenhaus um die Ecke oder so :D

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Probleme werden vor allem Eigentümer in Bayern, Ba-WÜ und Hessen bekommen, weil hier das Gehaltsniveau deutlich stärker unter Druck steht aufgrund der hohen Tarifverträge

Außerdem dürfte der Verkauf an Eigennutzer in nächster Zeit durch die Unsicherheit deutlich schwieriger werden

wenn die Corona Krise 1-2 Monate anhält besteht Hoffnung auf eine schnelle Konjunkturerholung, geht es aber bis in den Herbst/Winter wird es dramatische Auswirkungen haben

 

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Zitat

Probleme werden vor allem Eigentümer in Bayern, Ba-WÜ und Hessen bekommen, weil hier das Gehaltsniveau deutlich stärker unter Druck steht aufgrund der hohen Tarifverträge

Das verstehe ich nicht. Wie meinst du das genau?

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Am 16.3.2020 um 10:36 schrieb Adonis2001:

Das verstehe ich nicht. Wie meinst du das genau?

Ist doch easy.... hohe löhne bleiben aus, mieten bleiben aus , hohes Finanzierungsvolumen ist nach wie vor zu bedienen , in bayern gehe. Wahrscheinlich viele mit plus minus 0 überschuss nach Hause... hier werden die Leute viel geld aus eigener Tasche aufbringen müssen.

mittlerweile muss ich auch sagen, was man so mitkriegt (kündigungen, keine löhne, laden zu) da macht man sich gedanken. Leute die jetzt auf knapp alles durchfinanziert haben, gehören aufjedenfall zu den großen verlierern , da hilft auch die Top Lage nix, wenn die Mieter keine Löhne kriegen 

Edited by Jb007

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Also bei Wohnungen mach ich mir eher weniger Sorgen. Außer evtl etwas höhere Ausfälle aber das wäre zu verkraften.

Mit Gewerbe würde ich mich sehr unwohl fühlen. Ich hab zum Glück letztes Jahr eine Haus mit 2 Gewerbeeinheiten verkauft. Bin mir relativ sicher, dass beide Mieter Probleme bekommen dürften.

Hab sonst nur noch ne Arztpraxis- da bin ich entspannt 😊

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Hier ein Artikel zu dem Thema:

https://www.n-tv.de/ratgeber/Immobilien-Auswirkungen-der-Coronakrise-article21643727.html

Thesen:

Eigennutzer fallen als Käufer weg, Immobilienbesitzer neigen eher dazu Cash zu machen und zu verkaufen. Sinkende Nachfrage / steigendes Angebot -> fallende Preise.

Ich nehme an, dass es mit den Mietpreissteigerungen erst mal vorbei ist. A Lagen mit hohen Preisen leiden mehr als D lagen.

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Zitat

Ist doch easy.... hohe löhne bleiben aus, mieten bleiben aus , hohes Finanzierungsvolumen ist nach wie vor zu bedienen , in bayern gehe. Wahrscheinlich viele mit plus minus 0 überschuss nach Hause... hier werden die Leute viel geld aus eigener Tasche aufbringen müssen.

 

1) Ich verstehe nicht warum das primär ein bayerisches bzw. Süddeutsches Problem sein sollte. Allgemein stimme ich dem zu. 

2) Dass die Leute Geld aus eigener Tasche aufbringen müssen erachte ich in diesem Gebiet als ein weniger grosses Problem. Dort wird überwiegend spekuliert auf Steigerung, d.h. die Rechnung geht langfristig immer auf. 

3) Notenbanken werden die Geldschleusen aufmachen, so dass auch Immobilien wieder steigen werden.

4) Es gibt auch Boomerangthesen, d.h. erstmal eine Deflation dann Anstieg der Immopreise

 

Es kommt drauf an wie lange die Krise anhält. 1-2 Monate ist weniger ein Problem denke ich. 

Zitat

Eigennutzer fallen als Käufer weg, Immobilienbesitzer neigen eher dazu Cash zu machen und zu verkaufen. Sinkende Nachfrage / steigendes Angebot -> fallende Preise.

Das kann eine These sein. Auf anderen Seite stehen Hardassets die aufgrund der Krise attraktiver werden. Ich denke die TOP7 Städte haben mehr Durchhaltevermögen als B/C/D Lagen. Vielen wird gepredigt, dass Immobilien langfristige Anlagevermögen sind, d.h. auf einem 10J Horizont ist 2020 eine kleine Delle. 

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kommt grad übern Ticker:

Liveblog zum Coronavirus

Durch Krise drohen Mietausfälle        
18.03.2020 10:35                       
                                       
Sowohl der Mieterbund als auch der Bun-
desverband deutscher Wohnungs- und Im- 
mobilienunternehmen fürchten durch die 
Corona-Pandemie wirtschaftliche Proble-
me für Mieter und Vermieter.

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Wie schon geschrieben, kommt es natürlich darauf an, wer in der Wohnung lebt, ein Arzt, Rentner, Doppelverdiener die weiterhin Lohn oder Kurzarbeitergeld bekommen, können die Miete wohl bezahlen.

 

Bei Selbstständigen wird es wohl schwieriger 

Kommt darauf an, wie lange uns dieser Virus beschäftigt und das Leben dann wieder normal weiterläuft.

 

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Na da schenken meine Jobcenter-Mieter mir ausnahmsweise gerade echt mal etwas Gelassenheit :D

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vor 35 Minuten schrieb Kalle:

Na da schenken meine Jobcenter-Mieter mir ausnahmsweise gerade echt mal etwas Gelassenheit :D

Stimmt, die habe ich bei der Aufzählung vergessen. Ja in der jetzigen Lage kann man auch bei diesen Mietern entspannt bleiben.

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brutal könnte es auch in Berlin werden

in den letzten Jahren stark steigende Preise treffen nun auf eine Stadt mit Mietendeckel, die den ausbleibenden Tourismus kompensieren muss und viele Beschäftigte/Selbständige im der Kreativwirtschaft

Im Gewerbemietrecht die ganzen leerstehenden Hotels und geschlossenen Gastronomiebetriebe und im Bürobereich in den letzten Jahren eine so große Preissteigerung die viele Unternehmen in der Krise nicht bezahlen können

zusätzlich lebt Berlin auch vom Länderfinanzausgleich der einbrechen wird

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Hier bei ca. 31:15 beginnen der Hinweis, dass sich das Bundesjustizministerium bereits Gedanken macht, was es unternehmen kann, um Mieter davor zu schützen, dass sie ihren Wohnraum bzw. ihre Gewerbefläche nicht verlieren...

 

Komisch den Part, bei dem Investoren geschützt werden, damit Sie weiter Ihren Kapitaldienst und Ihre Kosten bedienen können, in der Folge ihre über 40% Steuern auf Ihre Überschüsse abführen und nicht ins Schlingern kommen, habe ich noch nicht gefunden.

BG

Edited by FlorianI

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vor 7 Stunden schrieb RunningRalfi:

 

Stimmt, die habe ich bei der Aufzählung vergessen. Ja in der jetzigen Lage kann man auch bei diesen Mietern entspannt bleiben.

Würde ich nicht unbedingt sagen. Es gibt da welche, die haben es schon unter normalen Umständen nur unter Ach und Krach geschafft, ihr Leben so weit auf die Reihe zu kriegen, dass sie die staatlichen Hilfen beantragen konnten und den Papierkrieg usw. dafür bewältigt haben. Könnte mir vorstellen, dass die Corona-Krise speziell diese Leute quasi noch weiter nach unten rutschen und zu Mietnomaden werden lässt.

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in den Jobcentern brennt auch schon die Hütte:

Jobcenter: Rufnummern überlastet       
                                       
Die Jobcenter und Arbeitsagenturen bit-
ten darum, Anrufe auf Notfälle zu be-  
schränken. Wegen der hohen Zahl von    
Anrufen angesichts der Corona-Pandemie 
sei das Netz überlastet, teilte die    
Bundesagentur für Arbeit mit. Jobcenter
und Agenturen seien nur eingeschränkt  
erreichbar. Die Anrufe haben sich in   
den vergangenen Tagen verzehnfacht.    
                                       
Die Agentur wies darauf hin, dass Ter- 
mine nicht abgesagt werden müssen. Es  
gebe keine Sanktionen oder andere      
Rechtsfolgen,hieß es. Die Frist-Einhal-
tung beim Bezug von Hartz-IV-Leistungen
oder Arbeitslosengeld sei ausgesetzt. 

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vor 4 Minuten schrieb Furzi:

Würde ich nicht unbedingt sagen. Es gibt da welche, die haben es schon unter normalen Umständen nur unter Ach und Krach geschafft, ihr Leben so weit auf die Reihe zu kriegen, dass sie die staatlichen Hilfen beantragen konnten und den Papierkrieg usw. dafür bewältigt haben. Könnte mir vorstellen, dass die Corona-Krise speziell diese Leute quasi noch weiter nach unten rutschen und zu Mietnomaden werden lässt.

Jo, irgendwie gibt es immer einen negativen Punkt, den man finden kann...

Möglicherweise trifft dies zu, vielleicht aber auch nicht.

 

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soweit ich weiß gilt Hartz 4 doch immer nur für ein Jahr und muss dann neu beantragt werden oder?

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ntv - heute

 

Zitat

+++ 06:44 Coronakrise macht Immobilienkredite billiger +++
Die Coronakrise führt dazu, dass Immobilienkäufer günstigere Darlehen aufnehmen können. Wer ein Haus oder eine Wohnung kaufen will, kann sich Konditionen nahe Rekordtiefs sichern, beobachten Kreditvermittler. Auch die Aussichten seien gut. "Die Verunsicherung durch das Coronavirus hat zu einem Allzeittief bei Bauzinsen geführt", sagt Mirjam Mohr, Vorständin für das Privatkundengeschäft bei Interhyp.

Dem Baufinanzierungsvermittler zufolge kann die Mehrheit der Kreditnehmer Darlehen mit zehn Jahren Zinsbindung für rund 0,6 Prozent jährlich aufnehmen, bei guter Bonität seien um 0,4 Prozent drin. Interhyp vergleicht die Konditionen von über 400 Banken.

 

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