Jump to content
Immopreneur.de | Community für erfolgreiche Immobilieninvestoren
Sign in to follow this  
Andreas

Klares Verkaufssignal für Immobilien

Recommended Posts

BK Merkel möchte, dass Deutschland bis 2050 klimaneutral wird. Dieses kann m.E. nur durch erhebliche Energieeinsparungen im Immobilienbestand erreicht werden. Dieses heißt nicht nur überall Wärmedämmung, sondern wahrscheinlich auch verpflichtende Energiegewinnung durch alle Gebäude (z.B. Wärmepumpe, Solarpanels etc. etc.). Die Kosten können natürlich nicht von den armen Mietern, sondern werden natürlich von den "reichen" Immobilieneigentümern getragen werden. Dieses bedeutet eine quasi-Zwangsenteignung und einen rapiden Wertverlust, sobald entsprechende Gesetze verabschiedet werden.

Erneut warne ich vor dem Kauf von Immobilien auf dem aktuellen Preisniveau.

https://www.tagesspiegel.de/politik/ueberraschung-bei-petersberger-klimadialog-merkel-strebt-co2-neutralitaet-deutschlands-bis-2050-an/24339790.html

Share this post


Link to post
Share on other sites
17 minutes ago, Andreas said:

Dieses heißt nicht nur überall Wärmedämmung, sondern wahrscheinlich auch verpflichtende Energiegewinnung durch alle Gebäude (z.B. Wärmepumpe, Solarpanels etc. etc.). Die Kosten können natürlich nicht von den armen Mietern, sondern werden natürlich von den "reichen" Immobilieneigentümern getragen werden. Dieses bedeutet eine quasi-Zwangsenteignung und einen rapiden Wertverlust, sobald entsprechende Gesetze verabschiedet werden.

Das ist aber etwas weit hergeholt.... In der Theorie könnte man auch reininterpretieren dass alle LKW´s, Autos, Schiffe etc. in DE abgeschafft werden sollen und alle nur noch zu fuß laufen sollen

  • Like 1
  • Haha 1

Share this post


Link to post
Share on other sites

Deshalb kann man ja auch woanders investieren, z.B. in den USA.

Share this post


Link to post
Share on other sites

Solche "Großwettergefahrlagen" habe ich auch immer im Hinterkopf, wenn ich an Investitionen gerade in immobile Werte denke. Zu den noch nicht konkret absehbaren Gefahren zähle ich z.B. auch Krieg, auch wenn viele sagen, dass wir dann ganz andere Probleme haben. Stimmt auch, aber der des Wertverlustes von Immobilien z.B. in Großstädten gehört dazu und Kriegsgewinnler und -verlierer gab es schon immer. Oder auch die Gefahr, dass Häuser zukünftig im 3D-Drucker gedruckt werden könnten und diese dann einem enormen Werteverlust unterliegen. Naturkatastrophen gehören neben den politischen und Fortschrittsgefahren auch noch dazu. Ist nur schwierig, diese womöglich weit in der Zukunft liegenden Gefahren heute in jede Assetklasse einzupreisen.

Share this post


Link to post
Share on other sites

Oh Gott, der Himmel wird uns auf den Kopf fallen! Man sollte dringend in den USA investieren, da dort die Kreditvergabe viel restriktiver erfolgt und die Gesellschaft insgesamt super intakt ist.

  • Like 2
  • Haha 2

Share this post


Link to post
Share on other sites

Energiewende und Klimaneutralität sind in D nur über die Gebäudewirtschaft zu erreichen - diese Erkenntnis ist nicht neu und die EnEV gibt ja auch schon zarte Hausaufgaben mit auf den Weg. 

Und auch wenn zum Beispiel die Einhaltung der EnEV heute noch nicht relevant ist (die Dämmung der obersten Geschossdecke stand bereits in der EnEV 2009 mit Frist zur Umsetzung zum 31.12.2012) wird absehbar der Zeitpunkt kommen, an dem die Politik auf "Attacke" umschaltet / umschalten muss. 

vor 59 Minuten schrieb Andreas:

Erneut warne ich vor dem Kauf von Immobilien auf dem aktuellen Preisniveau.

Das aktuelle Preisniveau ist in weiten Teilen ohnehin ungesund, in jedem Fall einpreisen sollte man aber zumindest die aktuell gültigen Auflagen gem. EnEV.

  • Like 1
  • Thanks 1

Share this post


Link to post
Share on other sites

Ich denke das diese ganzen Vorschriften ERHEBLICH auf die Erstellungskosten drücken, im untenstehenden Link waren das 2016 3000,-€, heute dürfte das aufgrund höherer Grundstückskosten und Handwerkerkosten nochmals erheblich mehr sein.

https://www.zdb.de/zdb-cms.nsf/id/kosten-fuer-den-roh-und-ausbau-eines-typisierten-mehrfamilienhausbaus-de

Cashflow kann man mit Neubau nicht mehr erzeugen, und als Kapitalanlage ist das auch zu risikoreich...

Die EnEV und der Baulandmangel sind ein explosives Gemisch was keiner in der Politik anspricht... "klein Kevin" will das durch Enteignungen lösen....

Man könnte die Mieten auch subventionieren aber der "Dachdecker Erich Hornecker" ist damit auch nicht weit gekommen, der Erfolg war die Vergammelung der Bausubstanz zwischen Elbe und Oder.

Die zuständigen Politiker und Behörden haben das Paretoprinzip bei den Bauvorschriften und Dämmen komplett aus den Augen verloren.

 

 

 

 

Share this post


Link to post
Share on other sites

In meinen Augen gabs heute ein Kaufsignal für kreditfinanzierte Immobilien:

Trump hat die Erhöhung der Zölle auf europäische Autos zunächst mal um ein halbes Jahr aufgeschoben. Ein derzeitiges - wenn nicht sogar DAS - wirtschaftliche Hauptproblem ist die Unsicherheit der Unternehmen über den wirtschaftspolitischen Kurs Trumps und halten daher Investitionen zurück. Die einen munkelten bereits, dass Trump absichtlich die Zollgespräche ins Leere laufen lassen will, also willentlich einen Handelskrieg herbeiführt, der dann zur Folge hätte, dass die FED gezwungen wäre, die Zinsen infolge der einbrechenden Konjunktur wieder zu senken, was ihm mit seinen Milliarden-Krediten zu Pass käme. Allerdings scheint ihm nach den jüngsten Aktienmarktrückgängen die Realwirtschaft offensichtlich nicht völlig egal zu sein, denn sonst hätte er die heutige Ankündigung nicht getätigt. Zudem will er mit Xi wieder reden. Daher tendiere ich auch zu denjenigen, die eher nur von kürzeren Bluffs seitens Trump ausgehen, dass es in absehbarer Zeit sowohl mit China, als auch mit der EU letztlich eine für beide Seiten vertretbare nachhaltige Einigung geben wird. Dies sollte dann zu einer weiter steigenden Inflation (= steigende Immobilienpreise; Mieten) führen (und in der Folge dann natürlich auch zu Zinserhöhungen in Europa, die mittelfristig natürlich zu einer Konsolidierung der Kaufpreise (allerdings verbunden mit Anstieg der Mietrendite !) führen sollte, was aber die derzeit niedrigen Zinsen bei FK-Finanzierungen mehr als kompensieren). Also jedenfalls eine ernste Gefahr, dass die Weltwirtschaft kurzfristig einbricht, sehe ich jetzt nicht mehr. 

Klar gibt es diverse Gefahren wie Krieg, Naturkatastrophen etc, wo keine Versicherung einsteht. Aber zumindest wenns zu keinem Atombombenabwurf kommt, (und in diesem Szenario muss man sich definitiv nicht mehr über Immobilien Gedanken machen), also nur klassische Artellerie und ein paar harmlose Bomber zum Einsatz kommen, sind Immobilien in Top-Lagen mit hohem Bodenwertanteil weit weniger betroffen als Objekte in schlechter Lage, da dann dort nach dem Beschuss praktisch nix mehr an Wert übrig bleibt. 

Ja, sicher werden in Zukunft im Immobilienbereich höhere Anforderungen hinsichtlich Klimafreundlichkeit kommen; auch hier wieder sind höherpreisige Immobilien von den auf einen zukommenden Kosten nicht so stark betroffen. Was da jetzt wann verbindlich umgesetzt werden wird, hängt natürlich auch stark vom grade amtierenden Kanzler ab. Glaube nicht, dass der März da jetzt einen Radikalumbruch in die Wege leiten würde, bei der AKK kann ichs nicht genau sagen. Vom Grundprinzip steht doch die CDU vor dem Dilemma, gegen ihr eigenes Wählerklientel (viele Immobilienbesitzer sind der CDU nahestehend) vorzugehen. Seinerzeit erfolgte der Atomausstieg ja nicht aus wissenschaftlicher Fundierung heraus, sondern in Folge der verlorenen Landtagswahlen in BW, wo nach Fukushima auf einmal die Mehrheit der Leute aus der Kernkraft raus wollte --> also machte die CDU eine Kehrtwende, um wieder Wähler zurückzugewinnen. Mit diesen Energievorschriften gewinnen sie aber keine Wähler dazu, sondern verlieren eher welche. Ich könnte mir vorstellen, dass die CDU sich dann die Zustimmung über entsprechende Subventionierungen (auch oder zumindest teilweise bei vermieteten Immobilien) erkauft. Jedenfalls wird da noch viel Wind an den Häusern vorbeiwehen, bis da jeder sein eigenes verbindliches Windrad im Garten stehen hat.

Aber ich frage mich immer, was denn diejenigen konkret mit ihren Erlösen machen, die jetzt auf den Immobilienverkaufsknopf drücken ?

Share this post


Link to post
Share on other sites
vor 9 Minuten schrieb Mars:

Aber ich frage mich immer, was denn diejenigen konkret mit ihren Erlösen machen, die jetzt auf den Immobilienverkaufsknopf drücken ?

Schulden tilgen, was denn sonst?

 

  • Like 3

Share this post


Link to post
Share on other sites

Wie denn KONKRET das Geld anderweitig sinnvoll anlegen ? 

Ich kenne keine andere Möglichkeit, bei vergleichbarem Risiko eine EK-Rendite von deutlich über 10%, oft 25% und mehr zu erwirtschaften als mit kreditfinanzierten Immobilien. 

 

Was macht das für einen Sinn, jetzt Schulden zu tilgen ?

Jetzt Schulden tilgen durch Verkauf von Immobilien macht nur Sinn, wenn man einen baldigen drastischen Einbruch der Immobilienpreise erwartet (und/oder die Nicht-Mehr-Vermietbarkeit seiner Immobilie erwartet).

Kommt dieser Einbruch aber nicht - also unterstellt die Kauf- und Mietpreise würden in den nächsten Jahren stagnieren - dann kann man im Falle von EK-finanzierten Immobilien froh sein, überhaupt nach der Inflation keine Verluste zu machen, aber signifikante realwirtschaftliche Erträge wird man mit hauptsächlich EK-finanzierten Immobilien definitiv nicht erzielen. Nehmen wir eine Durchschnittsimmobilie mit einer Sollmietrendite von 6% auf den gegenwertigen Objektwert: Davon gehen (je nach Lage) rund 1% Rendite für Instandhaltung drauf, nochmal 1% für den Rest (Leerstand, n.uml.f.NK, Beraterkosten etc.), dann nochmal 1% Steuern. Verbleibt 3% effektive Mietrendite. Bei einer Inflationsrate im Bereich von 2% (und für die Lebenshaltungskosten von Immobilieninvestoren ist die Rate eher noch höher), verbleibt nicht mal ganz 1% an realwirtschaftlichem Ertrag über.

Ok, wenn jemand jetzt nach Tilgung seiner ganzen Schulden noch einen Objektgegenwert von 5 Mio € hat, dann ist diese Strategie vertretbar, dann stünden ihm pro Jahr effektiv 50.000 € zum Leben zur Verfügung, aber wer kommt auf 5 Mio EK NACH Tilgung ALLER Schulden ??? Ich glaube selbst in diesem Forum die wenigsten.

Klar, wenn jetzt die Immobilienpreise völlig einbrechen (>50%), dann macht das Sinn, aber bevor nicht die Zinssätze in Europa signifikant steigen, sehe ich dafür keine echte Gefahr. Und bis die Zinsen steigen, kann es durchaus noch ein Weilchen dauern und das kommt auch nicht über Nacht (ganz so lang wirds allerdings wohl auch nicht mehr dauern). Und in dieser Zeit soll man dann zugucken wie die Preise weiter steigen ? Das macht für mich keinen Sinn. Prinzipiell strebe ich eher an, meinen Verschuldungsgrad zu erhöhen. Denn so langsam kommt die Inflation in Fahrt und wer profitiert davon ---> FK-finanzierte Immobilien. Wem schadet das eher ? --> EK-finanzierte Immobilien.

 

PS:

Schulden tilgen an sich macht derzeit mMn keinen Sinn, denn das bedeutet ja implizit nichts anderes, als dass man sein Geld dann zum Kreditzinssatz von 1-2% anlegt (vor Inflation !, d.h. es ist bereits ein realwirtschaftliches Verlustgeschäft). Mir fallen spontan eine Bandbreite von anderweitigen Investitionsalternativen ein mit einer höheren zu erwartenden Rendite.

 

 

Edited by Mars

Share this post


Link to post
Share on other sites

Mir würde es tatsächlich bei einem Kauf nur um "Werterhalt" gehen. Ich sage nicht dass die Preise um 50% einbrechen aber wenn ich aktuell ein substantiell nicht besonders gutes Objekt habe das mir Arbeit macht und beim aktuellen Marktwert mit 30fach bewertet wird, dann macht ein Verkauf schon viel Sinn. Das lege ich dann gern mit (langfristig gedacht) 3% nach Steuern sicher an. Denn das in 2 Jahren wenn der Hype vorbei ist und die Zinsen nur leicht steigen für so ein Objekt nur 23fach erzielt werden kann  (also den Preis vor 1,5 Jahren) finde ich eigentlich jetzt nicht wirklich unmöglich. Bei 1M Gebäudewert sind das dann 200TEU ! Steuerfrei. Dafür kann ich lange eine geringere Rendite akzeptieren. 

 

  • Like 1

Share this post


Link to post
Share on other sites

Ich habe bereits 2 Wohnungen in Berlin verkauft, weitere sind im Verkauf bzw. in Vorbereitung. Ich rechne über den gesamten Prozess mit Verkaufspreisen von im Schnitt dem 35 fachen (bisher liege ich deutlich darüber). Hiermit reduziere ich Schulden und diversifiziere in andere Assetklassen (akutell habe ich auf Basis Marktwerte über110% meiner Assets in deutschen Immobilien inkl. EFH und Ackerland, 15- 20% Schulden und 5 bis 6% liquide Anlagen wie Aktien, ohne Berücksichtigung Altersversorgung, Autos etc.).

Dabei möchte ich durch Abbau des Anteils deutscher Wohnimmobilien vor allem in Berlin die Verschuldung weiter abbauen (selbst meine eigentlich super niedrige Verschuldung finde ich zu hoch) und geographisch (ggf. auch durch Direktinvestments) und in Assetklassen (mehr Cash/Anleihen, Aktien, Gold) diversifizieren. Dabei haben alle diese Assetklassen deutlich weniger Scherereien und im Falle von Aktien über lange Zeiträume auch deutlich bessere Renditen als Immobilien. Bei Immobilienpreisen von mehr als dem 25 fachen (zu schweigen von 35+) ist ein Verzicht auf den Verkauf m.E. langfristig grob wertvernichtend.

Mein Ziel ist neben der zukünftigen besseren Rendite wie bei OF_MZ ganz klar Werterhalt - die heutigen Immobilienpreise sind nicht nachhaltig, der Gesetzgeber wird weiter die Regulierung verschärfen, womit es immer unattraktiver wird, Immobilien zu besitzen. Immobilieneigentümer sind in Neidgesellschaften wie in Deutschland das einfachste Ziel für populistische Regierungen aller Coleur (ob rechts oder links oder wie gegenwärtig im Bund grün (auch wenn sie sich SPD oder CDU nennen)).

Edited by Andreas
  • Like 2

Share this post


Link to post
Share on other sites
vor 4 Minuten schrieb Andreas:

Ich habe bereits 2 Wohnungen in Berlin verkauft, weitere sind im Verkauf bzw. in Vorbereitung. Ich rechne über den gesamten Prozess mit Verkaufspreisen von im Schnitt dem 35 fachen (bisher liege ich deutlich darüber). Hiermit reduziere ich Schulden und diversifiziere in andere Assetklassen (akutell habe ich auf Basis Marktwerte über110% meiner Assets in deutschen Immobilien inkl. EFH und Ackerland, 15- 20% Schulden und 5 bis 6% liquide Anlagen wie Aktien, ohne Berücksichtigung Altersversorgung, Autos etc.).

Wer ein Portfolio hat was er verkaufen kann, der sollte das genau so machen.
Wer natürlich noch nix hat, der muss weiter die Brösel zusammen suchen die vom Tisch fallen. NIEMALS sollte man natürlich zu solchen Faktoren kaufen.

Eine pauschale Aussage (Jetzt verkaufen; Jetzt in Immobilien/Festgeld/Bitcoins) kann man so nie sagen. Es kommt immer auf das Portfolio/Assetklassen, Haltedauern etc der betroffnen Person an.

  • Like 1

Share this post


Link to post
Share on other sites
vor 5 Stunden schrieb Mars:

Jetzt Schulden tilgen durch Verkauf von Immobilien macht nur Sinn, wenn man einen baldigen drastischen Einbruch der Immobilienpreise erwartet (und/oder die Nicht-Mehr-Vermietbarkeit seiner Immobilie erwartet).

oder z.B. 60 Jahre alt ist, oder seine Kinder/Enkel beim EFH unterstützen will, oder ....

Share this post


Link to post
Share on other sites
vor 21 Stunden schrieb Mars:

Aber ich frage mich immer, was denn diejenigen konkret mit ihren Erlösen machen, die jetzt auf den Immobilienverkaufsknopf drücken ?

 

1. Schulden teilweise tilgen 

2. wieder verstärkt in Aktien /Anleihen gehen ... eine alte Leidenschaft die ich in den letzten Jahren vernachlässigt habe (das Geld steckt ja in den Immobilien)

Share this post


Link to post
Share on other sites
vor 8 Minuten schrieb JB:

 

1. Schulden teilweise tilgen 

2. wieder verstärkt in Aktien /Anleihen gehen ... eine alte Leidenschaft die ich in den letzten Jahren vernachlässigt habe (das Geld steckt ja in den Immobilien)

3. geld ausgeben :) was vom Leben haben

Share this post


Link to post
Share on other sites
Gerade eben schrieb Jb007:

3. geld ausgeben :) was vom Leben haben

ja natürlich auch 😊

Share this post


Link to post
Share on other sites

Einen Rückgang der Immobilienpreise um 20% halte ich in ein paar Jahren durchaus für realistisch. Was ich aber für EXTREM unwahrscheinlich halte, dass dieser Einbruch bereits nach minimalen Zinserhöhungen kommt. Seinerzeit (2004) hatte die FED in den USA innerhalb von 2 Jahren (also bis Anfang 2006) die Leitzinsen von 1% auf über 5% angehoben. 

 

leitzinsen_aktuell.png 

 

 

Die Immobilienpreise begannen jedoch erst NACH dieser über 4%-igen Leitzinssatzerhöhung an zu fallen: 

 

Case_shiller_janv09.jpg

Hinzu kommt auch noch, dass in Amerika seinerzeit die meisten variabel finanziert waren, also UNMITTELBAR den Zinsniveauanstieg zu spüren bekommen hatten. In Deutschland sind ja die meisten mit festen Zinsen unterwegs, d.h. Leitzinsanhebungen wirken sich bei vielen Deutschen gar nicht unmittelbar aus (ich hab zT. 20-jährige Festschreibungen, die jetzt noch über 15 Jahre laufen). Daher erwarte ich auch keinen abrupten Crash des Immobilienmarktes. Denn A bekommt vielleicht 7 Jahre nach dem signifikantem Zinsniveauanstieg Probleme, B 4,5 Jahre danach, C 17 Jahre später etc.

Also mMn nach ist da MINDESTENS ein Zinsniveauanstieg um 2%-Punkte notwendig, damit es zu ernsteren Problemen kommt, vermutlich jedoch noch einiges mehr.

 

Ich bin davon überzeugt, dass so ein Immobilienpreisrückgang von 20% durch das derzeit niedrige Zinsniveau (mehr als nur) kompensiert wird, wenn man kreditfinanziert kauft und langfristig festschreibt. Dies hatte ich bereits probiert in einem anderen Thread quantitativ deutlich zu machen.

Also nochmal ganz grob:

Bsp: Man besitzt heute eine Immobilie im Gegenwert von 1 Mio €, mit 900.000 € Schulden.

Variante1:

Verkauf heute und Anlage des Erlöses abzgl. Schulden die nächsten 10 Jahre zu 3%. Ergibt einen Endwert von knapp 140.000 € (= 100.000 *1,03 hoch 10)

Variante2:

Behalten der Immobilie, sagen wir es käme in 1 Jahr zu einem Wertverlust von 20%, also 200.000 € (infolge steigender Zinsen) und nehmen wir den sehr unrealistischen Fall an, dass dieses niedrige Niveau dann die nächsten 9 Jahre bestehen bleibt. Dann bleibt aber immer noch die Mietbetrachtung: Hier gehe ich davon aus, dass die Mietpreise nicht einbrechen. (denn die Immobiliennachfrage an sich geht nicht wesentlich zurück, sondern es kommt mehr zu einer Umverteilung von Kauf hin zu Miete) Sagen wir man bekäme 70.000 € Miete im Jahr und davon bleiben 25.000 € nach allem über, die zur Tilgung genutzt werden. Dann wäre nach diesen 10 Jahren also ein Objektgegenwert von 800.000 € vorhanden und die Schulden belaufen sich auf etwas weniger als 650.000 € (900.000 - 250.000) . Unter dem Strich käme man auf einen Endwert von ca. 150.000 €. Allerdings ist dieses Szenario sehr unrealistisch, weil die Preise in den USA sich auch wieder schnell erholten (10 Jahre nach Ausbruch der Krise schon wieder annähernd am vorherigen Peak-Niveau waren). Und zudem: wenn man eben klug war, und diese Zinsfestschreibung nicht nur für 10 Jahre gemacht hatte, sondern länger, profitiert man von diesen niedrigen Sätzen weiterhin (und schneidet besser ab als der 3%-Anleger, der dann vielleicht zu einem 5%-Anleger wurde (25.000 € vs 5.000 €) ). 

Denn:

Variante3, dass man dann nach 10 Jahren wieder einen Kredit zu günstigen Zinssätzen aufnehmen kann, besteht ja dann gar nicht mehr. 

 

 

Ja klar, wenn jemand kurzfristig Liquidität braucht, für Auto, Kinder, sich etc., ist der Verkauf einer Immobilie sinnvoll bzw. bei etlichen Immobilieninvestoren wohl ohnehin die einzige Option. Aber das ist ja dann eine Aktion, die unabhängig von der Marktlage durchgeführt wird, also z.B. hätte man dann auch zu Faktor 10 verkauft, wenn man das Geld braucht. Hier ging es ja eher um die prinzipielle Frage, ob es aus markttechnischen Gründen sinnvoll ist zu verkaufen.

 

 

Ja, Diversifizierung ist vom Grundprinzip sicher sinnvoll. Ich könnte hier stundenlange theoretische Abhandlungen über Markowitz-Theorien und dessen optimal diversifizierte Portfolios anstellen, die ich selber z.T. noch verfeinert hatte. Aber das ist Theorie und von der halte ich nicht viel aus 2 Gründen: 

1.

Die Praxis beweist immer wieder, dass gerade in echten Krisen (und auf diese sollte diese Divisifizierung ja grade ausgerichtet sein), nahezu alles miteinander korrelliert ist (und zwar recht stark) und eben fällt. Also wenn Immobilienpreise stark einbrechen, brechen auch die Aktienmärkte stark ein, ebenso Corporate-Bonds, die allermeisten Rohstoffe, etc. Zudem beruhen die Annahmen von den Diversifikationsmodellen auf der Vergangenheit. Dies nutzt nämlich einem Biotech-Investor dann gar nix, wenn das Unternehmen 10 Jahre forschte und der Kurs in dieser Zeit rumdümpelte (was in die Modell-Risikobewertung als wenig risikoreich eingeht) und dann auf einmal die Meldung kommt, dass das Medikament keine signifikante Wirkung erzielt ist und der Kurs 80% einbricht.

2.

Je mehr man diversifiziert, desto mehr Zeit braucht man bzw. desto weniger Zeit kann man aufwenden für einen Aspekt. Ich nehme mir lieber wenige Aspekte (Anlagen) vor und gehe dann aber dafür bei denen in die Tiefe als jetzt ein breites Gemüsebeet an Anlagen zu haben, wo ich alles gar nicht mehr richtig kontrollieren kann. 

 

@Andreas:

Ok, Werterhalt mit Immobilien anstreben, ist ja schön und gut. Aber dann brauchst du ja noch eine andere Einkommensquelle, um den Lebensunterhalt zu finanzieren; ich meine was gelesen zu haben, dass du Privatier bist; was ist diese Einkommensquelle dann ? Denn sonst lebt man ja von der Substanz. 

Naja, klar man kann einfach ETFs etc. kaufen, sich nicht drum kümmern und dann hoffen, dass es nach einigen Jahren Zugewinne gibt. Der Japaner, der vor 30 Jahren in den Nikkei investierte oder auch auch jemand der Anfang 2000 in den MSCI World investierte, hat nach Steuer, Inflation sein Geld nicht erhalten. Also nur auf den Gesamtmarkt zu setzen, halte ich mittelfristig für zu wenig lukrativ. Man wird mMn am Stock-Picking nicht dran vorbei kommen, wenn man eine akzeptable Performance erwirtschaften will. Und diese - wenn man das wirklich ernsthaft betreibt - also nicht nur oberflächliche Chartanalyse und ein paar Researchberichte lesen - erfordert einen ERHEBLICHEN Zeitaufwand. Und was hinzu kommt: Wertpapierkurse werden sekündlich ermittelt. Wenn man da jetzt nicht nur mit Spielgeld unterwegs ist, sondern mit Geld, auf das man angewiesen ist, dann sieht es in der Praxis bei den meisten so aus, dass sie sich ganz wirr machen lassen von den sich ändernden Kursen (oft draufgucken müssen) und dann auch mitunter schlecht gelaunt sind, wenns runter geht etc. (und mitunter auch völlig entnervt zum Tiefstkurs verkaufen) Dieses meist unterschätzte psychologische Problem hat man bei Immobilien nicht. 

Ich stimme aber deiner Grundtendenz schon zu, dass es zu Gesetzesverschärfungen kommen wird. Vonovia kam ja sogar heute schon in Folge des politischen Drucks freiwillig mit der Ankündigung heraus, den Leuten über 70 in den Metropolen auch in Zukunft zu ermöglichen, ihren Wohnsitz dort zu behalten, (was ich prinzipiell für falsch halte). Allerdings sehe ich deswegen trotzdem noch nicht das Ende der deutschen Immobilie gekommen, aber einfacher wirds sicher nicht, das ist schon richtig. 

 

 

 

 

 

  • Like 1

Share this post


Link to post
Share on other sites

Woher kommt denn die große Gewissheit, dass in absehbarer Zeit mit steigenden Zinsen zu rechnen ist?
Die Zinsen sind seit Jahren extrem niedrig, das Inflationsziel wurde dennoch und trotz einem Jahrzehnt Wirtschaftsaufschwung nicht erreicht und einige Indikatoren deuten gerade eher auf ein Ende des Booms hin = tendenziell eher fallende Inflationsrate. Gleichzeitig ist sich die EZB bewusst, was eine spürbare Zinserhöhung angesichts der Verschuldung der öffentlichen Haushalte bedeuten würde.

Share this post


Link to post
Share on other sites

Die Leitzinsen werden wohl in der Tat niedrig bleiben, aber das heißt nicht automatisch, dass auch die Hypothekenzinsen so niedrig bleiben wie jetzt. Alexander Raue hat doch die Tage hier irgendwo geschrieben, dass ihm eine Bank plötzlich statt den gewohnten 1,x % nun horrende 2,8 % oder so angeboten hat. Vielleicht kleiner Vorgeschmack was da so kommt demnächst.

Share this post


Link to post
Share on other sites

Ich glaube, dass es den ersten Dämpfer für Immobilienpreise schon nächsten Monat geben könnte, wenn in Berlin der Gesetzentwurf zum Mietendeckel vorgestellt wird.

Sollte dieser radikal werden(Einfrierung der Mieten für fünf Jahre, Senkung der Bestandsmieten auf eine Höchstgrenze) wird das nicht nur in Berlin auf die Preise drücken.

z.B: startet in Bayern im Oktober ein Volksgebehren zum Mietendeckel.

 

Share this post


Link to post
Share on other sites
vor 1 Stunde schrieb Ralf Richter:

Ich glaube, dass es den ersten Dämpfer für Immobilienpreise schon nächsten Monat geben könnte, wenn in Berlin der Gesetzentwurf zum Mietendeckel vorgestellt wird.

Sollte dieser radikal werden(Einfrierung der Mieten für fünf Jahre, Senkung der Bestandsmieten auf eine Höchstgrenze) wird das nicht nur in Berlin auf die Preise drücken.

z.B: startet in Bayern im Oktober ein Volksgebehren zum Mietendeckel.

 

Genau. Als die "Mietpreisbremse" beschlossen wurde, haben die Preise ja auch spontan einen Satz um 20% nach unten gemacht. NICHT.

Ich glaube der Einfluss der Politik wird hier massiv überschätzt. Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.

  • Like 2

Share this post


Link to post
Share on other sites

Create an account or sign in to comment

You need to be a member in order to leave a comment

Create an account

Sign up for a new account in our community. It's easy!

Register a new account

Sign in

Already have an account? Sign in here.

Sign In Now
Sign in to follow this  

×
×
  • Create New...