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ChrisFu

nachträgliche Herstellungskosten

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Hi,

ich ärgere mich gerade etwas über den Bescheid des Finanzamt. In diesem ist mir die gesamte Renovierung eines Einfamilienhauses als nachträgliche Herstellungskosten angesetzt worden, da es sich um "eine wesentliche Verbesserung" handeln soll. 

Die Grenze von 15% ist bei der Summe unberührt geblieben. Die Arbeiten umfassten: neue Böden, neue Bäder, neue Elekrokabel, Wände spachteln/schleifen/streichen, usw. 

Werder wurde ein Anbau errichtet, noch lag Vollverschleiß vor. Das Haus war erst 30 Jahre alt. Es sollte nur so hergerichtet werden, dass es hochpreisig angeboten werden kann.

Hat jemand Erfahrungen in diese Richtung mit dem Finanzamt gemacht? Macht es Sinn den Bescheid anzufechten? Kann man in dem Fall mit dem Finanzamt nachverhandeln, so dass vielleicht nur einige Posten als Herstellungskosten angesetzt werden? Ist sonst jemandem ein guter, in Immobilienangelegenheiten erfahrener, Steuerberater aus dem Raum Düsseldorf bekannt? Fragen über Fragen 🙂

Vielen Dank schonmal vorab für eure Mühen.

 

LG 

Chris 

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Wenn Deine Ausführungen stimmen, dann sollte ein Einspruch sinnvoll sein, da ich keine Standarthebung in drei Bereichen sehe.

Wende Dich an einen fähigen Steuerberater. Das muss kein Spezialist für Immobilienrecht mit Stundensätze von 180€ sein.

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vor 4 Stunden schrieb ChrisFu:

Hi,

ich ärgere mich gerade etwas über den Bescheid des Finanzamt. In diesem ist mir die gesamte Renovierung eines Einfamilienhauses als nachträgliche Herstellungskosten angesetzt worden, da es sich um "eine wesentliche Verbesserung" handeln soll. 

Die Grenze von 15% ist bei der Summe unberührt geblieben. Die Arbeiten umfassten: neue Böden, neue Bäder, neue Elekrokabel, Wände spachteln/schleifen/streichen, usw. 

Werder wurde ein Anbau errichtet, noch lag Vollverschleiß vor. Das Haus war erst 30 Jahre alt. Es sollte nur so hergerichtet werden, dass es hochpreisig angeboten werden kann.

Hat jemand Erfahrungen in diese Richtung mit dem Finanzamt gemacht? Macht es Sinn den Bescheid anzufechten? Kann man in dem Fall mit dem Finanzamt nachverhandeln, so dass vielleicht nur einige Posten als Herstellungskosten angesetzt werden? Ist sonst jemandem ein guter, in Immobilienangelegenheiten erfahrener, Steuerberater aus dem Raum Düsseldorf bekannt? Fragen über Fragen 🙂

Vielen Dank schonmal vorab für eure Mühen.

 

LG 

Chris 

Wie begründet denn das Finanzamt die Entscheidung?

Generell gilt m.E. (Keine Steuerberatung, bitte guten StB befragen): Wenn Du innerhalb von 5 Jahren in mindestens 3 der zentralen Gewerke Fenster, Bad, Heizung oder Elektrik einen Faktorsprung hast, mußt Du diese Ausgaben inkl. der bautechnisch damit verbundenen Arbeiten (meist Malerarbeiten, Fußböden etc.) als Herstellkosten aktivieren.  Eine blosse Renovierung ist dabei keine wesentliche Verbesserung (d.h. wenn Du nur die Fliesen und OBjekte ausgetauscht hast, dürfte kein Faktorsprung im Bad entstehen, solange der Standard vergleichbar geblieben ist etc.).

Ich persönlich hatte mal ein ähnliches Problem mit einem MFH. Dieses hatte ich extrem günstig gekauft und innerhalb der ersten 5 oder 6 Jahre 35% des Kaufpreises für Instandhaltung ausgeben (davon nur ca. 12% in ersten 3 Jahren).  Das Finanzamt wollte die Einstufung als Herstellkosten mit einem angeblichen Standardsprung begründen. Ich habe daraufhin geantwortet (es lag noch kein Bescheid vor), dass ich in keinem Fall in einer Einheit in mehr als 2 Bereichen eine wesentliche Verbesserung durchgeführt habe und der relativ hohe Aufand nur an dem sehr, sehr niedrigen KAufpreis (400 Euro pro qm) lag.

Das Finanzamt hat die Erklärung akzeptiert. Ich habe die ganze Angelegenheit zwar mit einem StB diskutiert, aber letztendlich die Kommunikation mit dem FA selbst durchgeführt

www.kommunale-verwaltung.sachsen.de/.../bmf-erlass_vom_18_07_2003.pdf

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Ganz lieben Dank für die dezidierten Antworten in der Sache. Ich dachte halt, ich bin mit meinen Eingaben auf der sicher Seite, da ich die Gewerke Heizung und Fenster gar nicht angerührt habe. Die "wesentliche Verbesserung" wurde auch nur so attestiert und mit keinem Word weiter ausgeführt. 

Der Bescheid betrifft noch 2016, da er 9 Monate beim Finanzamt liegen geblieben ist. Wahrscheinlich hatte einfach keiner Lust sich durch die Menge an Quittungen zu quälen (viel Bauhaus und recht unübersichtlich). Zum Schluss hat es wohl einfach einer schnell vom Schreibtisch haben wollen und hat das in nem Einzeiler beschieden. Dumm für mich :)

Werde es aber halten, wie mir von euch geraten wurde, und werde im nächsten Schritt das nochmal klein, klein mit nem StB besprechen.

Nochmals ganz vielen Dank 

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Ganz lieben Dank für die dezidierten Antworten in der Sache. Ich dachte halt, ich bin mit meinen Eingaben auf der sicher Seite, da ich die Gewerke Heizung und Fenster gar nicht angerührt habe. Die "wesentliche Verbesserung" wurde auch nur so attestiert und mit keinem Word weiter ausgeführt. 
Der Bescheid betrifft noch 2016, da er 9 Monate beim Finanzamt liegen geblieben ist. Wahrscheinlich hatte einfach keiner Lust sich durch die Menge an Quittungen zu quälen (viel Bauhaus und recht unübersichtlich). Zum Schluss hat es wohl einfach einer schnell vom Schreibtisch haben wollen und hat das in nem Einzeiler beschieden. Dumm für mich
Werde es aber halten, wie mir von euch geraten wurde, und werde im nächsten Schritt das nochmal klein, klein mit nem StB besprechen.
Nochmals ganz vielen Dank 
Gab es eine Rückmeldung vom Fa, wie bist du argumentiert beim Einspruch und welche Reaktion hast du erhalten?

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Am 12.2.2019 um 18:56 schrieb Egor:
Am 1.8.2018 um 17:07 schrieb ChrisFu:
Ganz lieben Dank für die dezidierten Antworten in der Sache. Ich dachte halt, ich bin mit meinen Eingaben auf der sicher Seite, da ich die Gewerke Heizung und Fenster gar nicht angerührt habe. Die "wesentliche Verbesserung" wurde auch nur so attestiert und mit keinem Word weiter ausgeführt. 
Der Bescheid betrifft noch 2016, da er 9 Monate beim Finanzamt liegen geblieben ist. Wahrscheinlich hatte einfach keiner Lust sich durch die Menge an Quittungen zu quälen (viel Bauhaus und recht unübersichtlich). Zum Schluss hat es wohl einfach einer schnell vom Schreibtisch haben wollen und hat das in nem Einzeiler beschieden. Dumm für mich emoji4.png
Werde es aber halten, wie mir von euch geraten wurde, und werde im nächsten Schritt das nochmal klein, klein mit nem StB besprechen.
Nochmals ganz vielen Dank 

Gab es eine Rückmeldung vom Fa, wie bist du argumentiert beim Einspruch und welche Reaktion hast du erhalten?

Der StB riet mir es auf sich beruhen zu lassen. Insgesamt seien die oben angesprochen Punkte eher ein grober Rahmen. Das Finanzamt hätte einen erweiterten Spielraum in der Auslegung. Jetzt wird halt über ein paar Jahre mehr abgeschrieben nach AfA 😓

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vor einer Stunde schrieb ChrisFu:

Der StB riet mir es auf sich beruhen zu lassen. Insgesamt seien die oben angesprochen Punkte eher ein grober Rahmen. Das Finanzamt hätte einen erweiterten Spielraum in der Auslegung. Jetzt wird halt über ein paar Jahre mehr abgeschrieben nach AfA 😓

Das wundert mich etwas es existiert eigentlich eine recht einschlägige Rechtssprechung zu dem Thema (Standardsprung). Wie hat denn das Finanzamt die wesentliche Verbesserung begründet? Mir wollte das Finanzamt seinerzeit einen Vollverschleiß unterstellen, ist aber beim ersten von mir selbst verfassten Schreiben zurückgezuckt. Wesentliche Verbesserung ist eigentlich ganz klar geregelt. Anbei zum Einstieg:

https://www.haufe.de/finance/finance-office-professional/erhaltungsaufwand-3-kriterien-fuer-nachtraegliche-herstellungskosten-bei-gebaeuden_idesk_PI11525_HI6445953.html

etwas detaillierter:

https://www.iww.de/gstb/archiv/herstellungskosten-unterschiedliche-steuerliche-behandlung-von-instandsetzungsaufwendungen-f30855

Mich wundert dabei Dein Steuerberater (ich bin keiner, habe mich aber etwas damit beschäftigen müßen bei meinen Häusern).

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vor 2 Stunden schrieb Andreas:

Das wundert mich etwas es existiert eigentlich eine recht einschlägige Rechtssprechung zu dem Thema (Standardsprung). Wie hat denn das Finanzamt die wesentliche Verbesserung begründet? Mir wollte das Finanzamt seinerzeit einen Vollverschleiß unterstellen, ist aber beim ersten von mir selbst verfassten Schreiben zurückgezuckt. Wesentliche Verbesserung ist eigentlich ganz klar geregelt. Anbei zum Einstieg:

https://www.haufe.de/finance/finance-office-professional/erhaltungsaufwand-3-kriterien-fuer-nachtraegliche-herstellungskosten-bei-gebaeuden_idesk_PI11525_HI6445953.html

etwas detaillierter:

https://www.iww.de/gstb/archiv/herstellungskosten-unterschiedliche-steuerliche-behandlung-von-instandsetzungsaufwendungen-f30855

Mich wundert dabei Dein Steuerberater (ich bin keiner, habe mich aber etwas damit beschäftigen müßen bei meinen Häusern).

Der erste Artikel spiegelt ungefähr auch meine erstes grobes Verständnis der Materie wieder.

Ich ging davon aus, dass ich einen Standartsprung umgehen würde, wenn ich die Gewerke Fenster und Heizung als zwei der "Zentralen Ausstattungsmerkmale" nicht berühren würde. Nur in diesem Punkt verwies der Steuerberater darauf, dass das nicht abschließend zwingend so geregelt sein muss. Bei der Summe der Maßnahmen, die ich im Haus vorgenommen hatte (und das war wirklich viel),  könne des FA schon auch anders (Über die Summe der vielen Einzelmaßnahmen) einen Standartsprung konstruieren. Ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen. Ich habe mal auf die hoffentlich vorhandene Expertise vertraut und es an dieser Stelle auf sich beruhen lassen. 

Sei es drum. Ich werde beim nächsten Projekt meine Lehren draus ziehen und noch vorsichtiger sein... zentralen Ausstattungsmerkmale

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