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Korbi

Baum fällt auf nicht bewilligtes Carport

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Hallo zusammen,

ich habe folgende Fragen an die Erfahrenen Mitglieder: In einer kleinen WEG gab es einen Sturmschaden. Die Bäume des Nachbarn sind bei dem Sturm umgefallen und haben teile des Hauses sowie ein Carport beschädigt. Heute war ein Gutachter vor Ort, der mir mitteile, dass das Carport nicht in der Gebäudeversicherung versichert ist. Der Gutachter bestätigte, dass die Bäume viel zu hoch waren. Unser Verwalter war gerade dabei, den Eigentümer des Nachbargrundstückes aufzufordern die Bäume zu kürzen. 

Ich habe daraufhin in der Teilungserklärung nachgeschaut ob ein Carport als Sondereigentum aufgelistet ist. Leider ist nur ein Stellplatz, auf dem das Carport errichtet wurde vermerkt. Beschlussfassungen zu dem Aufbau des Carports gibt es leider nicht. Eine Baugenehmigung zum Carport liegt allerdings vor. 

Wie würdet ihr jetzt weiter vorgehen um einen Anspruch gegenüber des Nachbarn geltend zu machen? Soll ich einen Gutachter beauftragen, der ausschließlich die Kosten des Carports schätzt?

Sehe ich das richtig, dass ich als Privatperson gegen den Nachbarn über seine Haftpflichtversicherung vorgehen muss, um Kosten geltend zu machen? 

Vielen Dank für eure Unterstützung.

Beste Grüße

Lennart

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Was geht den Nachbarn eure Teilungserklärung an?

Wenn es eine Baugenehmigung gab, ist es rechtmäßig errichtet worden, dein Titel ist daher schon einmal leider nicht ganz korrekt meiner Meinung nach.
Ich denke der Weg einen Gutachter einzuschalten kann nicht schaden, sofern keine Rechnungen mehr vorliegen.
Dabei noch das Alter des Carport berücksichtigen natürlich.

Du selbst stellst dem Nachbarn die Rechnung, er muss es mit seiner Versicherung dann klären, immerhin bist du mit seiner Haftpflicht kein Vertragspartner.

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vor 19 Stunden schrieb Matthias Renner:

Welche Windstärke war laut deutschem Wetterdienst an dem Tag, als der Baum umfiel?

Friederike war das:

https://de.wikipedia.org/wiki/Sturmtief_Friederike

 

Am ‎25‎.‎01‎.‎2018 um 07:32 schrieb Frederic:

Was geht den Nachbarn eure Teilungserklärung an?

Wenn es eine Baugenehmigung gab, ist es rechtmäßig errichtet worden, dein Titel ist daher schon einmal leider nicht ganz korrekt meiner Meinung nach.
Ich denke der Weg einen Gutachter einzuschalten kann nicht schaden, sofern keine Rechnungen mehr vorliegen.
Dabei noch das Alter des Carport berücksichtigen natürlich.

Du selbst stellst dem Nachbarn die Rechnung, er muss es mit seiner Versicherung dann klären, immerhin bist du mit seiner Haftpflicht kein Vertragspartner.

Den Nachbarn geht die Teilungserklärung überhaupt nichts an. Um es rechtmäßig zu errichten, muss die WEG zustimmen. Dies blieb aus. Es geht mir hier darum, dass nicht die WEG die Ansprüche geltend macht, sondern ich als Privatperson. Ggf. gibt es Erfahrungen von Eigentümern...

Beste Grüße

Lennart

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Bei Schäden am Nachbargrundstück oder -gebäude durch einen umgestürzten Baum tritt in aller Regel die Wohngebäudeversicherung des geschädigten Nachbarn für alle Kosten ein. Allerdings kann sie dann den Schadenverursacher anschließend in Regress nehmen, wenn er seiner Verkehrssicherungspflicht hinsichtlich des umgestürzten Baumes nicht nachgekommen war.

Das ist z. B. der Fall, wenn der Grundstückseigentümer die regelmäßige Kontrolle auf dessen Standsicherheit unterlassen hat und morsche Äste nicht abgeschnitten hat. Dann kann er bei einem Sturm, durch den der ungepflegte Baumbestand in der Nachbarschaft Schaden anrichtet, haftbar gemacht werden. Dann zahlt dessen Haftpflichtversicherung, etwa die private Haftpflichtversicherung oder eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung. Falls der Verursacher keine Haftpflichtversicherung abgeschlossen hat, haftet er mit seinem Privatvermögen.

Je nach dem Inhalt der Police haftet hier also zunächst in der Regel (ab Windstärke 8) die Wohngebäudeversicherung der WEG. Neben den eigentlichen Gebäuden können oft auch Nebengebäude auf demselben Grundstück, zum Bespiel üblicherweise Garagen, Carports und Gartenhäuser versichert sein.

Man bzw. der Verwalter müsste der WEG-Versicherung bzgl. der fehlenden Genehmigung ja keinen Floh ins Ohr setzen (...). Sollte sie den Versicherungsschutz verweigern, kann man noch die eigene Hausratversicherung fragen. Eingeschlossen in den Versicherungsschutz sind hier oftmals auch die von außen "fest angebrachte Gegenstände" wie eine Markise und die privat genutzte Satellitenschüssel. Es kommt auf den Inhalt der abgeschlossenen Police an. Diese Idee wollte ich jedenfalls noch beisteuern...

Vorsicht mit der voreiligen Beauftragung von Gutachtern. Das verträgt sich manchmal nicht mit der Schadensminderungspflicht in den Policen. Veilen Versicherungen genügen bei unzweifelhaften Vorfällen einfach Fotos, Kostenvoranschläge oder sogar nur die Rechnung. 

  • Thanks 1

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Der eigentliche Verursacher hat aber keine Versicherung ;-).

Friederike ist ein anerkannter Orkan gewesen, wenn es die war und damit klar ist > Windstärke 8 ist der Nachbar praktisch raus aus der Haftung, es sei denn man kann ihm nachweisen, dass er damit rechnen musste, dass der Baum umsturzen wird.

 

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Danke für die Erklärung.

Das mit dem Carport ist ja noch "billig". Der Baum könnte jemanden töten, auf ein Haus fallen, einige teure Autos beschädigen etc...

 

Was ist eigentlich man z.B. ein Baum hätte entfernen wollen?
Das Umweltamt hat es einem aber z.B. verboten, da dieser Baum schützenwert ist. 
Kann man dann das Umweltamt haftend machen ? Ohne z.B. das Verbot des Umweltamtes wäre der Baum ja nicht mehr da. 
Als Eigentümer z.B. wollte man ihn ja entfernen, aber da er seitens des Umweltamtes als schützenswert gilt und nicht gefällt werden kann ist das ja im Grunde eine tickende Zeitbombe?
Entweder man hat höhere Wartungskosten, oder muss eine Versicherung abschließen etc? 
Darf man das Umweltamt dann nach einem Verbot zur Fällung auch mit in die Haftung nehmen und an den "Instandhaltungskosten" beteiligen?
Oder muss man dies als weitere kalte Enteignung ansehen, dass nicht nur jetzt ein Baum stehen bleiben muss ( entgangener Bauplatz, Stellplatz etc. ist es ja defakto  sowieso)?  Zusätzlich würden dann ja noch laufenden Instandhaltungskosten einem auferlegt werden und zusätzlich würde das Eigentum von anderen damit riskiert werden. Ein Baum kann ja so ziemlich viel Schaden anrichten, wenn der nur groß genug ist. Ist im Prinzip wenn man es genau nimmt eine Art großer Baseballschläger :-)

 

Edited by Junginvestoer_Juergen

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Am 26.1.2018 um 09:15 schrieb Korbi:

Um es rechtmäßig zu errichten, muss die WEG zustimmen. Dies blieb aus.

Wenn es eine Baubewilligung gibt, muss die wer eingereicht haben - üblicherweise macht das der Grundeigentümer, d.h. 100% der Eigentümer - zumindest läuft das bei uns so. 

Wem wurde denn die Baubewilliung erteilt?

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17 hours ago, Junginvestoer_Juergen said:

Danke für die Erklärung.

Das mit dem Carport ist ja noch "billig". Der Baum könnte jemanden töten, auf ein Haus fallen, einige teure Autos beschädigen etc...

 

Was ist eigentlich man z.B. ein Baum hätte entfernen wollen?
Das Umweltamt hat es einem aber z.B. verboten, da dieser Baum schützenwert ist. 
Kann man dann das Umweltamt haftend machen ? Ohne z.B. das Verbot des Umweltamtes wäre der Baum ja nicht mehr da. 
Als Eigentümer z.B. wollte man ihn ja entfernen, aber da er seitens des Umweltamtes als schützenswert gilt und nicht gefällt werden kann ist das ja im Grunde eine tickende Zeitbombe?
Entweder man hat höhere Wartungskosten, oder muss eine Versicherung abschließen etc? 
Darf man das Umweltamt dann nach einem Verbot zur Fällung auch mit in die Haftung nehmen und an den "Instandhaltungskosten" beteiligen?
Oder muss man dies als weitere kalte Enteignung ansehen, dass nicht nur jetzt ein Baum stehen bleiben muss ( entgangener Bauplatz, Stellplatz etc. ist es ja defakto  sowieso)?  Zusätzlich würden dann ja noch laufenden Instandhaltungskosten einem auferlegt werden und zusätzlich würde das Eigentum von anderen damit riskiert werden. Ein Baum kann ja so ziemlich viel Schaden anrichten, wenn der nur groß genug ist. Ist im Prinzip wenn man es genau nimmt eine Art großer Baseballschläger :-)

 

Das Umweltamt ist für Folgekosten nicht verantwortlich, sondern der Eigentümer.
Außer natürlich wenn das Amt hätte erkennen müssen, dass von dem Baum eine Gefahr ausgeht, in dem Fall könnte das Amt sehr wohl haftbar sein, da es falsch gehandelt hat.

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