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Mario Wehm

Makler verlangt Provision, zurecht?

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Hallo Community,

ich habe folgenden Streitfall und würde mich über eure Hilfe freuen:


Hatte bereits einen Notartermin ausgemacht, seitens des Verkäufers jedoch kurzfristig abgesagt, da er die Wohnung durch ein Missverständnis anderweitig veräußert hatte. Kosten für den KV hat selbstverständlich der Verkäufer übernommen.
Im Rahmen des Telefonats, in dem er mich über die Umstände aufklärte, bot er mir eine andere Wohnung im selben Haus, zum selben Preis an.

Ich habe das Angebot nach der Besichtigung angenommen und wir haben einen Notartermin (Anfang Februar) vereinbart.

Jetzt hat sich jedoch der Makler bei mir gemeldet und möchte für den Verkauf der "neuen" Wohnung Provision haben.

Vielleicht noch als Zusatzinfo:
Ich stand mit dem Verkäufer bereits vor 2 Jahren bei einem anderen Investment in Kontakt, jedoch kam es nicht zum Kaufabschluss.

Bin ich recht in der Annahme, dass der Makler keinen Anspruch auf Provision bei der "neuen" Wohnung hat?

LG
    
 

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"Natürlich kann der Erwerb nicht „provisionsfrei“ erfolgen, daher schlagen wir Ihnen vor, auf 50 % unserer Provision bei diesem Geschäft zu verzichten und somit nur 3% zuzüglich gesetzlicher Mehrwertsteuer anstatt 6% zuzüglich gesetzlicher Mehrwertsteuer bei Erwerb in Rechnung zu stellen.
 
Damit hätten wir alle eine gütliche Lösung."
 
 
 

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vor 19 Minuten schrieb Mario Wehm:
 
"Natürlich kann der Erwerb nicht „provisionsfrei“ erfolgen, daher schlagen wir Ihnen vor, auf 50 % unserer Provision bei diesem Geschäft zu verzichten und somit nur 3% zuzüglich gesetzlicher Mehrwertsteuer anstatt 6% zuzüglich gesetzlicher Mehrwertsteuer bei Erwerb in Rechnung zu stellen.
 
Damit hätten wir alle eine gütliche Lösung."
 
 
 

Soweit seine Forderung - aber mit welcher Anspruchsgrundlage begründet er diese Forderung?

Hat er vermittelt oder nachgewiesen oder bezieht er sich auf einen Paragraphen in seinen AGB?

PS.: Ich finde auch, dass Du nicht provisionsfrei kaufen solltest - meine Rechnung bekommst Du in den nächsten Tagen ....

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Ich habe den Maklervertrag für die "alte" Wohnung natürlich unterschrieben, die wie bereits dargestellt, anderweitig veräußert wurde.

Die "neue" Wohnung wurde weder irgendwo inseriert noch über einen Makler beworben, sondern mir direkt vom Eigentümer angeboten. Man könnte jetzt sagen, dass die erneute Kontaktaufnahme mit dem Verkäufer durch den Makler im Rahmen der Verhandlungen bezüglich der "alten" Wohnung zustande kam.

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Der Makler soll sich wegen seiner Provisionsansprüche an den Verkäufer wenden. Mit diesem hat er einen Maklervertrag die seine Rechte an der zu vermakelnden Wohnung sichert.

Du hast eine andere Wohnung gekauft, das hat nichts mit der angebotenen Wohnung zu tun. Also hast Du mit der gekauften Wohnung auch nichts mit dem Makler vereinbart.

Das ist ein Thema zwischen Makler und Verkäufer, nicht Deine Baustelle... B|

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Ach - gibt keinen Nachweis - neues Objekt , neue Grundlage ! der Makler hat keinen Anspruch und außerdem merkt man schon, das er weiß , das er sich auf glattem Boden bewegt, sonst würde derGeier 100% verlangen, Lg 

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vor einer Stunde schrieb Mario Wehm:
 
"Natürlich kann der Erwerb nicht „provisionsfrei“ erfolgen, daher schlagen wir Ihnen vor, auf 50 % unserer Provision bei diesem Geschäft zu verzichten und somit nur 3% zuzüglich gesetzlicher Mehrwertsteuer anstatt 6% zuzüglich gesetzlicher Mehrwertsteuer bei Erwerb in Rechnung zu stellen.
 
Damit hätten wir alle eine gütliche Lösung."
 
 
 

Also irgendwie dachte ich beim Lesen dieses Textes sofort an die Spielchen a la "Überweisen Sie uns xyz damit wir Ihren Gewinn von 100k überweisen können" oder besser: "Sie haben eine Mehrwertnummer in Anspruch genommen auf den Niederländisch-Antillen. Im Auiftrag unseres Mandaten fordern wir die Summe xyz ein - bedenken Sie das bei Nichtbefolgung höhere Mahngebühren für Sie entstehen könnten bis hin Einleitung rechtlicher Schritte unsererseits" Unterschrift: Der Rechtsanwalt (tatsächlich so erlebt mit exakt so einer Unterschrift - Der Rechtsanwalt).

 

und als was anderes würde ich das ganze auch nicht sehen. Ich würde sogar darüber anchdenken, ob man solches gebaren nicht dem IVD melden sollte. Sofern es NICHT in den AGBs steht.

Edited by Georg J. Heininger

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Hmm... also so eindeutig ist die Sachlage aber nicht. Die Maklercourtage wird geschuldet für den Nachweis eines Käufers, verdient bei Abschluss des Kaufvertrages.

Wenn nun eine andere Wohnung im selben Haus, vom selben Eigentümer und zum selben Preis beurkundet wurde ist doch auch der 2. Kaufvertrag ursächlich durch die Tätigkeit des Maklers in die Wege geleitet worden.

Da kann ein Richter durchaus auch zu dem Ergebnis kommen dass eine Provision verdient ist.

 

 

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vor einer Stunde schrieb DiBe:

Wenn nun eine andere Wohnung im selben Haus, vom selben Eigentümer und zum selben Preis beurkundet wurde ist doch auch der 2. Kaufvertrag ursächlich durch die Tätigkeit des Maklers in die Wege geleitet worden.

Da kann ein Richter durchaus auch zu dem Ergebnis kommen dass eine Provision verdient ist.

 

Daher die Frage nach der Anspruchsgrundlage, die hier vorgetragen wird. Die Ansprache "ich hätte gerne eine Provision" wäre mir zu wenig, um eine Überweisung auf den Weg zu schicken.

Aus dem Bauch heraus würde ich es darauf ankommen lassen ....

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Ich nehme mal folgende Punkte als gegeben an:

- Ein Maklervertrag ist wirksam zustandegekommen (was ja auch stillschweigend passiert sein kann)

- Der Makler ist tatsächlich tätig gewesen, d.h. hat Wohnung A vermittelt, die dann nicht beurkundet wurde

- Ein Hauptvertrag ist tatsächlich zustande gekommen (über Wohnung B)

- Es besteht eine Kausalität zwischen der Vermittlung von Wohnung A und dem Kauf von Wohnung B

Dann sind doch die Voraussetzungen für einen Provisionsanspruch gegeben.

Das Argument, die Wohnung B wurde nicht vom Maklervertrag abgedeckt, liegt sicherlich auf der Hand. Man könnte aber argumentieren dass die Wohnung B rechtlich gleichsam an die Stelle der Wohnung A getreten ist. Dafür spricht die Gleichheit von Lage und Preis.

Nichts gegen deinen Bauch @Arnd Uftring, aber ich hätte da keinen Mut es auf einen Prozess ankommen zu lassen. Wenn das schiefgeht zahlt @Mario Wehm neben der vollen Courtage auch die Gerichtskosten. Die Regelung zum Maklerlohn im BGB ist so dürr, da kommt es sehr auf die Auslegung durch das Gericht an.

Ich glaube ich würde versuchen zu verhandeln, evtl. eine Drittelung der Provision anzustreben und den Verkäufer mit ins Boot holen.

Nebenbei bemerkt, der Makler hat doch seine Dienstleistung erbracht, dann steht ihm auch sein Lohn zu. Bin ich der einzige hier im Forum der das so sieht ?

 

Edited by DiBe

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Okay Matthias, auch Deinen Standpunkt kann man vertreten.

Spannende Frage, ich hoffe Mario hält uns auf dem Laufenden was am Ende dabei herausgekommen ist (und ich drücke natürlich Dir die Daumen dass Du nichts bezahlen muss....)

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Die Kernfragen sind doch: Willst Du mit diesem Makler weitere Geschäfte machen? Womöglich Geheimtipps unter der Hand bekommen? 

Von den Antworten hängt ab wieviel und ob Du Courtage bezahlst. Rechtsanspruch sehe ich nicht - und der Makler wohl auch nicht sonst hätte er nicht von vornherein die halbe Courtage angeboten.

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Vielen Dank für die zahlreichen Beiträge, mit dem Makler habe ich nicht vor ein gute Zusammenarbeit aufzubauen, eher mit dem Verkäufer, daher habe ich mir auch schon gedacht dem Makler eine Abschlagssumme anzubieten (Der Makler hat schon öfters mit dem Verkäufer zusammengearbeitet).     
Der erste Kontakt kam mit dem Verkäufer vor 2 Jahren zustande, entsprechend der Logik des Maklers müsste ich dem Makler von vor 2 Jahren dann ja ebenfalls eine Provision zahlen.
Ich werde zeitnah mit dem Makler telefonieren und halte ich auf dem Laufenden :)
 

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Wenn dann das Haus 10 Wohnungen hat die verkauft werden kann der Makler also folglich 10 mal abkassieren?

Schwachsinn!

Warum bietet der Makler "freiwillig" an, auf fast die Hälfte seiner Provision zu verzichten? Weil er ein großes Herz hat und ein echter Menschenfreund ist? 

Nein, für mich sieht das hier ganz klassisch nach Abzocker aus!

DiBe hat zwar sämtliche Voraussetzungen für den Provisionsanspruch des Maklers aufgezählt. Aber wir reden gerade von unterschiedlichen Objekten. Und für die andere sprich neue Wohnung hat er keinen Maklerauftrag, weder vom Verkäufer noch vom Käufer.  

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vor 37 Minuten schrieb Mario Wehm:

Vielen Dank für die zahlreichen Beiträge, mit dem Makler habe ich nicht vor ein gute Zusammenarbeit aufzubauen, eher mit dem Verkäufer, daher habe ich mir auch schon gedacht dem Makler eine Abschlagssumme anzubieten (Der Makler hat schon öfters mit dem Verkäufer zusammengearbeitet).     
Der erste Kontakt kam mit dem Verkäufer vor 2 Jahren zustande, entsprechend der Logik des Maklers müsste ich dem Makler von vor 2 Jahren dann ja ebenfalls eine Provision zahlen.
Ich werde zeitnah mit dem Makler telefonieren und halte ich auf dem Laufenden :)
 

Würde ich garnicht machen - lass den Geier klagen, gab doch auch kein Widerrufshinweis für das neue Angebot, und wenn dann hättest einfach widerrufen, Verkäufer war schon bekannt - wie gesagt anderes Objekt, ganz neuer Vorgang ... 

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vor 3 Stunden schrieb DiBe:

dann steht ihm auch sein Lohn zu. Bin ich der einzige hier im Forum der das so sieht ?

Wenn er einen begründeten Anspruch hat soll ihm jeder Cent zustehen - ich habe da so meine Zweifel ....

An dieser Stelle zitiere ich aus

"Erfolgreich als Immobilienmakler" der Herren Ziegler / Stark / Schwertmann, Haufe Verlag 1.Auflage 2017 (also aktuell!) - zur Erklärung und korrekten Einordnung: Helge Ziegler ist Vorstandsmitglied im BVFI, er vertritt also die Makler

S.94 

8.2.5 Die Identität zwischen dem beabsichtigten und dem geschlossenen Hauptvertrag

"Für das Entstehen des Maklerprovisionsanspruchs reicht es nicht aus, dass irgendein Hauptvertrag zustande kommt. Es muss vielmehr der Vertrag zustande kommen, der von Anfang an von den Vertragspartnern gewollt war. Führt die Tätigkeit des Maklers zum Abschluss eines Vertrages mit anderem Inhalt oder einer anderen Person, so entsteht grundsätzlich kein Provisionsanspruch."

@DiBe Ich bleibe dabei, ich würde es darauf ankommen lassen.

 

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Hier noch eine letzte Erwiderung von mir, das soll jetzt auch keine Rechthaberei sein:

vor 17 Minuten schrieb Arnd Uftring:

 Es muss vielmehr der Vertrag zustande kommen, der von Anfang an von den Vertragspartnern gewollt war.

M.M.n. kann man durchaus auf dem Standpunkt stehen dass dieser Vertrag von den Vertragspartnern gewollt war, Wohnung gleich groß/im selben Gebäude. Läge zwischen den beiden Geschäften ein längerer zeitlicher Abstand oder hätte der Käufer statt einer gleichartigen Wohnung ein völlig anderes Objekt gekauft wäre ich derselben Meinung wie alle anderen hier.

Falls die Wohnung zum gleichen Preis beurkundet worden wäre wie die ursprünglich verhandelte würde das ebenfalls dafür sprechen.

Ich sehe hier einen Sonderfall !

Ich will ja auch nicht behaupten dass @Mario Wehm in jedem Fall voll zahlen muss, ich warne nur vor zu großer Selbstsicherheit.

Wie sagt man: Vor Gericht und auf hoher See....

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vor 11 Minuten schrieb DiBe:

Wie sagt man: Vor Gericht und auf hoher See....

Bin ich dabei - ein solcher Schuss hat auch das Potential, voll nach hinten losgehen zu können!

Bei einer Unsicherheit sollte im Zweifel nicht "Dr.Internet" die Richtung vorgeben sondern die Beratung durch den Fachanwalt.

 

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Punkt1 : besteht eine RSV die das abdeckt?

Punkt 2 : einfach mal einen Prozesskostenrechner aufmachen und gucken, wie hoch die Prozesskosten im Zweifel maximal sind.

Der Makler hat mindestens das gleiche Risiko.

 

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Die Identität zwischen dem beabsichtigten und dem geschlossenen Hauptvertrag ist unbedingt erforderlich (siehe oben bei Arnd). Diese Identität ist beispielsweise auch in solchen Fällen nicht mehr gegeben, in denen die selbe Wohnung später für einen sehr viel höheren oder einen sehr viel niedrigeren Preis gekauft wird (unterschiedliche Auffassung bei allen Gerichten, wie hoch diese Abweichung sein muss; auf jeden Fall anerkannt bei Abweichungen von 50 %).

Ausnahmen gibt es für einen sogenannten "Offenen Maklervertrag" bzw. Auftrag (den nur sehr wenige Profis benutzen, hauptsächlich bei Gewerbe zu finden), bei dem es darauf ankommt, dass sich ein gewünschter wirtschaftlicher Erfolg beim Käufer einstellt. Reales Beispiel: Käufer (Repetitor) braucht einen Seminarraum in Uni-Nähe für mindestens 50 Personen. Wenn der Maklervertrag offen formuliert ist (vertragliche (!) Anspruchsgrundlage statt gesetzlicher), ist es natürlich für den Provisionsanspruch egal, wenn der ursprüngliche Kaufvertrag platzt und ein anderer Seminarraum gekauft wird. 

Im Übrigen sind mir mehrere Fälle bekannt, in denen Richter in erster Instanz Identität, Kongruenz und Kausalität bei Maklerverträgen nicht verstanden haben. Das ist bedauerlich - aber Immobilienanwälte können das im Schlaf beantworten, wenn sie den Vertrag sehen.

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Am 17.1.2018 um 15:44 schrieb Jb007:

Ach - gibt keinen Nachweis - neues Objekt , neue Grundlage ! der Makler hat keinen Anspruch und außerdem merkt man schon, das er weiß , das er sich auf glattem Boden bewegt, sonst würde derGeier 100% verlangen, Lg 

Ich kann nur meinen Vorredner Jb007 vollkommen Recht geben,

da dieses sich um ein neues Objekt handelt und kein bestehender Maklervertrag für das MFH herrscht, 

kann der Verkäufer sich im direkten Gespräch mit dem Makler auseinandersetzen.

Was für ein unseriöser Abzocker, nur weil ich eine ETW vermittelt habe, kann ich doch nicht den Anspruch auf alle anteiligen Wohnungen haben, das wäre ja ein super Business. 

PS: Entspann dich, und lass den Verkäufer das klären, denn eilig hat er es am Ende.

Grüße aus Bremen

:)

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