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freeone

Makler nach Kaufangebot inklusive Courtage irritiert

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Hallo,

ich habe letzte Woche ein Kaufangebot abgegeben. Da der Gegenvorschlag des Verkäufers höher lag, habe ich gesagt, dass ich mich darauf einlasse, wenn der Verkäufer die Provision bezahlt (und der Kaufpreis dann um die Maklerprovision steigt). Vereinbart war ursprünglich, dass der Käufer die Provision zahlt.

Der Makler war von diesem Vorschlag in höchstem Maße irritiert und hat nicht verstanden, warum ich das so handhaben möchte. Bei der Besichtigung einer anderen Wohnung am Dienstag habe ich dann ebenfalls danach gefragt, ob das eine Option ist und der Makler hat auch erstmal gefragt, warum ich das gern so machen würde; er hätte sowas in zwanzig Jahren Maklertätigkeit noch nicht gehabt. Ich hab den endgültigen Kaufpreis dann so gestaltet, dass der Makler noch etwas mehr bekommt, als beim Vorschlag des Verkäufers (Kaufpreis ist ja höher) und hab auch dem Käufer effektiv noch ein bisschen draufgelegt.

Da ja immer wieder Leute schreiben, dass sie die Kaufangebote ebenfalls inklusive Makler machen, würde mich interessieren, ob es da ähnliche Erfahrungen gegeben hat. o.O

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Hallo @freeone, das macht vielleicht den von Dir gebotenen Kaufpreis für den Verkäufer optisch attraktiver, er muss dann nicht den Preis reduzieren sondern stattdessen den Makler bezahlen, bekommt aber die volle geforderte Summe. Im Endeffekt das gleiche, aber wer geht schon gerne mit einem einmal angesetzten Preis herunter. Für bestimmte Typen von Verkäufern macht so etwas Sinn.

Beachte aber bitte dabei, dass sich durch den erhöhten Kaufpreis auch die Kaufnebenkosten erhöhen (Grunderwerbsteuer, Notar- und Gerichtskosten). Ein Beispiel, bei einem KP von 100.000 € und einer Erhöhung um 6% für Makler incl. MWST (hier sind 5 % zuzgl 19%, also 5,95  üblich -das kann regional schwanken) sind das ca. 400 € für die zusätzlichen Kaufnebenkosten.

Deine "Kaufpreisakrobatik" kann also auch nach hinten losgehen.

Aber wie gesagt, manchmal kann das tatsächlich Sinn machen.

Übrigens gibt es den gleichen "Trick" auch anderes herum: Hier in der Region werden immer mehr Objekte Provisionsfrei angeboten und der Verkäufer zahlt dann die Provision. Vor allem bei Eigennutzern zieht das, die glauben dann ein Schnäppchen gemacht zu haben.

Der Profi hier aus dem Forum wird sich dadurch eher nicht blenden lassen.

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Hallo @DiBe,

dass sich durch diese Aktion die Nebenkosten entsprechend erhöhen ist mir bewusst. Der Vorteil ist aber, dass die Wohnung mit dem vollen Kaufpreis in meiner Bilanz steht und ich dadurch um die Maklerprovision "reicher" bin. Das führt auch dazu, dass ich besser finanzieren kann, da die 90% Finanzierung ja jetzt auf den vollen Kaufpreis ansetzt; zumindest gehe ich davon mal aus. Wenn ich dadurch ~0,3% Zinsen spare habe ich den Unterschied spätestens nach zwei bis drei Jahren wieder raus. Und in meiner Bilanz tauchen dann auch noch mehrere tausend Euro zusätzlich auf, die sonst "weg" wären.

Ich bin dem Verkäufer aber auch bei den Modalitäten der Kaufpreiszahlung entgegengekommen, um ihn zu motivieren das so zu machen.

Darum gings mir aber eigentlich nicht. ;) Mich hat erstaunt, dass der Makler so ungläubig und verständnislos auf mein Angebot reagiert hat.

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Ich habe bis jetzt immer negatives Feedback der Makler bekommen, aus dem einfachen Grund, dass dann der Verkäufer endgültig merkt, wie teuer so ein Makler ist und dass der rechnende Kapitalanleger ihm das ganz offensichtlich vom Kaufpreis abzieht. Denn eigentlich rechnet er damit dass es ihn nichts kostet und die Makler machen ihm weis, dass der übliche Käufer diese Beträge einfach so klaglos zahlt weil es eben zum normalen Geschäftsgebaren gehört. Ausserdem wird er vielleicht auch anfangen mit dem Makler zu handeln und der Verkäufer hat üblicherweise ja auch eine sehr viel höhere Verhandlungsmacht. Zum Beispiel würde ich wenn ich 500K für mein Objekt wollte und der Käufer 520K inkl Makler anbieten würde einfach dem Makler sagen, dass er 20K bekommt statt 30 und ich die gewünschten 500 statt nur 490. Als Käufer wirst du das im aktuellen Umfeld nicht mehr raushandeln können.

P.S. Bitte jetzt keine Diskussion darüber starten ob Makler grundsätzlich ihr Geld wert sind aber bei einem MFH im Wert von 1,5M beträgt die Provision 90K und da kommt dann sicher so mancher Verkäufer ins Grübeln...

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Also früher war das Gang und Gebe - heute sitzen die Makler auf einem dermaßen hohen Ross, das sie noch beleidigt sind. Ich hatte es einmal im Jahr 2014 so gemacht (Kaufpreis Zahl ich mehr, Makler Verkäufer) 

Danach nur Hohn und Spott geerntet - Für mich ist die Makler- Branche derzeit (außer 3-4 Makler die ich bedenkenlos empfehlen kann) überfüllt von düpierten hochdubiosen Vermittlern. 

Im Verkauf habe ich gerade ein Objekt von Privat im Angebot - da rufen die Geier alle an, wenn ich was Anfrage , kriegt man Antworten wie „bieten sie mehr ansonsten mache ich keinen besichtigungstermin“ 

Frechheit so mit Kunden umzugehen... wird echt Zeit das sich was ändert 

Edited by Jb007

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Danke für eure Einschätzung! Ich glaub der Makler bietet mir in Zukunft keine Objekte mehr an; hoffe, dass er jetzt nicht noch dazwischengrätscht und noch einen anderen Käufer sucht, weil ihn mein Vorgehen "kränkt"...

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vor 32 Minuten schrieb freeone:

Danke für eure Einschätzung! Ich glaub der Makler bietet mir in Zukunft keine Objekte mehr an; hoffe, dass er jetzt nicht noch dazwischengrätscht und noch einen anderen Käufer sucht, weil ihn mein Vorgehen "kränkt"...

Ich habe meine Objekte fast alle in den Jahren 2008 bis 2012 aus der Bankenverwertung gekauft. Damals war es meist so, dass die Objekte provisionsfrei von darauf spezialisierten Maklern angeboten wurden, da die verkaufenden Banken die Nachteile einer offen ausgewiesenen Provision genau kannten. Ausnahmsweise habe ich auch ein Objekt mit Provisionsforderung kaufen wollen. Ich habe mein Kaufpreisangebot inkl. Provisonszahlung durch die Verkäuferin (mußte wg. Bank verkaufen) gemacht. Dieses wurde grummelnd vom Makler weitergeleitet und angenommen, da es außer mir wohl keine/kaum Kaufinteressenten gab. Bis zum Notartermin wartete ich auf eine Unterschrift des Maklers unter die Provisioinsverzichtserklärung. Im Termin drohte ich dann alles platzen zu lassen, falls der Makler nicht unterschreiben würde, was er dannn auch machte. Er war sichtlich angesäuert, hat mir allerdings nach einer kurzen Schamfrist wieder Objekte angeboten und nett mit mir telefoniert ohne über das Thema zu sprechen (soweit war er dann auch noch Profi).

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