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MichaelG

Verstöße beim Datenschutz in der Vermietung

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Hallo,

in meiner Praxis stelle ich immer wieder fest, daß das Thema bei den meisten noch gar nicht angekommen ist. So werden in der Regel in vielen Selbstauskunftsformularen Fragen gestellt, die komplett unzulässig sind und das selbst von renomierten Anbietern wie Haus und Grund, Immoscout oder auch wie z.B. im Gevestor-Newsletter von Herrn Knedel "Das Geheimnis des erfolgreichen Vermietens" ein "5-Punkte-Mietercheck", der komplett fragwürdig ist. 

So darf man in der Vermietung z.B.

- keine Ausweiskopie anfertigen

- Fragen nach Vor-Vermietern  sind in Selbstauskünften verboten: da nach BDSG nur Datenerhebung an der Quelle erlaubt ist, also nicht bei Dritten, wie Vorvermietern, Arbeitgebern, usw., weshalb man da auch natürlich nicht anrufen darf und deshalb auch nicht die Telefonnummern erfragen darf;

- Fragen nach Familienstand, Nationalität, Geburtsdatum der Kinder, Musikinstrumenten etc. sind i.d.R. auch alle nicht erlaubt

- Auskünfte von Auskunfteien, Kopien von Gehaltsnachweisen etc. darf man auch nicht von mehreren Interessenten anfordern, sondern man muß sich erst für einen entscheiden und dann muß man diesem quasi den Mietvertragsabschluß zusagen unter dem Vorbehalt das die erteilten Auskünfte passen; erst dann darf man sich quasi kurz vor Unterschrift die Auskünfte und Gehaltsnachweise einholen

Hierzu auch mal ein kurzer Newsletter der Immowelt der mich heute mal wieder daran erinnert und das Thema ein wenig sensibilisiert:

https://news.immowelt.de/n/3441-wohnungssuche-was-duerfen-vermieter-fragen-ein-experteninterview.html

Falls jemand näheres Interesse hat, kann ich ja auch gerne mal ein paar der vielen Ausführungen der Datenschutzbeauftragten verlinken.

Grüße,

Michael

 

Edited by MichaelG

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Schön und gut, jedoch wird's in umkämpften Mietmärkten wie zB München oder Hamburg trotzdem so gemacht und wenn jmd nicht mitmacht dann ist er raus und wird nie ne Wohnung finden ;-)

Aber danke für den Hinweis!

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Sehe ich genauso wie @Wladimir Simonov- nicht nur in München und HH;-). Letztendlich ist es doch die einzige reale Chance des Vermieters sich abzusichern. Wenn man erstmal einen miesen Mieter in der Wohnung hat, bekommt man den so leicht nicht los. Daher finde ich es durchaus legitim solche Dinge zu fragen. Jemand, der nichts zu verbergen hat, wird damit auch kaum ein Problem haben- so ist zumindest meine Erfahrung.

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@Wladimir Simonov Ist mir schon klar, dass es trotzdem so gemacht wird, deshalb wollte ich ja mal auf das Thema hinweisen, weil viele noch nicht einmal wissen was man theoretisch darf und was nicht

@zinger: aus Sicht des Vermieters ist es sicher verständlich, aber legitim ist halt leider nicht.

Bitte nicht falsch verstehen, ich habe ja nicht gesagt, daß ich das gut finde und meiner Meinung nach gehen da viele Datenschutzgesetze auch zu weit. Weil hier Hamburg angesprochen wurde: Der Hamburger Datenschützer z.B. vertrat sogar die Auffassung, daß man vor einer Besichtigung bei einer leer stehenden Wohnung keinerlei Daten erfragen darf, mit Ausnahme der Telefonnummer oder alternativ die Emailadresse (Also nicht beides gleichzeitig!!!), damit man Termine abstimmen kann. D.h. also noch nicht einmal die Anschrift des Interessenten darf lt. ihm vor der Besichtigung erfragt werden. D.h. er mutet es dem Vermieter (und auch den Mietinteressenten) zu, das hunderte Leute zur Besichtigung kommen, weil ja nicht vorqualifiziert werden darf.. Lustigerweise wenn dieselbe Wohnung noch vermietet ist, ist der Datenschutz nicht mehr so wichtig und man darf ein wenig vorqualifizieren, da dem aktuellen Mieter lt. Datenschützer ja nicht hunderte Besichtiger zugemutet werden können. Soviel zum Sinn und Unsinn von dem was da so vertreten wird. Wer sich mal das Hamburger Merkblatt der Datenschutzbehörde durchlesen will, hier ist der Link (aber Vorsicht, der Blutdruck könnte beim Lesen steigen :-) :  https://www.datenschutz-hamburg.de/uploads/media/Fragerecht_des_Vermieters_-_Stand_November_2013.pdf

Konkret kann man ja sagen, daß einen das nicht interessiert, aber die Behörden sind da in letzter Zeit aktiver geworden und prüfen das verstärkt und ggfls. werden halt auch Bußgelder verhangen. Wir wurden z.B. vor ca. 1 Jahr von der Landesdatenschutzbehörde diesbezüglich ausführlich geprüft. Jedes Bundesland hat aber seine eigene Datenschutzbehörde, manche sind halt schon schärfer drauf als andere. Kleine Vermieter sind bei denen noch nicht so auf dem Radar (es sei denn sie werden von Mietinteressenten angezeigt), aber bei großen Vermietern wie Genossenschaften oder auch anderen  Marktteilnehmern wie Hausverwaltungen und Maklern ist das schon ein Thema, nicht zuletzt da demnächst (im Mai 18) auch die Bußgelder deutlich angehoben werden (neue DSGVO und BDSG).

Und für die Praxis kann man ja auch als kleiner Vermieter hier und da seine Verhaltensweisen ein wenig anpassen. Wer also bisher z.B. noch Ausweise kopiert, der sollte das künftig nicht mehr machen. Hier ist z.B. eine einfache Lösung, sich den Ausweis lediglich zeigen zu lassen, um die Identität zu überprüfen. Und manche Fragen in Selbstauskünften kann man ja umformulieren, also z.B. statt nach dem Bruttogehalt (nach dem man nicht fragen darf) sollte man nach dem Nettogehalt fragen (was erlaubt ist).

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