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JB

E-Check

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Hallo,

ein Elektriker meinte gestern zu mir, dass alle 4 Jahre ein E-Check durchgeführt werden sollte.

Kann die Wohngebäude-Versicherung bei Brand die Zahlung verweigern wenn dieser nicht erfolgt ist ? 

 

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Keine Versicherung kann eine Schadensregulierung verweigern, wenn die formulierten Schadensregulierungsrechte, die du dir mit der Police gekauft hast, zu 100 % mit dem entstandenen Schaden übereinstimmen. Man hat sich diese Rechte ja gekauft, so wie man eben auch materielle Dinge kaufen kann.

Jeder Regulierungsanspruch, der vielleicht zu 100 % gegenüber einer Versicherung durchgehen würde, wird aber anhand von § 254 Abs. 1 BGB (dein Mitverschuldensanteil) nochmal überprüft, das heißt "relativiert". Das ist im gesamten Schadensersatzrecht so. Hast du ein Mitverschulden, wird dein 100 -%-Anspruch um deinen Mitverschuldensanteil gekürzt, etwa auf 70 % / 60 % / 50 % etc.

https://dejure.org/gesetze/BGB/254.html

Im Fall der Fälle, ist damit zu rechnen, dass Sachverständige der Versicherung eine unfachmännisch verlegte oder ungeprüfte Elektroinstallation als Schadensursache ausmachen bzw. suchen könnten. Kürzungen von Versicherungsleistungen bis zum vollständigen Verlust sind zumindest denkbar. Oftmals ist man dann auf "kulantes Verhalten" des Versicherers angewiesen...

Um solche Zustände zu verhindern, kann man in vielen Rechtsgebieten (wie dem Schadensersatzrecht) einen Entlastungsbeweis (Exkulpationsbeweis) führen, indem man anerkannte Fachbetriebe beauftragt. Das Ergebnis ist, dass du dir keine Kürzungen oder Repressionen gefallen lassen musst. Die Rechtsprechung sagt in solchen Fällen immer: Mehr hättest du ja gar nicht machen können, also kann man dich auch nicht auf ein Mitverschulden oder Ähnliches verweisen! Der E-Check würde wahrscheinlich zu einem solchen Entlastungsbeweis führen. Wer kann so etwas schon vorlegen? Mehr kann man eigentlich nicht machen...

Ein anderes Beispiel: Als Betreiber einer Discothek können dir die Behörden beispielsweise den Laden dann dicht machen, wenn du Alkohol an Minderjährige ausschenkst oder Drogen oder Waffen unter deinen Gästen zu finden waren. Wenn du die Tür-Politik aber auf einen Sicherheitsfachbetrieb mit geschultem Personal überträgst (Kostenfrage), hast du den Entlastungsbeweis geführt: Mehr hättest du nicht tun können. Die Behörde kann dir die Erlaubnis (aus den oben genannten Gründen) nicht entziehen.

So funktioniert grob gesagt "das System"  :-)

Bedenke auf der anderen Seite: In vielen Produkten und Dienstleistungen steckt auch eine gute Portion Verkaufs-Rhetorik und Storytelling. Das mache ich ja als Texter (mit juristischen Bildungshintergrund) genau so für Versicherungen und andere Branchen. Die Geschichten in Prospekten, auf Webseiten etc. sind fast nie zu 100 % wahr, sondern eher zu 80 % + einer glaubhaften Erzählung. 

Unterm Strich ist das eher eine unternehmerische Entscheidung, die dir niemand abnehmen kann.

 

Hier auch noch eine Fragen-Antworten-Quelle (FAQ) zum E-Check:

http://www.e-check.de/privat/faq.html

 

Edited by Thorsten Beckers
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Hallo JB,

wenn ein Mieter nach einen behauptet die Elektroanlage sei total marode gewesen, wie willst Du nachweisen das deine Elektroanlage OK war?

Die Hauptbrandursache liegt an maroden oder unsachgemäßen Elektroanlagen...

 

Der E-Check bedeutet nicht das Du eine Elektroanlage auf den neuesten Stand der Technik (DIN VDE 0100 / TAB 2007)  bringen musst.

Die Elektroanlage sollte den anerkannten Regeln der Technik zum Zeitpunkt der Errichtung entsprechen, ich persönlich würde aber z.B. im Dachboden immer einen FI nachrüsten... wenn Nagetiere ein Kabel anknabbern das auf Holz verlegt ist...

Beispiel BAD kier kann eine Steckdose von vor 1984 ohne FI sein, ist dem Bad nach 1984 eine zusätzliche Steckdose installiert worden, so muss diese mit FI (RCD) sein.

Ich persönlich sorge dafür das "Mieterbasteleien" entfernt werden, oder Fachgerecht mit Prüfprotokoll ausgeführt werden.

Beim Mieterwechsel meine Wohnungen auf den aktuellsten Stand der Technik... + etwas Zukunftsreserve, Nachrüsten ist teurer.

 

Elektroanlagen vor ca. 1972 haben meist klassische Nullung (2-Adrig) = Totalsanierung

Elektroanlagen ab ca. 1980 lassen sich sofern sie bei Errichtung den "anerkannten regeln der Technik entsprochen haben" mit wenig aufwand an die heutigen Normen anpassen (FI (RCD) Nachrüstung, und Austausch der Leitungsschutzschalter (Sicherungsautomaten).

Beim Auto wechselt man auch nach einer gewissen Zeit die Bremsbeläge.

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