tomppa

Fahrtkosten zu Besichtigungen absetzen

17 posts in this topic

Hallo, 

Ich mache mich gerade daran meine Steuererklärung für 2016 vorzubereiten. Unter anderem habe ich mir letztes Jahr meine erste etw gekauft. Dass ich Fahrten zu eben dieser Immobilie absetzen kann ist mir bewusst... 

Ich bin aber ja auch zu Wohnungsbesichtigungen von Wohnungen gefahren, die ich eben nicht gekauft habe. Kann ich diese Kosten auch irgendwie absetzen? Und wenn ja, wie könnte ich das nachweisen?

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Ich habe einfach eine Tabelle in Excel erstellt mit den Adressen und Entfernungen zur Immobilie oder zur Hausverwaltung/Bank/Interhyp/usw.

Es wurde alles zu 100% ohne Rückfragen anerkannt. Auch in beide Richtungen.

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Kleine Anmerkung: Aus Sicht des Finanzamtes sind die Fahrten zur gekauften Wohnung, zum Notar, etc. vor dem Kauf bzw. vor der Fertigstellung Anschaffungskosten; dh. die sind nur anteilig über 40/50 Jahre absetzbar. Fahrten zur Bank gehören zu den Finanzierungskosten und sind immer sofort ansetzbar. Edit: Sofort absetzbar sind auch Auslagen zu nicht gekauften Immobilien.

Alles andere ist im Ermessen des jeweiligen Finanzbeamten.

(keine Steuerberatung :) )

Edited by freeone
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Hallo zusammen,

ich erstelle auch gerade so eine Ausgabenliste.

Wenn ich @freeone richtig verstehe, bedeutet das ja aber, das z.B. Kosten zu Immobilien, die ich später nicht erwerbe steuerlich besser (sofort) abgeschrieben können als Kosten von denjenigen Immobilien, die ich dann kaufe - da sie hier abgeschreiben werden müssen. Das erscheint mir erstmal nicht so recht logisch, oder?
Ich mein, bei Fahrtkosten sind das ja noch überschaubare Beträge, aber wenn es dann um Gutachter o.ä. geht wäre das schon irgendwie komisch. Und was passiert, wenn diese Kosten z.B. im Vorjahr des Kaufes anfallen? Dürfte ich sie dann sofort komplett absetzen?

Edit:
Und wenn ich den Link http://www.iww.de/gstb/archiv/vermietung-und-verpachtung-vorweggenommene-werbungskosten-bei-vv-abzug-ist-an-strenge-regeln-geknuepft-f28076 richtig verstehe, betrifft das Abschreiben ja auch nur den Anteil des Gebäudes. Heißt, einen gewissen Anteil der genannten Ksten, dürfte doch sofort abgesetzte werden, weil sie auf "Grund und Boden" entfallen?

Edited by Christian_Immobilien
Erweiterung

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@Christian_Immobilien

Wieso ist das unlogisch? Wenn du einen Betrieb hast und zu einem potentiellen Kunden fährst, darfst du natürlich auch dann angemessene Reisekosten absetzen, auch wenn später kein Geschäft zustande kommt. Bei nicht gekauften Immobilien ist das genau das gleiche (aus der sich ergebenden Steuerlogik); ich nenn das jetzt mal Werbungskosten. Selbst über die Fahrkosten hinaus kannst du natürlich Tagessätze und auch alle anderen Sachen absetzen wie etwa den Gutachter sofort absetzen, solange du belegen kannst, dass deine Ausgaben mit geplanten oder erhofften Einnahmen im Zusammenhang stehen.

Im Gegensatz dazu musst du (ich nenn das jetzt mal) Anschaffungskosten für ein bestimmtes gekauftes Objekt anders behandeln: hier gilt für alle Kosten zusammen die Abschreibungsregel.

Im Fall von Anschaffungskosten: Der Gesetzgeber geht davon aus, dass angeschaffte Gegenstände sich in einer bestimmten Zeit abnutzen.

Im Fall von Werbungskosten: Hier kann sich nichts abnutzen, weil ja nichts angeschafft wurde.

Zitat

Grundvoraussetzung ist, dass die Aufwendungen mit den angestrebten Mieteinnahmen in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen.

steht in deinem Link. Wenn du nur aus Spaß an der Freude quer durch die Republik fährst, ggf.  noch gar keine Immobilie hast und auch in absehbarer Zeit keine kaufst, wird das FA natürlich irgendwann stutzig und unterstellt dir ggf. Liebhaberei.

Wenn du in einem Jahr etwas abgesetzt hast, was sich im Nachhinein in einem Folgejahr doch zum Objektkauf geführt hat, solltest du die dir erstatteten Steuern wieder nachzahlen müssen. Die Steuerbescheide sind ja eh alle vorläufig, und hierdurch haben sich ja zudem neue Tatsachen ergeben.

 

Anderes Beispiel: Elektronikgeräte bis (glaube) 410 EUR können sofort abgesetzt werden; darüber hinaus muss über mindestens drei Jahre abgeschrieben werden.

 

(keine Steuerberatung, bitte Stb fragen)

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Hallo.

Mir ist klar, dass ich Besichtigungskosten für nicht erworbene Immobilien steuerlich geltend machen kann.

Allerdings ist mir noch nicht klar, wo ich diese Kosten angeben muss. Muss ich je besichtigter Immobilie eine Anlage V ausfüllen? Oder kann ich die Kosten einfach unter Anlage N angeben?

 

Gruß

chosn

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Hallo chosn,

wenn Du schon ein Objekt hast, d.h. eine Anlage V abgibst, trägst Du die Kosten einfach hier mit ein, bei mehreren Anlagen V such Dir eine aus.

Das Finanzamt bildet ohnehin eine Gesamtsumme Deiner Einkünfte aus V+V.

Achte dann aber bei der Prüfung des Steuerbescheides darauf dass diese auch berücksichtigt wurden (unbedingt selber prüfen, nicht auf den Steuerberater verlassen).

Nebenbei bemerkt: Überschätzt niemals Euren Steuerberater. Steuererklärungen sind ein Massengeschäft, von mehr oder minder kompetenten Steuerfachangestellten am Fließband abgearbeitet. Der Steuerberater unterschreibt nur und kümmert sich höchstens um spezielle Fragestellungen. Manche StB sind auch nur "Grüßonkel", die Ihre gut verdienende Kundschaft pflegen.

Meinen eigenen StB sehe ich nur alle 3-4 Jahre, ich habe aber einen Super-Steuerfachangestellten, der mich gut betreut.

 

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Ein freundliches Hallo in die Runde, ich bin ganz neu hier und hoffe ihr könnt mir helfen. Mein Finanzamt erkennt meine Kosten leider nicht an. Füge mal meine Frage hierzu auf Xing bei, habe dort einen Link hierher bekommen... Screenshot_20180303-182532.jpg

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Hallo in die Runde

Ich habe eine Detailfrage zur Thematik Fahrtkosten und der Zuordnung von diesen zu Anschaffungs- bzw. Werbungskosten.

Ich habe im Dezember 2018 an einem Tag insgesamt 5 Wohnungen besichtigt, von denen ich zu Beginn diesen Jahres eine gekauft habe. Habe für die Steuerklärung sämtliche Fahrten, also sowohl die Hin- und Rückfahrt von bzw. zu meinem Wohnort als auch die innerstädtischen Fahrten zwischen den 5 Wohnungen mittels Google Maps zusammengetragen. Insgesamt bin ich an dem Tag 377,2 km gefahren. Die Wegstrecke von der zuerst besichtigten Wohnung zu jener Wohnung, die ich nun gekauft habe, beträgt dabei nur läppische 2,6 km. Nun meine Frage: Muss ich als Anschaffungskosten nur diese 2,6 km angeben oder auch (anteilig) die Hin- und Rückfahrt zu meinem Wohnort (jeweils 181 km)?

Für einen Hinweis, auch wie Ihr einen solchen Fall handhabt, wäre ich Euch sehr dankbar!

Gruß

coolkeeper

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Alles angeben - sind ja alles km, die du nur aufgrund der Gewinnerzielungsabsicht gefahren bist.

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Hallo Kalle,

alles angeben habe ich definitiv vor. Frage ist nur, ob ich das hier aufteilen muss. Wenn ich Dich richtig verstehe, dann alles als Werbungskosten auflisten und keine weitere Unterscheidung vornehmen?

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Hi, das greife ich auch noch mal direkt auf:

Ich dachte, die Kilometer zu den nicht gekauften Objekten wären Werbungskosten, die ich im Folgejahr zu 100% ansetzen kann, und die Kilometer, die ich zu dem tatsächlich gekauften Objekt gefahren bin, die gehören zu den Kaufnebenkosten, und werden mit dem AfA-Satz anteilig über viele Jahre abgesetzt.

 

Ist das doch nicht der Fall?

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vor 2 Stunden schrieb Darth Vader:

Hi, das greife ich auch noch mal direkt auf:

Ich dachte, die Kilometer zu den nicht gekauften Objekten wären Werbungskosten, die ich im Folgejahr zu 100% ansetzen kann, und die Kilometer, die ich zu dem tatsächlich gekauften Objekt gefahren bin, die gehören zu den Kaufnebenkosten, und werden mit dem AfA-Satz anteilig über viele Jahre abgesetzt.

 

Ist das doch nicht der Fall?

Doch das ist der Fall.

Hat jemand was anderes behauptet?

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