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Nightflight

Warnung vor Wohnverwaltungs-Hijacking bei Großobjekten

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Hallo,

bin neu hier und möchte mit einer Warnung zum Forum beitragen. Die Sache ist ca. 10 Jahre her, könnte sich aber immer wiederholen:

Habe 40qm in einer ca 120 Wohneigentümergemeinschaft gekauft (Steuersparmodell" mit Denkmalschutzsanierungssonderabschreibung).

Eigentümer sind regional weitverstreute Einzelanleger, die ohne Aufwand eine Steueroptimierung suchten (Chefärzte, Selbständige, etc.).

Daher kein Engagement und keine Teilnahme an Eigentümerversammlungen.

Ein Komplize der Bande kauft nun eine kleine Wohnung des Großprojekts und erfindet in den spärlich besuchten Eigentümerversammlungen vermeintliche Ungereimtheiten in den Abrechnungen der Wohnungsverwaltung.

Lädt einen "Gutachter" ein, der kostenlos seine Hilfe anbietet und sich in die Herzen der Anwesenden hineinschwurbelt. Fachlich ist der wirklich sehr kompetent und überzeugend. Gefragt nach seiner Motivation: "Er kann nicht mit ansehen, wie Eigentümer von unfähigen WV um ihr sauer erarbeitetes gebracht werden". Dies sei sein Antrieb. Ab dem Punkt bin ich bereits ausgestiegen, aaaaaber:

Auf unbekannte Weise sind die Ganoven an alle Adressen der Eigentümergemeinschaft gekommen und haben alle Eigentümer angeschrieben, auf vermeintliche Misstände hingewiesen und um Stimmvollmacht gebeten.

Bingo! Die haben im Fluge mit großer Mehrheit die Stimmhoheit erlangt, sofort die bestehende Wohnverwaltung gekündigt, eine völlig überteuerte Komplizen-WV eingesetzt und dann ging es richtig los:

"Einbauküchen" (diese 300 Euro Pantrykisten aus dem Baumarkt) für je 4000 Euro abgerechnet, Handwerker zu absurden Preise für absurde Maßnahmen beauftragt und Geld in dubiose Kanäle verschoben.

Die hatten völlig freie Fahrt: "Irgendwer etwas dagegen? Lasst uns grad durchzählen."

Letztendlich hat denen erst das Landgericht den Stecker gezogen, war aber ein epischer Aufwand.

Der Drahtzieher tritt unter wechselndem Namen auf, hat in einer schönen Stadt in bester Lage eine sehr schöne Villa und hat die Ausstrahlung einer ARD Reportage über seine Stunts mit einer einstweilige Verfügung verhindert.

Pikanterweise hat der Komplize, der sich in die Gemeinschaft eingekauft hatte, ausgerechnet eine Softwarefirma rund um das Thema Immobilien. Ich weiss nicht mehr, ob es nicht sogar eine Wohnungsverwaltungssoftware war, aber es wäre ein Erklärungsansatz, wie sie an das Objekt und die Eigentümeradressen gekommen wären.

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Interessantes Konzept. Als Eigentümer sollte man sich eigentlich dessen bewusst sein, dass Verwaltungen schon viel macht haben. Allerdings können die auch nicht einfach alles Abrechnen. Wie die irgendwelche Küchen im Sondereigentum überteuert einbauen, kann ich nicht so recht nachvollziehen. Manchmal ist es auch gut Großeigentümer in einer Immobilie zu haben. Die passen dann schon auf, ob da alles nach außen hin halbwegs in Ordnung ist. ;)

Dass man an die Adressen der anderen Sondereigentümer kommt, wundert mich jetzt nicht unbedingt. In dem Fall hat man ja ein berechtigtes Interesse, das man beim Notar geltend machen kann.

 

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Nicht nur da, unser HV gibt die Adressen auch so raus, wenn man ein berechtigtes Interesse bekundet, solange man selber Eigentümer ist.

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vor 3 Stunden schrieb StephanR:

Nicht nur da, unser HV gibt die Adressen auch so raus, wenn man ein berechtigtes Interesse bekundet, solange man selber Eigentümer ist.

Das ist interessant. In unserer Eigentümerversammlung hatte man sich hierüber sehr gewundert. Gibt das keinen Datenschutz?

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Es kann nicht einfach jeder kommen; als Eigentümer hast du aber natürlich ein entsprechend belastbares berechtigtes Interesse, wer deine Miteigentümer sind.

Edit: Eine entsprechende Verwunderung hatte ich auch mal bei einer Eigentümerversammlung gehört. Dort gab es eine Firma, die sich in ein großes Objekt eingekauft hatte und dann gezielt ältere Eigentümer angeschrieben hatte, ob Sie verkaufen möchten. Auch ein Geschäftsmodell... ;)

Edited by freeone

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