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Mannsi

Nach Zwangsversteigerung ist Mieter verschwunden. Amt zahlt fleißig die Miete weiter.

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Hallo Zusammen,

Bisher bin ich begeisterter Leser und hoffe nun, dass Ihr mir bei meiner aktuellen Herausforderung evtl. mit einem frischen Gedankengang weiterhelfen könnt.

Ich habe Anfang des Jahres eine kleine Wohnung ersteigert. Diese Wohnung wurde zum Zeitpunkt der Versteigerung von einem Zwangsverwalter "bewirtschaftet" und vermietet .Kurz gesagt: Er hat mir ein "Ei" in die Wohnung gelgt, denn der Mieter stand bis vor kurzem unter Betreuung eines Anwalts, der sich um die finanziellen Dinge des Mieters gekümmert hat. Die Miete wird vom Amt bezahlt und kommt auch regelmäßig.

Nach mehreren Wochen und mehreren fehlgeschlagenen Kontaktversuchen habe ich festgestellt, dass der Mieter nicht  in der Wohnung zu leben scheint. Weder per Brief (denn er hat nichtmal einen Briefkastenschlüssel) noch persönlich konnte ich Ihn erreichen. Die an die Tür gehängte Bitte um Kontaktaufnahme hängt auch nach Wochen immernoch an der Tür der Wohnung. Auch der Stromzähler wurde bereits durch die Stadtwerke ausgebaut. Es scheint also so, als ob der Mieter nicht in der Wohnung wohnt (und somit auch die Heizung nicht entsprechend nutzt). Zusätzlich wurde ich durch den Betreuer informiert, dass die Betreuung des Mieters durch das Gericht aufgehoben wurde, da er nicht mitwirkt. Wie auch, wenn er auf keine Weise zu erreichen ist.

Ich habe eigentlich den Wunsch, die Miete anzupassen oder die Wohnung neu zu vermieten.

Folgende Möglichkeiten. Ich denke mal laut...

A) Mieterhöhungsverlangen: Dabei stell sich die erste Frage: Ist das Schreiben auch zugestellt, wenn der Mieter keinen Briefkastenschlüssel hat, weil er Ihn nie abgeholt hat?

-> Da er sich daraufhin nicht melden wird (wie auch) ist dann die Klage auf Zustimmung vorprogrammiert -> daraufhin wird er ebenfalls nicht reagieren (wie auch) -> wie es dann weiter geht weiß ich nicht genau (Kündigung und raus klagen wegen zu wenig gezahlter Miete?)  -> wenn es überhaupt als zugestellt gilt.

B) Beim Amt den Sachverhalt anzeigen? Denn eigentlich geht es mir auch gegen den Strich, dass jemand eine Wohnung blockiert und gleichzeitig Sozialleistungen kassiert. Gibt es hierzu eigentlich eine Verplichtung des Vermieters? -> Miete wird dann vermutlich eingestellt -> die Folge: Raus klagen.

Egal wie ich komme zu keiner schönen Lösung. Ich würde Ihm am liebsten Geld in die Hand drücken, und er unterschreibt die Aufhebung. Dafür müsste man Ihn aber finden. Und eine Pflicht zur Anwesenheit gibt es leider nicht.

Nun hoffe ich auf eine Gute Idee von den Profis.

Vielen Dank für die Einschätzung.

VG Simon

Edited by Mannsi

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vor 24 Minuten schrieb Mannsi:

Hallo Zusammen,

Hallo Simon,

vor 24 Minuten schrieb Mannsi:

Ich habe Anfang des Jahres eine kleine Wohnung ersteigert.

Herzlichen Glückwunsch.

vor 24 Minuten schrieb Mannsi:

Folgende Möglichkeiten. Ich denke mal laut...

A) Mieterhöhungsverlangen: Dabei stell sich die erste Frage: Ist das Schreiben auch zugestellt, wenn der Mieter keinen Briefkastenschlüssel hat, weil er Ihn nie abgeholt hat?

-> Da er sich daraufhin nicht melden wird (wie auch) ist dann die Klage auf Zustimmung vorprogrammiert -> daraufhin wird er ebenfalls nicht reagieren (wie auch) -> wie es dann weiter geht weiß ich nicht genau (Kündigung und raus klagen wegen zu wenig gezahlter Miete?)  -> wenn es überhaupt als zugestellt gilt.

B) Beim Amt den Sachverhalt anzeigen? Deneigentlich geht es mir auch gegen den Strich, dass jemand eine Wohnung blockiert und gleichzeitig Sozialleistungen kassiert. Gibt es hierzu eigentlich eine Verplichtung des Vermieters? -> Miete wird dann vermutlich eingestellt -> die Folge: Raus klagen.

zu A ) weißt du, ob der Mieter eine Umleitung bei der Post beauftragt hat?

Theroretisch ist der Brief damit zugestellt, da er in seinen Machtbereich gelangt ist, aber wie du schon erkannt hast.. die fehlende Zustimmung bekommst du dadurch auch nicht. Die Klage könnte deshalb aufwändig werden, ein RA berät dich dazu sicher gern. 

zu B) du bist nicht der Vertragsparterner des Jobcenters. Daher kannst du keine Auskunftsrechte und keine Anzeigepflichten.

Nimm stattdessen lieber den MV, den Zuschlag und eine BKA und geh damit zum Einwohnermeldeamt und frag dort, ob die wissen, ob er noch irgendwo gemeldet ist.

vor einer Stunde schrieb Mannsi:
Gibt es für den Vermieter eine Möglichkeit den Mieter aus der Wohnung zu bekommen?
Bzw. wird das Amt die Miete bis zum Ende aller Tage weiter zahlen, auch wenn der Mieter sich nicht meldet und auf Post nicht reagiert?

Solange der Mieter nicht verstirbt und beim Jobcenter regelmäßig die dafür notwendigen Anträge stellt, werden die weiter zahlen.

Und solange die zahlen, wird es dir erstmal an einem Kündigungsgrund mangeln.

Gruß

Matthias

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vor 2 Stunden schrieb Mannsi:

Dabei stell sich die erste Frage: Ist das Schreiben auch zugestellt, wenn der Mieter keinen Briefkastenschlüssel hat, weil er Ihn nie abgeholt hat?

Es gäbe auch die Möglichkeit der Zustellung per GV, der macht seinen Job notfalls durch öffentliche Niederlegung.

vor 2 Stunden schrieb Mannsi:

Vielen Dank für die Einschätzung.

Der Mieter hat im wesentlichen nur eine Verpflichtung: die Miete zu zahlen - er muss weder anwesend sein noch mit dem Vermieter kommunizieren!

Wenn ich Deine Darstellung richtig verstehe hast Du Dir selber ein Ei ins Nest gelegt. Du hast vermietetes Wohneigentum ersteigert ohne Dich offensichtlich, zum Beispiel beim Zwangsverwalter, über den Mieter zu erkundigen.

vor 2 Stunden schrieb Mannsi:

Nun hoffe ich auch eine Gute Idee von den Profis.

Verbuche es als Lehrgeld!

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Danke Matthias :-), Danke Arnd Uftring

vor einer Stunde schrieb Matthias Renner:

weißt du, ob der Mieter eine Umleitung bei der Post beauftragt hat?

Der Briefkasten füllt sich fleißig weiter. Daher denke ich nicht, dass er eine Umleitung eingerichtet hat.

vor 30 Minuten schrieb Arnd Uftring:

Wenn ich Deine Darstellung richtig verstehe hast Du Dir selber ein Ei ins Nest gelegt. Du hast vermietetes Wohneigentum ersteigert ohne Dich offensichtlich, zum Beispiel beim Zwangsverwalter, über den Mieter zu erkundigen.

Verbuche es als Lehrgeld!

Ja,das ist wahr. So ein "Ei"  ersteigert man dann zwangsläufig mit, wenn man nicht tief genug nachbohrt. Auch mit eingholten Informationen beim Zwangsverwalter. Dessen Aussage: "Ein ruhiger Mieter, die Miete kommt regelmäßig". <- Alles sehr weit dehnbare Begriffewie wie ich gelernt habe.

Mein Trost: die Wohnung läuft CF positiv und die Erfahrung bei dieser Art des Kaufens waren Gold wert. Da ist das "lose" Verhältnis zum Mieter mit einem weinenden Auge zu verschmerzen.

Also geduldig abwarten bis er auftaucht oder die Miete ausbleibt. ^_^

Gruß Simon :daumen:

 

 

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Mieterhöhungsverlangen über GV.. Und allgemein mal bei der Polizei eine Vermisstenanzeige schalten.. Ich weiß jetzt nicht, ob das so einfach geht.. Würde ich aber mal probieren..

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vor 2 Stunden schrieb Ray:

Mieterhöhungsverlangen über GV.. Und allgemein mal bei der Polizei eine Vermisstenanzeige schalten.. Ich weiß jetzt nicht, ob das so einfach geht.. Würde ich aber mal probieren..

So einfach geht es nicht mit einer Vermisstenanzeige, aber man kann versuchen sich bei der Polizei besorgt um den Mieter zu zeigen und dann auch die Gründe darlegen: Briefkasten füllt sich, keine Lebenszeichen, usw.

Dann wird die Polizei in aller Regel zur Anschrift fahren und versuchen Kontakt mit dem Mieter aufzunehmen. Das wird ihr auf normalem Wege auch nicht gelingen. Dann werden die Nachbarn befragt und wenn sich da auch nichts konkretes ergibt (z.B. Nachbar sagt: der Mieter ist zur Zeit im Urlaub, Krankenhaus, usw.), öffnet die Polizei in der Regel die Wohnung, weil der Verdacht besteht, dass die Person eventuell tot in der Wohnung liegt. Wenn er dann nicht tot in der Wohnung liegt, kann der Vermieter zumindest ein neues Schloss einbauen und die Schlüssel an sich nehmen. Dann muss nur noch ein Zettel an die Tür, wo der Mieter die Schlüssel abholen kann. Und schon hat man den Suchprozess umgedreht und der Hund kommt, wie gewünscht, zum Knochen. Wichtig ist hierbei, dass der Vermieter sich in den Öffnungsprozess anschließt und z.B. der Polizei anbietet, sich um ein neues Schloss zu kümmern. Das erspart der Polizei Wartezeiten und sie nehmen das in der Regel gerne an.

Weiterhin ist wichtig, dass man bei der Polizei nicht zu viele Details erzählt, z.B. dass der Mieter auch sonst schlecht zu erreichen ist, er wahrscheinlich gar nicht mehr in der Wohnung wohnt, man ihn nur sprechen möchte, um Mietdetails zu klären, usw. Einfach sagen: Briefkasten ist voll, Nachbarn haben ihn seit längerem nicht gesehen (das sollte man im Vorfeld bei den Nachbarn tatsächlich erfragen), man befürchte, dass er tot/hilflos in der Wohnung liegen könnte (was ja auch nicht auszuschließen ist).

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vor 19 Minuten schrieb Eduard Hange:

So einfach geht es nicht mit einer Vermisstenanzeige, aber man kann versuchen sich bei der Polizei besorgt um den Mieter zu zeigen und dann auch die Gründe darlegen: Briefkasten füllt sich, keine Lebenszeichen, usw.

Dann wird die Polizei in aller Regel zur Anschrift fahren und versuchen Kontakt mit dem Mieter aufzunehmen. Das wird ihr auf normalem Wege auch nicht gelingen. Dann werden die Nachbarn befragt und wenn sich da auch nichts konkretes ergibt (z.B. Nachbar sagt: der Mieter ist zur Zeit im Urlaub, Krankenhaus, usw.), öffnet die Polizei in der Regel die Wohnung, weil der Verdacht besteht, dass die Person eventuell tot in der Wohnung liegt. Wenn er dann nicht tot in der Wohnung liegt, kann der Vermieter zumindest ein neues Schloss einbauen und die Schlüssel an sich nehmen. Dann muss nur noch ein Zettel an die Tür, wo der Mieter die Schlüssel abholen kann. Und schon hat man den Suchprozess umgedreht und der Hund kommt, wie gewünscht, zum Knochen. Wichtig ist hierbei, dass der Vermieter sich in den Öffnungsprozess anschließt und z.B. der Polizei anbietet, sich um ein neues Schloss zu kümmern. Das erspart der Polizei Wartezeiten und sie nehmen das in der Regel gerne an.

Weiterhin ist wichtig, dass man bei der Polizei nicht zu viele Details erzählt, z.B. dass der Mieter auch sonst schlecht zu erreichen ist, er wahrscheinlich gar nicht mehr in der Wohnung wohnt, man ihn nur sprechen möchte, um Mietdetails zu klären, usw. Einfach sagen: Briefkasten ist voll, Nachbarn haben ihn seit längerem nicht gesehen (das sollte man im Vorfeld bei den Nachbarn tatsächlich erfragen), man befürchte, dass er tot/hilflos in der Wohnung liegen könnte (was ja auch nicht auszuschließen ist).

Genauso hatte ich schonmal einen Fall. Habe allerdings das Schloss selber aufgebohrt und einen passenden Schließzylinder schon parat liegen. Gefunden hatte ich den Mieter nicht, aber danach wieder Schlüsselgewalt über die Wohnung.

Edited by Jägermeister

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vor 15 Minuten schrieb Jägermeister:

Genauso hatte ich schonmal einen Fall. Habe allerdings das Schloss selber aufgebohrt und einen passenden Schließzylinder schon parat liegen. Gefunden hatte ich den Mieter nicht, aber danach wieder Schlüsselgewalt über die Wohnung.

Und wie ist das ausgegangen?

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Zulange Geschichte. Nach 3 Gerichtsverhandlungen und angestrebte Betreuung für den Mieter ist er in ein betreutes Wohnheim gekommen. Er würde damals mittels Berliner Räumung der Wohnung verwiesen. Mietrückstände sind jeden Monat pünktlich vom Berufsbetreuer incl. Zinsen und RA Kosten gezahlt. worden. Insgesamt über einen Zeitraum von 9 Jahren abgestottert. Habe dabei sehr viel Erfahrung sammeln können. Ich weiß jetzt das man nicht einfach die Heizungs Rohre kappen darf. Oder auch nicht den Mieter mit einem Besen die Treppe runter schicken darf oder auch nicht in seinen Kellerraum darf ohne Zustimmung. (Wusste ich vorher auch schon) Hat mir 3 Anzeigen gekostet. Sind zwar alle im Sand verlaufen weil wohl kein öffentliches Interesse da war. 1 Jahr ohne Mietzahlungen. Er hat mich sehr geärgert und es war nicht einfach mit uns beiden. Lass mir halt nicht gerne auf der Nase Rum tanzen.

Edited by Jägermeister
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vor 5 Stunden schrieb Jägermeister:

Genauso hatte ich schonmal einen Fall. Habe allerdings das Schloss selber aufgebohrt und einen passenden Schließzylinder schon parat liegen. Gefunden hatte ich den Mieter nicht, aber danach wieder Schlüsselgewalt über die Wohnung.

Das wäre ein Anfang.

Die Variante von Eduard Hange finde ich irgendwie sympathisch.:D Möglich, dass es funktioniert.

Und hoffentlich nicht wahr ist ... Sowas würde man allerding -so denke ich- riechen.

 

 

 

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vor 50 Minuten schrieb Mannsi:

Die Variante von Eduard Hange finde ich irgendwie sympathisch.:D Möglich, dass es funktioniert.

Und hoffentlich nicht wahr ist ... Sowas würde man allerding -so denke ich- riechen.

In der Regel klappt das, wenn du die oberen von mir angesprochenen Punkte beachtest. Die Polizei muss das Gefühl haben, dass da entweder eine Gefahr für die Person besteht oder die Person wohlmöglich bereits tot in der Wohnung ist. Und bei einem überquellenden Briefkasten, den Angaben der Nachbarn und des Vermieters, ist dieses Gefühl eigentlich recht schnell hervorgerufen.

In der Regel würde man das irgendwann im Flur riechen. Wenn jedoch die Zwischentüren zu sind und/oder ein Fenster auf Kipp steht, dann eher nicht.

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