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Arnd Uftring

Kein Problem

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Bei diesen Worten durchzuckt es mich regelmäßig, ist doch zu erwarten, dass sich hinter einem laxen und schnell formulierten "kein Problem" ein größeres Problem versteckt oder sich zumindest aufbaut!

Seit 1994 bin ich nun in unterschiedlichen Funktionen in der Immobilienbranche und in all den Jahren gab es eine Konstante: die Naivität und die Sorglosigkeit mit der Menschen Immobilien kaufen!

Der Kauf eines Handys, Autos oder einer Waschmaschine wird in der Regel "von langer Hand" vorbereitet - man liest Testberichte, macht Probefahrten, befragt Freunde, nimmt die Geräte in die Hand, etc. Kurzum, man beschäftigt sich ausgiebig und lange vor dem Kauf mit dem Objekt der Begierde.

Bei Immobilien ist das interessanterweise anders, hier spricht sich eine breite Schicht eine natürliche Kompetenz zu. Notarvertrag, Bau- und Leistungsbeschreibung, Grundbuchauszug, Baulastenverzeichnis, Bebauungsplan, Wohnungsbindungsgesetz, WEG, etc. - alles kein Problem! Und das, obwohl die meisten Käufer in ihrem Leben bisher keine Berührungspunkte hiermit hatten.

Eine kleine Anekdote:

Vor vielen Jahren habe ich mit Freunden in der Nähe von Kaiserslautern Häuser und Wohnungen gebaut. Mit einem unserer Käufer saß ich beim Notar zur Beurkundung des Kaufvertrags, ein relativ komplexes Werk mit Bau- und Leistungsbeschreibung. Der Notar fragte, ob er alles verstande habe - der Käufer wollte sich keine Blöße geben (es war sein erster Notarvertrag) und antwortete schnell "ja" ! Er hatte nur eines zu bemängeln - wir hatten die zugesagte Mikrowelle im Bestandsverzeichnis vergessen!

Der gleiche Käufer hat dann auch die Bauendabnahme persönlich gemacht (er war nicht vom Fach) - und er ist und war damit nicht alleine!

Und, macht es klick?

Mein Appell an alle, die sich nicht (semi-) professionell mit Immobilien beschäftigen:

Macht Euch fachlich fit und falls das nicht möglich ist holt Euch eine professionelle Begleitung. Glaubt um Gottes willen nicht, dass das alles "kein Problem" ist! Profis aber auch Anwälte, Steuerberater und Notare gehen regelmäßig, teilweise mehrfach pro Jahr zu Weiterbildungen - alles "kein Problem"?

Das Immobiliengeschäft ist ein Marathon und kein Sprint - die Fehler von heute fallen Euch erst in einigen Jahren vor die Füsse, da ist der Jubel um den "tollen Deal" schon lange verklungen!

Diese Zeilen werden nun x-mal gelesen und viele werden sich denken "mich betrifft das nicht" - in sehr vielen Fällen, auch in diesem Forum, ist das schon der erste Fehler!

PS.: Interessanterweise habe ich noch keinen Profi erlebt, der glaubt, alles alleine machen zu können. Profis holen sich professionelle Hilfe, Laien versuchen in der Regel alles alleine zu machen - auch wenn sie davon keine Ahnung haben!

 

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@Arnd Uftring: genauso ist es, aber GEIZ ist GEIL, und dann spare ich mir lieber die paar hundert Euro für Fachleute. Und wundere mich dann, dass mir die Fehler richtig schwer auf die Füsse fallen. Save the penny und pay the pound.

Auch hierzu eine kleine Anekdote: in einer Zwangsversteigerung saß eine ausländische Familie und hat mitgesteigert. Der Leiter der Versteigerung hat deutlich und mehrmals darauf hingewiesen, dass ein Recht im Wert von ca. 100.000€ bestehen bleiben würde. Die Familie hat geboten und geboten, und hat am Schluss zu einem W E I T überhöhten Preis den Zuschlag bekommen. Die überraschten Gesichter im Verteilungstermin hätte ich sehen mögen.

Ganz heftig wird es manchmal bei Teilungsversteigerungen, wo idR Rechte bestehen bleiben.

Selbst ich bin nicht unerfahren in diesem Bereich, aber erlebe doch immer wieder Dinge, die mich überraschen und schnell verstummen lassen, wenn ich es nicht klar einordnen kann. 

 

Edited by ekki54

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@Arnd Uftring  sagt wie so oft das wesentliche. Um der absolut gottgleiche INvestor zu sein, müsste man Steuerberater, Fachanwalt für Miet-, Vertrags, Immobilien-, Insolvenz, und Finanzierungsrecht, Baumeister, Bausachverständiger, Architekt, Sanierungsexperte, Makler, Banker,  .....in Personalunion sein. Das geht nicht - und falls es so einen menschen geben sollte, dann mache ich freiwillig drei mal einen Kotau vor dieser Persönlichkeit.

 

Ich kann alles unterschreiben: lest Bücher, abonniert Fachzeitschriften wie die IZ u.ä., besucht Messen und holt euch die Spezialisten an Bord. Die Kosten dafür sind in der Relation zu einem möglichem Desaster minimal und lassen sich wunderbar von der Steuerbemessungsgrundlage absetzen. Und stellt Fragen - auch wenn euch die Profis am liebsten schon die Zunge rausreißen wollen vor lauter Fragestellungen. Es ist NOTWENDIG.

Edited by Georg J. Heininger

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In diesem Zusammenhang stellt sich ohnehin die Frage woran man selbst seinen Mehrwert sieht. Ich denke es kann niemand bestreiten dass man nicht für alles Fachmann sein kann auch wenn sich das manche so vorstellen. Dafür ist das Thema einfach zu komplex.

Man muss sich mal anschauen wie erfolgreiche Unternehmen heute operieren. Niemand macht dort wirklich noch alles in der Wertschöpfungskette. Bevor ich überhaupt ernsthaft in Immobilien investiere, würde ich mich fragen wo ich mich denn selbst positionieren will. Habe ich einen guten Draht im Einkauf und komme günstiger an Objekte als die Konkurrenz? Bin ich handwerklich begabt und kann vieles selbst renovieren? Bin ich ein kreativer Kopf und sehe Lösungen, die andere nicht erkennen? Und so weiter. Wenn ich das verstanden und mich festgelegt habe, geht es darum die anderen Bereiche sogut es geht auszulagern und das eigene Netzwerk aufzubauen. Und dabei muss man eben verstehen, dass man selbst nicht alles wissen kann und sich darauf verlassen muss. Und eben auch, dass guter Rat nicht immer billig sein wird. Aber wenn man seine Kernkompetenz gefunden und gegen den Markt ausspielen kann spielt das eine untergeordnete Rolle.

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vor 2 Stunden schrieb ekki54:

genauso ist es, aber GEIZ ist GEIL,

Mir geht es hierbei weniger um "Geiz ist geil" sondern vielmehr um die, wie ich es oben genannt habe, "natürliche Kompetenz", die sich sehr viele beim Thema Immobilienkauf zuschreiben. Um professionelle, kostenpflichtige Hilfe in Anspruch zu nehmen braucht es die Erkenntnis der "Bedürftigkeit" - und hieran scheitert es!

Der Satz "Der Makler schliesst ja nur die Tür auf" zeigt nicht nur eine Geringschätzung der Maklertätigkeit sondern auch der Thematik an sich. Gemeint ist "die Tür kann ich alleine aufschliessen und der Rest ist eh ganz einfach (dafür brauche ich niemanden)"!

Jeder wohnt halt irgendwo - also glaubt auch (fast) jeder mitreden zu können!

Edited by Arnd Uftring

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Ich stimme euch prinzipiell bei allem zu...

 

aber würdet ihr bei allem einen Experten hinzuziehen?    Bei schweren Sachen klar, aber bei einfach ETWs, wo es keine Auffälligkeiten in den Protokollen gibt: wie seht ihr es da?

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