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envriel

ohne Ehevertrag: Zugewinngemeinschaft als Risiko für den Investor

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Hallo Immopreneure,

es geht um die Eheschließung und rational betrachtet um die Möglichkeiten eines Investors, Risiken für sein Portfolio auszuschließen.

Dieser Beitrag soll und kann keine Rechtsberatung ersetzen. Trotzdem freue ich mich über Eure Erfahrungen und Anregungen.

Nehmen wir für die Fragen einmal folgende Grundsituation an: 
Ein Ehepartner ist Alleineigentümer & Darlehensnehmer bzw. Antragsteller. Dieser "Investor" trifft alle Entscheidungen und trägt alle Risiken selbst und persönlich (keine Personen- oder Kapitalgesellschaft).
Der andere Ehepartner will keine Risiken eingehen und muss auch nicht unmittelbar vom Vermögensaufbau und der Wertsteigerung des "Investors" profitieren.

1) Für den notariell beurkundeten Ehevertrag soll der Ausgleich der Zugewinngemeinschaft im Falle einer Scheidung ausgeschlossen werden.
Kann der Investor generell den Ausgleich der Zugewinngemeinschaft ausschließen, d.h. für alle Objekte, die er vor Eheschließung oder während der Ehe gekauft/geerbt hat?

2) Was würde passieren, wenn die Zugewinngemeinschaft nicht ausgeschlossen wird?

Beispiel A)  Immobilie wird vor Eheschließung gekauft
  Zugewinn = Verkehrswert am Tag der Zustellung des Scheidungsantrages - Verkehrswert bei Eheschließung

Beispiel B)  Immobilie wird innerhalb der Ehe gekauft
  Zugewinn = Verkehrswert am Tag der Zustellung des Scheidungsantrages - Kaufpreis (=Verkehrswert?)

Vom Zugewinn muss dann dem anderen Ehepartner die Hälfte ausgezahlt werden. Welche Auswirkungen hat das? Muss der "Investor" nun
weitere Kredite aufnehmen oder einen Teil seines Portfolios veräußern um auszahlen zu können, oder gibt es noch andere Lösungen?

3) Stellt es auch aus Sicht der Bank ein erhöhtes Risiko dar, wenn der Investor sich in der Zugewinngemeinschaft befindet und kann daran eine Finanzierung scheitern?

Viele Grüße

Nils

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Ich denke das der Zugewinn frei verhandelbar ist mit dem Expartner, solange man noch miteinander reden kann. Ob es nun eine Bargeldsumme oder ein Teil des Immobilien Vermögen ist. Auch Teilzahlung oder erhöhter Unterhalt ist möglich. Grundsätzlich denke ich besteht allerdings ein Ausgleich mit Geld. Da muss man sich halt aussuchen was das beste ist. Und die Sache mit viel Feingefühl angehen. Oder vorab alles klären.

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Hallo Nils,

meiner Meinung nach wird im Ehevertrag Gütertrennung vereinbart und somit Zugewinngemeinschaft ausgeschlossen.  Das gilt dann für alle Vermögenswerte, die während der Ehe hinzugekommen sind. Was vor der Ehe angeschafft wurde, bleibt sowieso bei dem jeweiligen Ehepartner und fällt nicht unter den Zugewinn. Ich glaube, dass erben auch nicht dazu gehört.  Aber wie das genau funktioniert, weiß ich allerdings auch nicht, wenn aus einem Erbe während der Ehe ein großer Mehrwert geschaffen wird.

Im Zweifelsfall musst du etwas verkaufen oder Kredit aufnehmen um den Partner auszuzahlen.

Die Banken sehen es gar nicht gerne, wenn man in einer Zugewinngemeinschaft lebt und nur einer den Darlehensvertrag unterschreibt, die wollen auch den Ehepartner im Darlehensvertrag. Also ich zumindest musste meinen Ehevertrag vorzeigen, dann war es ok, als alleiniger Darlehensnehmer.

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Gilt auch für Schulden, die vor der Ehe gemacht wurden. Kann der Ehepartner auch alleine behalten :D

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vor 18 Stunden schrieb AnneB:

Die Banken sehen es gar nicht gerne, wenn man in einer Zugewinngemeinschaft lebt und nur einer den Darlehensvertrag unterschreibt, die wollen auch den Ehepartner im Darlehensvertrag. Also ich zumindest musste meinen Ehevertrag vorzeigen, dann war es ok, als alleiniger Darlehensnehmer.

Das ist genau die Konstellation für meine 3. Frage. Nur ein Ehepartner ist bereit, in Immobilien zu investieren. Er wird dadurch ausgebremst, dass er in der gesetzlichen Zugewinngemeinschaft lebt. Allein schon aus diesem Grund macht es Sinn, einen Ehevertrag zu schließen. Würde der Bank es ausreichen, wenn der "Ausgleich der Zugewinngemeinschaft" nur für den Scheidungsfall ausgeschlossen wird? Kennt sich hier jemand aus?

Ansonsten bedanke ich mich schon einmal für die Antworten. Natürlich polarisiert das Thema etwas. Da könnten auch Kommentare folgen wie "Ach, was ist das unromantisch!" oder "Wenn Du schon vor der Ehe an eine mögliche Scheidung denkst, solltest Du gar nicht heiraten...". Ich finde super, dass so etwas hier nicht kommt. Ein Investor muss m.M.n. vorausschauend denken und echte Risiken bei seinen Entscheidungen berücksichtigen.

 

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Was @AnneBsagt kenne ich auch genau so..

 

Ich finde das auch richtig.. Ehevertrag mit Gütertrennung.. Und sogsr Ausschluss vom Zahlungen von Alimenten bzw. Unterhslt für fen Partner.. So kannst du auch die Regeln missbrauchen.. Kriegt ihr irgendwann Probleme und verliert alles könnt ihr euch scheiden lassen, bleibt als Paar zusammen und du gehst in die private Insolvenz.. 6 Jahre lang und sie kann dann normal arbeiten gehen während du nur minderwertig bezahlte Jobs machst..

 

Ist jetzt nichts woran man denken soll bzw. was man machen muss.. Aber wie fu schon so schön sagtest, als Investor bitte alles mögliche im Voraus versuchen zu bedenken..

 

Also im Großen & Ganzen einen Ehevertrag vereinbaren mit Gütertrennung.. Alles davor ist eh deins.. Würde ich aber beim Notar erwähnen, dass auch dies schriftlich berücksichtigt werden soll.. Dies soll auch für den Wert, als auch für den Mehrwert gelten..  Wenn dasnalles so im Vertrag steht, dann hast du es schriftlich und keine Probleme mehr.. Weder bei Neufinanzierung andere Objekte, noch bei Anachlussfinanzierungen, noch bei Trennung etc.

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Gütertrennung  ist normalerweise nicht erforderlich und zumindest steuerlich kontraproduktiv, da keine gemeinsame Veranlagung möglich ist.

Es reicht die sogenannte modifizierte Zugewinngemeinschaft. Bei dieser legen die Eheleute fest, welche Gegenstände vom Zugewinn abgeschlossen werden sollen. Das kann man durch eine einfache Liste als Anhang zum EheVertrag machen. Hier kann man Gegenstände, (Schmuck, Autos, Immobilien..) aber auch Ansprüche ( Renten, Unterhalt, Betriebsrente..) klären.

 

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Bei der modifizierte Zugewinngemeinschaft werden  nun gem. Vertrag Vermögenswerte ausgeschlossen. Dies ist z.b. bei Erbschaften wichtig.  Erbschaften sind zwar schon Kraft gesetz vorvermoegen und nicht zu teilen aber der Zugewinn schon.

Beispiel : Erbe nach dem Niederstwert Haus 100.000 Verkauf während der Ehe zu 180.000 Ausgleichspflichtiger Zugewinn :80.000€. => 40.000€ Ausgleichszahlung erforderlich.

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Sachen, die im Verlauf der Ehe von einem Ehepartner angeschafft werden, gehören immer dem Käufer allein. Es macht daher Sinn, die Liste von Zeit zu Zeit aktualisieren.

Bei Unterhaltungs ausschluessen etc insbesondere wenn Kinder vorhanden sind, sollte eine spezialisierte Kanzlei aufgesucht werden.

Hier gibt es einige Fallstricke zu beachten, die zur Nichtigkeit des Vertrages führen könnten. 

Von daher besser nur regeln, was wirklich nötig ist und dem anderen ansonsten ni hat die Butter auf dem Brot missgoennen. Immerhin ist man verheiratet.

 

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Man kann vorher aber auch im Nachhinein noch eine Gütertrennung vereinbaren. Unterhaltszahlungen auszuschließen oder zu modifizieren kann ich nicht empfehlen. Lt. meinem Notar ändern sich die Rechtsprechung jährlich ab. Es könnte passieren, das solche Verträge irgendwann nichtig sind. Eine Gütertrennung hingegen ist immer möglich

BtW. Offtopic aber Ich finde, wenn man zusammen gelebt hat und vieles zusammen erlebt hat, dann ist es irgendwo asozial den anderen einfach links liegen zu lassen und nichts zahlen zu wollen. Gütertrennung kann ich nachvollziehen aber dieses "kein Unterhalt zahlen" eben nicht.
Vor allem wenn man gemeinsame Kinder hat, sollte man seiner Verpflichtung nachkommen.

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vor 55 Minuten schrieb Akkarin:

Gütertrennung  ist normalerweise nicht erforderlich und zumindest steuerlich kontraproduktiv, da keine gemeinsame Veranlagung möglich ist.

Edited by Jb007

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irgendwie kann ich in den Text da oben nicht reinschreiben,
Hier die Frage, die ich stellen wollte:
Hat sich das geändert?
Da das Ehegattensplitting nach wie vor möglich ist, auch mit Gütertrennung

Edited by Jb007

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vor einer Stunde schrieb Akkarin:

Gütertrennung  ist normalerweise nicht erforderlich und zumindest steuerlich kontraproduktiv, da keine gemeinsame Veranlagung möglich ist.

Das kann ich nicht bestätigen - lies mal § 26 EStG. Das Veranlagungswahlrecht zur Zusammenveranlagung erfordert lediglich, dass beide Ehegatten in dem jeweiligen Jahr unbeschränkt einkommensteuerpflichtig waren und nicht dauernd getrennt lebten, wobei es ausreicht, wenn die Voraussetzungen zu Beginn des Jahres vorgelegen haben oder im Laufe des Jahres eingetreten sind.

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vor 11 Minuten schrieb Jb007:

irgendwie kann ich in den Text da oben nicht reinschreiben,
Hier die Frage, die ich stellen wollte:
Hat sich das geändert?
Da das Ehegattensplitting nach wie vor möglich ist, auch mit Gütertrennung

Du hast Recht. Ich hab mich gerade steuerrechtlich selbst ausgetrickst.

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Gütertrennung ist meist das einfachste. Hindert einen nicht an gemeinsamen Investments.

Unterhalt für die Kinder kann man nicht ausschließen (und mal ehrlich. wer will das schon?). Die Frau hat, sobald das Kind 3 Jahre alt ist, keinen Anspruch auf Unterhalt mehr...

Meine Lösung: Gütertrennung (damit ist der Versorgungsausgleich ausgeschlosssen).

Unterhalt an Kinder 20% über Düsseldorfer Tabelle...

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vor 50 Minuten schrieb 79115Freiburg:

Gütertrennung ist meist das einfachste. Hindert einen nicht an gemeinsamen Investments.

Unterhalt für die Kinder kann man nicht ausschließen (und mal ehrlich. wer will das schon?). Die Frau hat, sobald das Kind 3 Jahre alt ist, keinen Anspruch auf Unterhalt mehr...

Meine Lösung: Gütertrennung (damit ist der Versorgungsausgleich ausgeschlosssen).

Unterhalt an Kinder 20% über Düsseldorfer Tabelle...

Genau so!

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Guest
Am 20. Juli 2016 um 20:18 schrieb Akkarin:

Gütertrennung  ist normalerweise nicht erforderlich und zumindest steuerlich kontraproduktiv, da keine gemeinsame Veranlagung möglich ist.

Es reicht die sogenannte modifizierte Zugewinngemeinschaft. (...)

Das stimmt nur teilweise.

Richtig ist, dass man heute eigentlich keine Gütertrennung mehr macht, sondern den Zugewinn (nur) für den Fall der Scheidung modifiziert. 

Der Grund hat aber nichts mit steuerlicher Veranlagung zu tun, sondern damit, dass die modifizierte ZGG gegenüber der Gütertrennung den Vorteil hat, dass man die Möglichkeit behält, steuerfrei und jederzeit Zugewinn auszugleichen und so Vermögen auf den Ehepartner zu übertragen. Außerdem wirkt sich die Gütertrennung im Verhleich zur ZGG ungünstig bei Pflichtteilsansprüchen aus. Außerdem soll im Fslle des Todes regelmäßig der Ehepartner  profitieren.

Daher gilt bei dem meisten Ehen, dass Gütertrennung eine schlechte Lösung wäre.

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Guest
Am 21. Juli 2016 um 17:27 schrieb 79115Freiburg:

Meine Lösung: Gütertrennung (damit ist der Versorgungsausgleich ausgeschlosssen).

Güterstand und Versorgungsausgleich haben nichts miteinander zu tun.

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vor 23 Stunden schrieb ShaiHulud79:

Das stimmt nur teilweise.

Richtig ist, dass man heute eigentlich keine Gütertrennung mehr macht, sondern den Zugewinn (nur) für den Fall der Scheidung modifiziert. 

Der Grund hat aber nichts mit steuerlicher Veranlagung zu tun, sondern damit, dass die modifizierte ZGG gegenüber der Gütertrennung den Vorteil hat, dass man die Möglichkeit behält, steuerfrei und jederzeit Zugewinn auszugleichen und so Vermögen auf den Ehepartner zu übertragen. Außerdem wirkt sich die Gütertrennung im Verhleich zur ZGG ungünstig bei Pflichtteilsansprüchen aus. Außerdem soll im Fslle des Todes regelmäßig der Ehepartner  profitieren.

Daher gilt bei dem meisten Ehen, dass Gütertrennung eine schlechte Lösung wäre.

Die modifizierte Zugewinngemeinschaft für den Scheidungsfall wäre für das Ausgangsszenario wohl die beste Lösung. Somit gäbe es weniger Streit um Vermögen, weil kein Ehepartner dem anderen "etwas wegnehmen" oder "über den Tisch ziehen" könnte. Egal ob erworben, geschenkt oder geerbt: Jeder behielte sein individuelles Vermögen, unabhängig von dessen (Verkehrs-)Wert bei Scheidung.

Der "nicht investierende" Ehepartner ginge kein Risiko ein, da er weder Vertragspartner gegenüber Gläubigern, noch Miteigentümer der Liegenschaften wäre. Er hätte selbst keinen Aufwand(Geld und Zeit) für die Instandhaltung, Verwaltung und Neuvermietung dieser Liegenschaften. Trotzdem blieben im Todesfall die erbschaftssteuerrechtlichen Vorteile der Zugewinngemeinschaft gegenüber einer Gütertrennung bestehen.

Bei gemeinsamen Vermögen, z.B. der selbst genutzten Immobilie mit Grundbucheintrag beider Ehepartner behielte jeder die Hälfte.

Kindesunterhalt ist (wie schon festgestellt) gesetzlich geregelt und natürlich Pflicht! Die Höhe wäre vom Einkommen des unterhaltspflichtigen Ex-Ehepartners und nicht unmittelbar von dessen Vermögen abhängig.

Vielen Dank für die zahlreichen guten Antworten!

Edited by envriel

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