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  1. 1 point
    Bei meiner morgendlichen Zeitungslektüre (Leipziger Volkszeitung) bin ich über folgenden Artikel gestoßen und frage mich: was ist da schief gelaufen? Speziell, dass die Immobilie mit Grundschuld übernommen wurde und sich anschließend rausgestellt hat, dass noch eine weitere Gläubigerin existiert. Wenn ich im KV einen lastenfreien Verkauf vereinbare, kann das doch gar nicht passiere, oder liege ich da falsch? Artikel aus LVZ vom 6. Mai 2020: "Dass man bei einem Hauskauf in Leipzig sein blaues Wunder erleben kann, hat Beatrix Barich erfahren. Die 51-Jährige stammt aus München, lebt mit ihrem Mann aber auf Korsika. 2019 hatte sie sich nach einer Immobilie in Leipzig umgeschaut, weil ihre Tochter hier wohnt. Preise aus München gewöhnt Im Internet stieß sie auf eine Anzeige eines Immobilienmaklers aus Thüringen, der ein unsaniertes, leerstehendes Mehrfamilienhaus in Leipzig-Wahren anbot. Der Preis: 350 000 Euro. Die Fläche: sieben Wohnungen auf 355 Quadratmetern. Am 7. Februar gab es einen Besichtigungstermin vor Ort – mit dem Makler aus Thüringen. Da das 1935 erbaute Haus originale Türen, Treppen und Dielen hat, auch über einen schönen Garten verfügt, schien das Angebot fair zu sein. Erst recht im Vergleich zu Preisen in München. Schnell wurde man sich über einen Kauf für 340 000 Euro einig und für den 20. März ein Notartermin in Leipzig vereinbart. Vorab schickte der Notar einen Vertragsentwurf. Aus dem ging jedoch hervor, dass das Objekt mit Grundschulden belastet ist. Konkret waren es 450 000 Euro Grundschuld für den Geschäftsführer einer Immobilienfirma aus Dortmund sowie eine Zwangssicherungshypothek über 187 500 Euro für die Stadt Leipzig. Die Schulden lagen also rund 300 000 Euro über dem Kaufpreis. Auf Nachfrage habe ihr der Makler trotzdem versichert, das alles in Ordnung sei, so Barich. Er kenne den Eigentümer – einen 73-jährigen Herrn aus der Lausitz – gut. Dieser hantiere oft mit hohen Summen und werde die Schulden bald tilgen. „Ich sollte mir keine Sorgen machen. Er hätte schon viele Geschäfte mit ihm gemacht und das hätte auch immer geklappt. Ich habe ihm das geglaubt, es war sehr naiv von mir.“ Der Eigentümer sei dann verspätet beim Notar erschienen und habe ihr dubiose Spekulationsgeschäfte angeboten. „Er hätte da eine todsichere Methode, um mein Geld – bis es zum Verkauf kommt – zu verdoppeln. Darauf habe ich mich natürlich nicht eingelassen. Ich habe den Notarvertrag um den Eintrag ergänzt, sollte der Verkauf durch Verschulden des Verkäufers nicht zustande kommen, muss dieser mir die entstandenen Kosten für Makler (18 207 Euro), Notar (2837 Euro) und Gebühren erstatten.“ Der Eigentümer habe zugestimmt und behauptet, dies sei ja selbstverständlich. Der Kaufpreis sollte erst fließen, wenn die Grundschulden getilgt sind. Doch Letzteres geschah nie. Am 3. Juni bekam Barich Nachricht vom Notar, dass für „ihr“ Haus ein Zwangsversteigerungsverfahren läuft. Zudem tauchte im Grundbuch eine weitere Gläubigerin aus Münster auf. „Durch Nachforschungen habe ich herausgefunden, dass das Verfahren am 27. Februar bei Gericht beantragt wurde, am 4. März kam die Anordnung. Es muss dem Verkäufer also schon bei dem Notartermin am 20. März bekannt gewesen sein, dass auf dem Haus noch eine Zwangsversteigerung ansteht, was den Kauf sofort unmöglich macht.“ Offenbar habe der Notar auch keinen tagesaktuellen Grundbuchauszug vorgelegt, was nach deutschem Recht aber erlaubt sei. Nun teilte Barich dem Eigentümer mit, dass sie vom Vertrag zurücktritt. Er solle ihr wie vereinbart die Unkosten erstatten. „Das hat er bis heute nicht getan. Stattdessen schickte er mir beleidigende Nachrichten: Ich sei hässlich und dumm.“ Derweil bekam sie eine Aufforderung von der Stadt Leipzig, die Zwangssicherungshypothek über 187 500 Euro zu bezahlen. Der Freistaat Sachsen pfändete ihr Konto, weil sie die Grunderwerbssteuer (11 900 Euro) nicht rechtzeitig überwies. Diese Steuer wird nach Abschluss des Notarvertrages fällig – nicht erst beim Grundbucheintrag. Der Bescheid und eine Mahnung trafen aber wegen Problemen bei der Postnachsendung nach Korsika nicht rechtzeitig ein. Später erhielt sie die Steuersumme erstattet. Staatsanwalt: Nichts Strafbares Im Februar 2020 fand schließlich die Zwangsversteigerung in Leipzig statt. Gemäß eines Verkehrswertgutachtens vom Mai 2019 lag das Mindestgebot bei nur 153 000 Euro, berichtet Barich. Den Zuschlag erhielt jener Geschäftsführer aus Dortmund, dem schon die Grundschuld über 450 000 Euro gehörte. „Er hat den Preis in die Höhe getrieben und das Haus dann, gewollt oder nicht gewollt, für 360 000 Euro selbst erworben. Danach hat er mir mitgeteilt, ich könne ihm das Haus für 340 000 Euro abkaufen. Ich habe abgelehnt, das war mir zu dubios.“ Obwohl Barich einen Anwalt einschaltete, blieb sie auf Kosten von 33 000 Euro für Makler, Notar, Gebühren, Auslagen sitzen. Eine Anzeige wegen Betrugs gegen den Ex-Besitzer wurde abgewiesen. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hatte der Senior aus der Lausitz nichts Strafbares getan, denn ein Verkauf wäre noch bis zum Tag der Zwangsversteigerung zulässig gewesen. Beatrix Barich sieht es anders: Laut Gesetz gelte ab dem Beschluss zur Anordnung der Zwangsversteigerung ein Veräußerungsverbot. Sie möchte alle Nicht-Profis im Immobilienmetier nun davor warnen, ein Grundstück zu kaufen, das nicht frei von Grundschulden ist. „In Frankreich könnte ein Vertrag unter solchen Umständen gar nicht zustande kommen.“ Nach dem Bezahlen des teuren Lehrgeldes in Leipzig wolle sie lieber ein Haus auf Korsika erwerben. „Von Deutschlands wildem Osten habe ich erst mal genug.“ "
  2. 1 point
    Wir sind bei Haus & Grund Frankfurt am Main mit über 10.000 Mitgliedern der zweitgrößte Verein in Deutschland. Wir haben per Newsletter eine Umfrage zum Thema gestartet, die sehr aufschlussreich ist: Mehr als 1.000 private Vermieter sind dem Aufruf gefolgt. Zentrales Ergebnis der Umfrage: Die Corona-Krise hat bei privaten Vermietern von Wohnungen und Gewerbeflächen schon im April zu Mietausfällen geführt. 14 Prozent der Befragten im Bereich Wohnungsvermietung berichteten von nicht gezahlten Mieten, zwölf Prozent der Vermieter von Gewerbeflächen verzeichneten Ausfälle. Diese Mindereinnahmen summierten sich bei den Befragten auf zusammen etwa 950 000 Euro. Nur ein Drittel der Wohnraummieter habe die Vermieter informiert, dass sie für April keine Miete zahlen. Davon habe nur gut ein Fünftel ihre finanziellen Engpässe nachgewiesen. Über unsere Umfrage und die Forderung von Haus & Grund Frankfurt am Main e. V. nach einem „Sicher-Wohnen-Fonds“ berichteten die Immobilienzeitung, die FAZ, die FNP sowie die Frankfurter Rundschau. Alle Ergebnisse findet Ihr hier: https://verein.haus-grund.org/2020042_umfrage.html Vielleicht erwähnenswert: Wir haben in Frankfurt ziemlich hohe Mieten. Die Umfrage wird für Mai wiederholt.
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