Fritz Freizeit

Falschaussage des Notars

14 Beiträge in diesem Thema

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin gerade sehr ratlos. Ende des Jahre 2016 habe ich ein Grundstück für ein MFH erworben. Bei der Vertragsunterzeichnung wurde von mir und meiner Frau explizit gefragt,

ob es sich bei diesem Grundstückspreis wie schon vorab mit dem Verkäufer besprochen um ein vollerschlossenes Grundstück handelt. 

Also, ob zu dem Kaufpreis noch mehr hinzu kommt als die üblichen Gerichtskosten, Notar,...

Dies hat der Notar in beisein meiner Frau und dem Verkäufer mit NEIN beantwortet, das einzige was später gezahlt werden muß, sind die Erschließungskosten für das Grundstück an die öffentliche Straße. Was in meinen Augen ja absolut normal ist. (Vom Haus zur Straße)

Das interessante ist halt, das 9 Grundstückskäufer gerade genauso überrascht sind wie ich, das da ne Rechnung  für den Anschluß an die öffentliche Kanalisation von 8€ qm reingeflattert ist. Alle Käufer habe die gleiche Frage gestellt und diese selbe Antwort erhalten.

Den 10. Grundstückseigentümer haben wir noch nicht kontaktieren können.

Haben wir eine Chance den Notar zur Rechenschaft zu ziehen?

 

 

 

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Ich bin davon ausgegangen das der Notar den Vertrag kennt und mir meine Frage daraufhin richtig beantworten kann. Wenn er diese Frage nicht genau beantworten kann, dann dürfte mir der Notar doch auf meine Frage keine Antwort geben, bzw. wenn er sich nicht sicher ist was er da vorliest, dann hätte er sich ja noch mal den Vertrag genau durchlesen können und mir dann eine verbindliche Antwort geben können? Evtl. habe ich ja tatsächlich vom Beruf des Notar ein falsches Bild. 

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Arnd deutet es schon an, der Notar hat mit dem Objekt nichts zu tun, sondern setzt den Formzwang durch.

Im Prinzip ist er lediglich dafuer verantwortlich, dass die Transaktion sauber ablaueft und der Verkaufer sein Geld und du dein Haus kriegst. Ob das Haus jetz gruen oder gelb oder in deinem Fall einen Kanalanschluss hat, ist nicht revelant. 

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Beim Kauf eines anderen Grundstücks habe ich die gleich Frage an einen Notar gestellt und die gleich Antwort erhalten. Es fallen nur die Anschlußkosten vom Haus zur Straße an. Also das was ich eh selber bezahlen muß wenn ich Telefon und Gas im Haus haben will. Sollte ich mein Haus nicht anschliessen an das öffentliche Netz, könnte ja nicht telefonieren und auch nicht unsere Toilette entleeren. Beide Grundstücke wurden mir vom Notar als vollerschlossen vorgelegt.

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vor 13 Minuten schrieb Fritz Freizeit:

Beim Kauf eines anderen Grundstücks habe ich die gleich Frage an einen Notar gestellt und die gleich Antwort erhalten. Es fallen nur die Anschlußkosten vom Haus zur Straße an. Also das was ich eh selber bezahlen muß wenn ich Telefon und Gas im Haus haben will. Sollte ich mein Haus nicht anschliessen an das öffentliche Netz, könnte ja nicht telefonieren und auch nicht unsere Toilette entleeren. Beide Grundstücke wurden mir vom Notar als vollerschlossen vorgelegt.

Die Vorlage kommt nicht vom Notar sondern vom Verkäufer.

Der Notar verliest und beurkundet nur den Vertrag, auf den sich die Parteien geeinigt haben.

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Merksatz könnte sein: Der Notar ist nicht wirtschaftlicher Berater der Beteiligten.

Beispielsweise kann er auch über die Angemessenheit des Kaufpreises genauso wenig Auskunft geben, wie über den Zustand und die baurechtlichen Besonderheiten der Immobilie (…).

Kaufinteressenten sollten vorher bei der Gemeinde nachfragen, ob beispielsweise Erschließungskosten und Anliegerkosten für den Straßenzug der Immobilie von der Gemeinde(schon) abgerechnet worden sind. Dies kann in verschiedenen Städten bereits problemlos ggf. auch über Internet erfolgen. Zur Sicherheit kann gegen eine Verwaltungsgebühr auch eine verbindliche Auskunft der Gemeinde vor der Beurkundung über den Abrechnungstand eingeholt werden (Erschließungskosten-Bescheinigung).

Erschließungskosten sind in §§ 127 Abs. 2, 128 Baugesetzbuch geregelt. Dazu gehört auch die Entwässerung. Die INDIVIDUELLE Anbindung des Grundstücks mit Energie, Wasser, Strom etc. ist jedoch eine übliche Kostenüberraschung, die selbst in vielen Bauträgerverträgen nicht enthalten ist – und nicht zu den Erschließungskosten gehört. Man sollte also bei den Vertragsverhandlungen beispielsweise nach der „Anbindung an die Erschließung“ fragen.

Buchempfehlung von der Verbraucherzentrale: „Kosten- und Vertragsfallen beim Immobilienkauf“.

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Hallo Herr Beckers,

 

danke für den Hinweis. Dieses mal hab ich wohl einen Fehler gemacht beim Kauf. Ich werde aus meinem Fehler für die Zukunft lernen und die Fehler dann an einer anderen Stelle machen. :-)  

Wie sage ich so gerne: Manchmal ist man der Hund, manchmal ist man der Baum. Dieses mal war ich wohl der Baum.

 

 

 

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vor 15 Stunden schrieb Fritz Freizeit:

Den 10. Grundstückseigentümer haben wir noch nicht kontaktieren können.

Mich fasziniert vor allem, dass mindestens neun Käufer auf die Idee kommen, den Notar zu etwas zu befragen, was der gar nicht beantworten kann!

Warum wurde das nicht mit dem Verkäufer besprochen? Was geben die Verkaufsunterlagen her?

Eventuell magst Du den ganzen Vorgang etwas näher erläutern ...

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Es wurde als erstes mit Firma A ein Reservierungsvertrag für ein Grundstück abgeschlossen. 

Der Notarvertrag wurde dann mit Firma B gemacht. Von der ersten Firma wurde uns zugesichert das die Grundstücke vollerschlossen verkauft werden.

Schriftlich lag diese Aussage nicht vor.

Die Reservierungsgebühr wurde dann von Firma B mit dem Kaufpreis ordnungsgemäß verrechnet.

Soweit alles gut oder auch nicht.

Da ich Notarverträge eher selten auf dem Tisch habe, habe ich natürlich auch vorher im Notarbüro nachgefragt ob aus dem Vertrag hervor geht das der genannte Preis für ein vollerschlossenes Grundstück gilt. Die Antwort wurde bejaht, natürlich telefonisch. (werde ich nur noch per Mail machen in Zukunft)

Beim Notartermin zur Unterzeichnung mit dem Verkäufer habe ich die Frage nochmals gestellt. Da war die Antwort nun mal, das nur noch die eigenen Anschlußkosten hinzu kommen.(Haus bis zur Straße) aus meiner Sicht absolut normal.

In meinen Augen sind also die Kosten für Kanal, Gas, Telekommunikation in der Straße mit Beleuchtung usw. schon im Kaufpreis erhalten.

Das dachten sich nun auch alle anderen Grundstücksbesitzer. 

Aus meiner Sicht, kommt noch hinzu das die Satzung der Gemeinde seit 2015 aussagt, das 8€ pro m2 für Kanalanschlüsse hinzu kommen.

Mich stört nicht die Tatsache das ich ca. 4000€ hinlegen muß, eher fühle ich mich etwas getäuscht. 

Wenn ich Verträge mache, steht da ein Preis und für extra Leistungen gibts auch  einen Preis und keine § oder AGB,s wo etwas drin versteckt ist.

Laut Gemeinde werden seit 2015   8€ pro m2 berechnet, da kann man das ja ruhig wenn man mit offenen Karten spielt auch hinschreiben.

Wenn man sich jetzt alle Aussagen mal zusammen rechnet, kann man evtl. nachvollziehen warum ich gerade mit den anderen Grundstückseigentümern aus allen Wolken falle.

Wie schon erwähnt, lernt man ja nie aus... :-)

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vor 6 Stunden schrieb Arnd Uftring:

Mich fasziniert vor allem, dass mindestens neun Käufer auf die Idee kommen, den Notar zu etwas zu befragen, was der gar nicht beantworten kann!

Warum wurde das nicht mit dem Verkäufer besprochen? Was geben die Verkaufsunterlagen her?

Eventuell magst Du den ganzen Vorgang etwas näher erläutern ...

Was mich viel mehr fasziniert ist, dass der Notar sich angeblich zu einer konkreten Aussage hinreißen ließ...

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