Bluedream

Feuchter Keller im Altbau

13 Beiträge in diesem Thema

Guten Morgen liebes Forum,

bei vielen Mehrfamilienhäusern (bj. 1910-1925) im Osten Deutschlands sind mir feuchte Keller aufgefallen.
Die Keller wurden damals im Gewölbestil und nur mit dem Material was vorhanden war gebaut. Also hauptsächlich Naturstein und Sand.
Oft sieht man sogar Salpeterbildungen und das Messgerät schlägt aus wie Sau :D.
Ich befürchte,durch aufsteigende Feuchtigkeit, kann schnell die Gesamte Baussubstanz der Immobilie angegriffen werden.
Eine Kellersanierung würde ich aber nur im Notfall in Betracht ziehen, da es keine Renditesteigernde Investition ist.
Unter Kellersanierung verstehe ich das anbringen einer Außendrainage, und einer Sanierung von innen, unteranderem mit Sanierungsputz oder was gehört sonst noch dazu? O.o

Sollte man von einem solchen Altbau mit feuchtem Keller und Salpeterbildung generell die Finger lassen, oder ist eine Kellersanierung sinnvoll?
Mit welchen Kosten muss man bei einem MFH mit 8 Einheiten ungefähr für eine Kellersanierung rechnen?
Oder hat jemand von euch sogar schonmal selbst einen Keller saniert?

Gruß Blue :daumen:



 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Sowas saniert man nicht. Die Häuser wurden bewusst so gebaut weil die Keller damals nicht zu Wohnzwecken genutzt wurden.

Nutze den Keller einfach nicht als Wohnraum, dann gibt es hier auch keine bedenken...

Ich war am Anfang genau so gestrickt wie du von der Denke her.

1 Person gefällt das

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Genau zu diesem Thema hat @Sven Erik dethlefs, Architekt aus Hamburg, auf dem Immopreneur Kongress 2016 einen spannenden Vortrag gehalten. Thema:

"Bedienungsanleitung für eine Immobilie (über die Dekaden 1900 bis heute)"

Kurzzusammenfassung:

  • Gebäude sind immer vor dem Hintergrund der ursprünglichen Nutzung (Jahr der Errichtung) zu betrachten
  • Auch die bauphysikalischen Eigenschaften sind im Kontext des Jahrgangs der Erbauung zu betrachten.
  • Probleme entstehen immer dann, wenn man sich mit der Denke und den Techniken von heute einem Bauwerk von 19xx nähert.

Der Architekt (der ich nicht bin) würde hier sicher dazu raten, den Keller vor dem bauphysikalischen Hintergrund des Baujahres zu betrachten ....

2 Personen gefallen das

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
vor 8 Minuten schrieb Arnd Uftring:

Genau zu diesem Thema hat @Sven Erik dethlefs, Architekt aus Hamburg, auf dem Immopreneur Kongress 2016 einen spannenden Vortrag gehalten. Thema:

"Bedienungsanleitung für eine Immobilie (über die Dekaden 1900 bis heute)"

Kurzzusammenfassung:

  • Gebäude sind immer vor dem Hintergrund der ursprünglichen Nutzung (Jahr der Errichtung) zu betrachten
  • Auch die bauphysikalischen Eigenschaften sind im Kontext des Jahrgangs der Erbauung zu betrachten.
  • Probleme entstehen immer dann, wenn man sich mit der Denke und den Techniken von heute einem Bauwerk von 19xx nähert.

Der Architekt (der ich nicht bin) würde hier sicher dazu raten, den Keller vor dem bauphysikalischen Hintergrund des Baujahres zu betrachten ....

Ganz genau, damals habe ich gefragt: Wenn ein Keller schon 100 Jahre feucht ist, kann er noch weitere 100 Jahre feucht bleiben? Antwort war "Natürlich".

Zur aufsteigenden Feuchte gibt es auch eine interessante aber kontroverse Meinung von dem Architekten und Denkmalpfleger Konrad Fischer, einfach mal googeln.

2 Personen gefallen das

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Dazu gibt es auch eine Podcastfolge. Ich meine es ist der zweite Teil des Interviews mit Sven Erik Dethlefs. 
Da reißt er genau diese Thematik an. 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
vor 14 Minuten schrieb Jacqueline:

Dazu gibt es auch eine Podcastfolge. Ich meine es ist der zweite Teil des Interviews mit Sven Erik Dethlefs. 
Da reißt er genau diese Thematik an. 

Das komplette Interview als Podcast gibt es hier

http://immopreneur.de/sven-erik-dethlefs/

 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben (bearbeitet)

Schau dir mal folgendes an Konrad Fischer. Die Seite ist gewöhnungsbedürftig und es ist schwierig die wichtigen Punkte herrauszuziehen, weil dieser Mensch einen Hass auf die Bauindustrie hat ;)

Aber TL;DR

So etwas wie aufsteigende Näße gibt es fast nicht, weil in der Regel so gebaut wird, dass es nciht auftreten kann.

http://www.konrad-fischer-info.de/2auffe14.htm

Irgendwo hatte ich auch noch einen Link der das erklärt hat. Aufsteigende Feuchte kann nur durch den Kapillareffekt erzeugt werden. Dieser kommt nur zu Stande in Richtung der kleiner werdenden Kapillare. Du hast aber in Mauerwerk in der Regel den umgekehrten Fall.

Es wechselt sich ja eine Ziegelreihe mit Mörtel und mit Ziegelreihe ab. Die Ziegel sind meist fein porig und der Mörtel ist grob porig. Also hast du eine natürliche Sperre. Wenn du in alte Städte gehst durch die ein Fluss verläuft, dann hast du auch oft Gebäude die direkt am Fluss gebaut sind und da schon Jahrhunderte stehen. Hier müsstest du auch aufsteigende Feuchte haben, hast du aber in der Regel nicht.

Woher kommt also die Feuchte? Meistens liegt ein anderes Problem vor. Die Regenrinne ist defekt und verläuft hinter der Wand, oder das Gebäude liegt am Hang und die Feuchte kommt vom Erdreich. Es kann auch sein, dass ein Rohrbruch die Ursache ist.

Du beschreibst ja sogar Salzablagerungen. Bei solchen alten Gebäuden wurden Keller oft zur Tierhaltung genutzt und daher kommen auch diese Ablagerungen. Kot und Urin enthalten Ammoniak, die wiederum zu diesen Ablagerungen führen und die stark hygroskopisch sind und deshalb sind dann die Keller feucht. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass Maßnahmen gegen aufsteigende Feuchte das eigentlich Problem nicht beheben.

Meistens wird einfach nur drüber geputzt und dann tritt in ein paar Jahren das gleiche Problem wieder auf. Wenn du den Keller also nicht brauchst oder er nicht trocken sein muss, dann würde ich da gar nichts machen. Wenn du ihn trocken haben willst dann würde ich empfehlen den oben genannten Herrn mal anzurufen. Es läuft aber immer darauf hinaus, dass du heraus finden musst, was zur Feuchte im Keller führt. Aufsteigende Feuchte ist es halt meistens nicht.

Ein Problem bei den Messgeräten ist auch noch folgendes, diese Geräte messen meisten eigentlich eine Stromleitfähigkeit. Wenn du jetzt Salpeter an der Wand hast und dieser mit Wasser in Lösung geht, dann ist die Wand oberflächlich nass und leitet sehr gut, obwohl eigentlich die Wand nicht durchnässt ist.

 

@edit: sehe gerade dass der gute Konrad Fischer schon erwähnt wurde.

 

bearbeitet von daeda
update
1 Person gefällt das

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Ich habe vor kurzem einen Altbau (Bj. 1928) gekauft und saniert. Der Keller war wie oben beschrieben: Feucht, Kappengewölbe, die Wände voller Salzausblühungen. Da die Kellerräume als Abstellfläche für die einzelnen Wohnungen dienen erwarten die Mieter natürlich trockene, nutzbare Lagerräume. Insofern haben sich sicherlich auch die Ansprüche geändert im Vergleich zur Bauzeit. Früher lagerten dort Kohlen und Kartoffeln, heute der Wintermantel und die Kinderbücher.

Folgendes habe ich gemacht: Eine Kelleraußentreppe mit Zugang zum Garten haben wir zugemauert und mit Bitumen von außen abgedichtet (hier ist bei Starkregen immer Wasser über den Treppenabgang in den Keller gedrückt). Bei den Dachrinnen habe ich einige Schwachstellen beseitigt, das Wasser wird jetzt wirklich sauber abgeleitet. Somit ist der größte Wasserdruck beseitigt.

Dann haben alle Zwischentüren aus Holz mit der Stichsäge Lüftungslöcher bekommen, die Tür vom Heizungsraum steht jetzt auf (=> trockene warme Luft aus dem Heizungsraum durchströmt den Keller), und die Mieter lüften die Kellerräume regelmäßig.

Schließlich die Salpeterablagerungen abgebürstet und Keller weiß gestrichen.

Fazit: Ich habe jetzt auf Jahre Ruhe. Die Mieter haben gute, trockene Kellerräume, alles sieht super aus. Die Kosten waren absolut im Rahmen.

2 Personen gefallen das

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

@BluedreamEine Außendränage und ein kompletter Neuverputz, das wird viel zu teuer, und trotzdem hast Du keine Garantie dass der Keller trocken ist.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Am 11.8.2017 um 11:21 schrieb Marius Becker:

Ganz genau, damals habe ich gefragt: Wenn ein Keller schon 100 Jahre feucht ist, kann er noch weitere 100 Jahre feucht bleiben? Antwort war "Natürlich".

Am 11.8.2017 um 10:53 schrieb Denno:

Sowas saniert man nicht. Die Häuser wurden bewusst so gebaut weil die Keller damals nicht zu Wohnzwecken genutzt wurden.

Nutze den Keller einfach nicht als Wohnraum, dann gibt es hier auch keine bedenken...

Ich war am Anfang genau so gestrickt wie du von der Denke her.

Bedeutet das, dass ihr keine Gefahr in feuchten Kellern mit Salpeter Bildung in Altbauten seht?

Ihr würdest trotzdem kaufen wenn ein Objekt ansonsten i.O. ist?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
vor 24 Minuten schrieb Bluedream:

Bedeutet das, dass ihr keine Gefahr in feuchten Kellern mit Salpeter Bildung in Altbauten seht?

Ihr würdest trotzdem kaufen wenn ein Objekt ansonsten i.O. ist?

Ja

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben (bearbeitet)

vor einer Stunde schrieb Denno:

Ja

ja, in Altbauten ziemlich normal, am besten möglichst wenig dran rumbasteln, evtl" "gelöschten Kalk"
und im Sommer eher Fenster zu (---> keine wärmere Luft rein), --> im Winter eher Fenster auf, kalte Luft rein.

bearbeitet von Matthias147718

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Kann mich nur anschließen. Lass es einfach wie es ist. Ich frage bei Besichtigung die Mieter im EG immer, ob Probleme mit Schimmel und Feuchtigkeit bestehen... die wissen das am besten^^

Hab da sonst keine Bauchschmerzen. Wie die anderen schon gesagt haben ist das eigentlich normal bei den Baujahren.

1 Person gefällt das

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden