Christian Bukovec und Jan Mittl sprechen in der heutigen Folge über:

Die erste Immobilie finanzieren

Tipps zum Investmentstart

Christian Bukovec und Jan Mittl besprechen heute alle Schritte von A bis Z, die vor und während der Kreditanfrage bei Deiner Bank entstehen. Sie geben Dir zudem hilfreiche Tipps & Tricks, um erfolgreich Deinen ersten Immobilienkredit genehmigt zu bekommen.

Wie Du auch in Zukunft weitere Immobilienfinanzierungen bei Deiner Bank bekommst, zeigen Dir Christian und Jan anhand wertvoller Insider – Tipps.

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Ja Thomas, mache ich gerne
Transkript:

Christian: Hallo lieber Hörer, hier ist nochmal Christian aus dem Immopreneur Podcast-Team. Mit mir heute ist Jan Mittl. Hallo Jan!

Jan: Grüß’ Dich, Christian! Hallo lieber Hörer. Schön, dass wir heute wieder zusammen sind.

Christian: Wir sind heute zu recht später Stunde beim Aufnehmen. Du wirst wahrscheinllich morgens früh auf der Arbeit den Podcast hören, aber wir sind jetzt recht spät dabei und wollen heute mit Dir mal ein bisschen über das Finanzierung quatschen und wie man das zu Beginn der Investmentkarriere betrachten und worauf man achten sollte.  

Jan: Richtig, genau, exakt. Was gibt es denn als ersten Einstieg?

Christian: Ich denke, es ist extrem wichtig, wenn man ein Portfolio aufbauen will – die wenigsten werden so viel Eigenkapital haben, dass sie es ganz ohne externes Geld machen wollen. Das heißt, die meisten Investoren brauchen Geld und das Geld kommt in den meisten Fällen von der Bank als Fremdkapital, um dann einen Boost zu haben und das eigene Portfolio aufzubauen, um damit einen Vermögensaufbau zu betreiben über Wertsteigerung und Cashflow. Da macht es Sinn zu verstehen, wie die Banken in der Hinsicht ticken.

Jan: Richtig, das ist auch der allererste Punkt, den Du, lieber Hörer, mitnehmen solltest oder wo wir hoffen, dass Du ihn mitnehmen kannst heute in diesem Podcast. Dass Du erst mal versuchst, Dich in diese Bank hineinzudenken. Eine Bank, die Dein Exposé erhält und Deine Selbstauskunft. Worauf kommt es der Bank an? Im Prinzip ist der erste Punkt, den man verstehen muss: Die Bank möchte Dir gerne Geld leihen.

Das ist ja ihr Job, damit verdient sie Geld, aber sie möchte eigentlich nur den Menschen Geld leihen, also zukünftigen Kreditnehmern, wo sie sicher ist, dass die Leute in der Lage sind, den Kredit auch zu bedienen, das heißt, die monatlichen Raten zu bezahlen und zwar langfristig. Das heißt, über die Dauer des Kredits bis zur Rückzahlung, darauf kommt es der Bank an.

Die Vorgehensweise, wie Banken das Einschätzen, ist sehr konservativ und kommt eigentlich auch noch aus einer Zeit, wo die meisten Leute langfristige Beschäftigungsverhältnisse hatten.

Das ist der erste Ansatz den sie haben. Die werden also schauen: Hast Du ein regelmäßiges Einkommen? Wie gut ist Dein Einkommen, also wieviel Geld gibst Du im Monat aus und was sind Deine Ausgaben? Gibt es da einen Überschuss, also sparst Du? Du musst ggf. schon ein bisschen Eigenkapital haben. Hast Du ggf. schon andere Assets? Was ist Dein Alter? Hast Du Erfahrung mit Immobilien und macht das Ganze aus dieser Milchmädchenrechnung, die die ansetzen, Sinn?

Und dann schauen sie sich natürlich auch das Objekt an. Von der Objektseite her haben die natürlich ganz viele Daten und werden schauen, ob der Kaufpreis aus Bankeneinschätzung dem Markt entspricht, also realistisch ist. Ob auch der Mietpreis aus Bankensicht realistisch ist und dann werden sie sehen, ob sie jetzt der Meinung sind, dass diese Immobilie, die ja eine Sicherheit darstellen soll, für die Bank – in dem Falle, dass Du, lieber Hörer, Deinen Kredit nicht bedienst – werthaltig ist und welchen Sicherheitsabschlag sie ggf. vornehmen werden.

Da gibt es jetzt natürlich leider im Rahmen der Wohnkreditrichtlinien und seit der Basel drei und vier Geschichte auch entsprechende Verschärfungen zu den Mindestanforderungen, die ein Kreditnehmer erfüllen muss, was jetzt eine Immobilienfinanzierung betrifft. Vor allen Dingen falls es sich um eine Finanzierung, wie vermutlich bei Dir, handelt für eine vermietete Wohnung.

Jetzt habe ich schon eine ganze Menge Sachen gesagt. Ich bin mir sicher: Christian, Dir fällt dazu etwas ein.

Christian: Ich wollte dazu noch eins sagen: Wenn man anfängt Investmentimmobilien zu kaufen und liest sich in das Thema Finanzierung ein, da gibt es ganz wilde Geschichten, aber wenn man dann wirklich aktiv wird und mit den Banken spricht, dann läuft es eigentlich immer wieder auf etwas recht Konservatives raus, wie Jan auch schon gesagt hat. Die Banken sind da sehr konservativ. Meistens wird von der Bankenseite ein Annuitätendarlehen angeboten.

Es gibt auch noch Bausparverträge, aber alles andere, was man ab und zu noch zu hören bekommt, wie flexible Kredite und ähnliches, ist eher was für die Fortgeschrittenen. Das heißt, am Anfang wird es auf ein Annuitätendarlehen hinauslaufen. Die Banken wollen dann einen bestimmten Zinsbindungszeitraum festsetzen. Meistens bieten sie 10 Jahre an, dann kann die Bank schön kalkulieren. Für den Investor ist 10 Jahre auch kein allzu blöder Zeitrahmen.

Das heißt, es ist nicht schlimm, wenn man am Anfang noch keine großen Spezialsachen macht. Man kann da ruhig am Anfang konservativ vorgehen und das machen, was mehr oder weniger alle machen.

Wenn wir jetzt schauen, wie man hier vorgehen könnte: Jetzt nennen wir ihn mal Sebastian. Sebastian ist 30 Jahre alt, ledig, hat keine Kinder, 2.400 Euro Einkommen aus einer Angestelltenbeschäftigung im Monat und hat 30.000 Euro Eigenkapital angespart. Er würde gerne ein Portfolio aufbauen für Cashflow und langfristigen Vermögensaufbau. Wie könnte der jetzt starten?

Unser Tipp wäre, dass er sich als erstes ein gutes Objekt raussucht, das eine schöne hohe Rendite abwirft, sodass ein Cashflow übrig bleibt. Dadurch wird aus Bankensicht seine Bonität besser, da sein monatlich verfügbares Geld ansteigt. Das gefällt schon mal dem Bänker. Er sieht, derjenige hat sich Gedanken gemacht. Schön ist es, wenn man es schafft, bei diesem Kauf einen Einkaufsgewinn zu machen.

Das Ganze kann man vielleicht nicht in einer Top A-Lage machen, in einer großen Metropole, aber vielleicht in einer guten Nebenlage. Man bekommt mit so einem Deal wahrscheinlich gute Konditionen, eine gute Tilgung sollte man hier vereinbaren. Zum Beispiel wenn wir sagen: Mit 30.000 Euro Eigenkapital schauen wir uns eine Wohnung für 60.000 Euro an und übernehmen beim ersten Mal die Nebenkosten und 10% des Kaufpreises selbst.

Mit dem Rest machen wir die Finanzierung und das gefällt dem Bänker. Unsere Sparrate steigt durch den Cashflow den wir bekommen. Wir haben eine gewisse Reserve, dadurch dass wir schon Eigenkapital beim Kauf reingesteckt haben und können jetzt mit der höheren Sparrate ansparen für’s nächste Objekt. Insgesamt ist das eine Sache, die dem Bänker gut gefällt und man kann beim zweiten Objekt schon eine gewisse Erfahrung vorweisen.

Jan: Genauso sollte man anfangen. Das heißt, wenn man sich ein Immobilienportfolio aufbauen will, wo es letztlich um den freien Cashflow geht, dann sollte der beim ersten Objekt auch passen. Vielleicht noch kurz zu der Dauer der Finanzierung, also der Zinsbindungsfrist bei dem Annuitätendarlehen, über das Du vorhin gesprochen hast, Christian – da fällt mir ein:

Da wäre es natürlich auch noch interessant in der jetzigen Zinsphase ggf. sich auf 15 Jahre festzulegen, weil man ja nach 10 Jahren sowieso aus dem Vertrag wieder raus kann. Man zahlt natürlich ein kleines bisschen mehr Zinsaufschlag, hat aber natürlich auf der anderen Seite auch wieder eine große Sicherheit. Gerade, wenn man dann noch mehrere andere Immobilien hinterher kaufen möchte zum Beispiel.

Und beim Aufbau des Portfolios – Du hast es gerade eigentlich schon erzählt – von unserem Sebastian ist das Problem, der hat, wenn er eine Wohnung von 60.000 Euro kauft und die Nebenkosten bezahlt – sagen wir mal, die liegen roundabout zwischen 12 – 15% – und 10% von der Immobilie sind mit Eigenkapital belegt, dann sind  nach dem ersten Deal im Prinzip schon 15.000 Euro weg. Das heißt, dann kann er jetzt ggf. noch einen zweiten Deal machen und dann wird es eng.

Deswegen muss man sehen, wie man sich vorstellt, welche Chancen man für die nächsten fünf oder sechs Jahre hat, wo man diese Immobilien kaufen will, wo das zusätzliche Eigenkapital für die weiteren Deals herkommen kann/soll/muss aus Wertsteigerung, Optimierung der Erträge. Bei der Wertsteigerung, auch was Christian angesprochen hat zu dem Thema Einkaufsgewinn, wo man nach zwei Jahren zur Bank gehen kann und nochmal das Ganze einwertet, weil das Niederwertprinzip dann in dem Falle nicht mehr greift.

Das heißt, die Bank kann dann auch sagen Deine Immobilie von 60.000 Euro ist heute 100.000 Euro am Markt wert. Wir haben Dir damals nur 50 geliehen oder 54 und da sind noch 52 offen. Wir können Dir jetzt gerne nochmal irgendwie 20 nachschiebenoder das als Zusatzsicherheit nochmal mit einbinden, wenn Du dann eine dritte Wohnung kaufst.

Christian: Ja, Du hast recht. Und zwar rechnet die Bank einen gewissen Prozentsatz der Immobilie als Puffer ein. Das ist quasi der Blankoanteil von dem sie ausgeht, dass sie den bei einer Zwangsversteigerung nicht zurückbekommt. Und den belastet sie quasi auf Deine Person, auf Deine persönliche Bonität.

Wenn wir 20% pro Objekt rechnen, wären das bei unserem ersten Objekt 12.000 Euro. Die Bank glaubt einem Angestellten schon, dass er 12.000 Euro persönlich nochmal zurückbezahlen kann.

Aber wenn es dann irgendwann mal Richtung fünf oder zehn oder auch größere Objekte geht, reicht irgendwann die eigene persönliche Bonität nicht mehr, um der Bank glaubhaft zu versichern, dass man das zurückbringen kann und dann wird es schwieriger weitere Objekte zu finanzieren.

Wie sich dieser Blankoanteil ausrechnet, das ist Geheimsache der Banken. Es kommt auf das Einkommen, auf das Alter, auf das Vermögen, den Familienstand an.

Da kann man einfach mal vorfühlen, wie das bei den Banken aussieht, wenn man mit denen spricht Wie sieht es aus, finanziert ihr mir dieses Objekt? Und dann kann man gleich ansprechen Ich würde gerne noch weitere Objekte kaufen. Worauf müssen wir achten?

Dann werden die Dir sagen, wie viel Eigenkapital Du ungefähr einbringen werden musst in der Zukunft. Und was Armin Schmitt auf dem Immopreneur Kongress noch gesagt hat war, dass das Objekt doch jeweils zur Erfahrung des Kreditnehmers passen muss.

Das heißt, ein Anfänger, der sich jetzt eine Wohnung kaufen will – das passt in etwa. Aber ein Anfänger, der jetzt sagt “Ich möchte gerne 20 Einheiten auf einen Schlag kaufen”, das wird vielleicht zu viel sein.

Jan: Ja, das sehe ich genauso, absolut. Weil das schauen die sich natürlich an, dass da eine gewisse Plausibilität da ist. Wenn ich darüber nachdenken würde, was man beim ersten Kaufen eines Objekts wissen sollte bzw. beachten im Hinblick auf diese Finanzierung: Man muss, das haben wir auch schon in einer anderen Folge gesagt, direkt an das zweite Objekt denken.

Es gibt diese Regel: Mit mehr Eigenkapital ist es einfacher eine Finanzierung zu bekommen; auch die besseren Zinskonditionen zu bekommen und letztlich hat man auch weniger Risiko monatlich, wenn mal etwas nach hinten losgeht, dann etwas aus anderen Einkünften bezahlen zu müssen. Man kann Rücklagen bilden, weil die Kapitaldienstbelastung niedriger ist und das Risiko ist natürlich bei geringerer Beleihung auch niedriger.

Aber wie jetzt zum Beispiel auch Alex Fischer sagt “Eigenkapital ist ein scheues Reh”. Das heißt, je mehr man davon ausgibt, desto weniger hat man erstmal in der Kriegskasse für den nächsten Deal und auch für Unvorhergesehenes, weil die Reserve in dem Moment kleiner geworden ist.

Das heißt, um die Eigenkapitalrendite steigt natürlich auch, wenn weniger Eigenkapital eingesetzt wird. Also, wenn der Hebel größer ist. Diese Zusammenhänge müssen eigentlich klar sein. Was ich daran interessant finde ist – das würde mich auch interessieren wie Du das siehst, Christian: Wir haben auf dem Immopreneur Kongress auch mit verschiedenen Vortragenden und Investoren gehört, bei denen der Loanto Value – also welchen Prozentsatz von dem Gesamtportfolio Kredit war und wieviel dann letztlich Eigenkapital.

Wobei diese Zahlen natürlich auch mit Vorsicht zu genießen sind, weil je mehr man nach ein paar Jahren hat, die Werte gehen ja hoch. Aber trotz alledem ist es interessant, weil jemand wie Otto Hesse zum Beispiel sagte, er hätte da einen, der liegt – wenn ich mich richtig erinnere – bei 52%. Christian?

Christian: Ja. Aber auf das Gesamtportfolio hat er irgendwas um die 40% – 50% Loanto Value.

Jan: Genau. Das heißt, relativ wenig Kredit aus Sicht der meisten Stimmen, die Du bei uns im Podcast hörst und von vielen Leuten, die schnell durchstarten wollen. Oder auch unser Kollege Stephan zum Beispiel oder Thomas, die am Anfang höhere Ausläufe immer empfehlen.

Aber das hängt vielleicht auch mit der Strategie vom Otto Hesse zusammen, der in B-Lagen geht, wo die Banken ihm vermutlich von vornherein einen Sicherheitsabschlag mit eingerechnet haben. Inzwischen vielleicht weniger, weil er inzwischen 40 Einheiten hat, aber am Anfang natürlich definitiv mehr. Es ist aber immer wieder interessant.

Ich denke, es gibt da keine wirklich abschließende Antwort. Jede Vorgehensweise hat Vorteile und birgt entsprechende Risiken, aber für jemanden, der am Anfang zusehen möchte, dass er das Flugzeug in die Luft kriegt, der braucht natürlich ein bisschen mehr Auslauf und muss sich sehr schnell wieder darüber Gedanken machen, wie er letztlich das Eigenkapital für die nächste Finanzierung auftreiben kann, in Form von zusätzlichen anderen Einnahmequellen, noch einen zweiten Nebenjob oder vielleicht auch eine Steigerung des Gehalts ausverhandeln oder vielleicht auch mal auf den nächsten kostspieligen Urlaub verzichten. Da würde ich sagen, das sind alles so Dinge.

Du hattest eben in Deinem Beispiel mit Sebastian beschrieben: Wenn Sebastian es schafft. Er hat 2.400 Euro. Er braucht zum Leben 1.600 Euro, dann hat er im Moment noch 800 Euro übrig.

Damit sagt die Bank: Das ist kein Problem und gibt ihm in unserem Beispiel roundabout 54.000 Euro an Kredit. Er hat dann in unserer Rechnung immer noch 15.000 Euro an Eigenkapital nach dem ersten Deal und spart jeden Monat 800 Euro. Das heißt nochmal 10.000 Im Jahr und hat einen Cashflow-Überschuss – den haben wir nicht ausgerechnet, oder?

Christian: Wir hatten kurz überschlagen, dass ungefähr 1,5% auf den Kaufpreis wäre. Das wären dann im Jahr 900 Euro.

Jan: Okay, das macht den Braten wie man sieht leider erstmal nicht so fett. Das heißt, wenn Sebastian es schaffen würde direkt nach seinem Kauf nochmal seine 200 Euro weniger auszugeben und nochmal 200 Euro mehr zu verdienen, also 400 Euro mehr zu sparen, dann sind das auf einmal wieder 1.200 Euro im Monat mehr, statt nur 800 Euro. Wenn er dann sagt Okay, ich kann dann jetzt eine zweite Immobilie kaufen, weil ich nach 8 Monaten schon wieder 10.000 Euro Reserve habe, dann kommt da ein bisschen mehr Geschwindigkeit rein.

Wenn er dann, sobald er die zweiten 900 – 1.000 Euro an freiem zusätzlichen Cashflow und diese jetzt auch nicht ausgibt, sondern da weiter bescheiden ist und weiter Gas gibt und vielleicht nach zwei, drei Jahren nicht nur 2.400 Euro hat, sondern 3.000 Euro an Nettoeinkünften plus diese ganzen anderen Geschichten, dann geht das irgendwann von alleine hoch.

Wie siehst Du das, Christian?

Christian: Ja, man merkt jetzt schon, wenn man sich mit dem Thema beschäftigt, der Aufbau von einem größeren Portfolio ist nicht ganz so einfach. Mit ein, zwei Wohnungen wird man wahrscheinlich nicht komplett sein Gehalt ersetzen können durch einen Cashflow. Das Ganze ist nicht so einfach. Man braucht irgendwoher einen Boost. Man muss auch eine Vermögensmasse schaffen, die diesen Cashflow später mal erwirtschaften soll.

Das kann man machen. Wir haben schon gesagt, man kann anfangen gut zu kaufen, aber selbst wenn man gut kauft und einen positiven Cashflow hat, wird es schwierig im gleichen Tempo weiter zu kaufen. Man muss sich irgendwas überlegen und das ist auch die Haupt-Crux. Das merkt man auch in Gesprächen am Stammtisch mit anderen Junginvestoren und mir selber und Stephan geht es auch so.

Das sind so die Fragestellungen die auftauchen: Wie kann man jetzt wachsen? Da muss man auch im Hinterkopf behalten: Da muss irgendwo Geld herkommen, wenn es groß wachsen soll. Und man muss sich klar machen, wo das herkommen soll.

Es kann sein, dass man in einen stark steigenden Markt einkauft. Wenn man Glück hat, dann erhält man das einfach durch Wertsteigerung im Portfolio. Das wäre eine ganz einfache Variante. Oder man kauft so, dass man ein Aufwertungspotenzial in der Immobilie hat und kann dann renovieren, wenn man Handwerker ist vielleicht auch selber und deutlich Mehrwert schaffen.

Eine Möglichkeit wäre auch eins der Objekte noch zu verkaufen. Also anstatt einen ewigen Buyand Hold zu machen mit einem oder mehreren Objekten ein Flip-Modell durchzuziehen und durch den Verkauf Eigenkapital zu generieren.

Was ich jetzt auch schon gehört habe ist, dass man es schaffen kann, andere Leute zu überzeugen aus Family &Friends, vielleicht den Partner oder jemanden von den Eltern, mit zu investieren. Wenn die die eigene Bonität mit einbringen, dann wird es auch nochmal einfacher, weitere Kredite zu bekommen.

Da gibt es ganz viele Varianten und das unterscheidet auch den Investor vom Kapitalanleger. Der Kapitalanleger kauft eben so, wie er Eigenkapital nochmal angespart hat, die nächste Einheit. Der Investor versucht irgendwo diesen Mehrwert zu forcieren, um mit diesem gesteigerten Mehrwert weiter zu kaufen, weiter zu wachsen, um den Vermögensaufbau zu beschleunigen, die Eigenkapitalrendite zu steigern, um den Portfoliobehalt auf ein paar Jahre zu beschränken und nicht auf 30 Jahre bis zur Rente in.

Jan: Ja genau, das sehe ich genauso. Ein paar Gedanken zu dem, was Du gerade gesagt hast, Christian. Was ich sehr gut finde ist, man muss sagen, dieser Vermögensaufbau mit Immobilien – Immobilien sind der Hebel und man bekommt dieses Geld von der Bank. Man muss natürlich trotzdem letztlich zurückzahlen, sparen. Oder auch, wenn es der Mieter zurück zahlt. Mit den jetzigen Renditen, die wir im Allgemeinen bekommen…. Darum geht es natürlich: Je mehr Rendite man hat und je mehr Rendite man auf fremdes Kapital hat; je mehr das Gap ist zwischen dem Preis, den man für das ausgeliehene Geld bezahlt und das was man für das Geld, was man dann angelegt hat, bekommt, desto schneller kann das eigene Vermögen wachsen.

Zusätzliche Einnahmen von denen Du gesprochen hast, egal woher die kommen: Aus Gehalt, eventuell auch mal aus einem Verkauf oder der Variante mit Family &Friends. Deswegen, weil wir nochmal bei dieser Kreditfrage waren: Der erste Schritt sollte der sein, dass sich jemand am Anfang klar macht: Wenn ich bei meiner jetzigen Finanzsituation – wenn ich die jetzt mal einschätze – wie viel Kredit kann ich denn in den nächsten zwei, drei Jahren bekommen? Wie werden sich in dieser Zeit ggf. auch meine Einkommensverhältnisse verbessern? Und wenn ich mir ein großes Ziel setze, wo kann ich in den nächsten drei bis fünf Jahren dieses zusätzliche Einkommen generieren?

Entweder, wie wir gerade besprochen haben, durch Aufwertung des Portfolios, was man sich a) erkauft, aber natürlich in letzter Konsequenz, wenn man noch ausreichend Möglichkeiten hat, die eigenen Einnahmen doch ganz schön nach oben zu ziehen. Da kann man, wenn man ein bisschen an den Zahlen rumspielt, sehr schnell sehen, wenn man innerhalb von zehn Jahren einen großen Betrag sparen will – und darum geht es natürlich erstmal bei Vermögensaufbau, weil man muss ja erstmal aufbauen – dann braucht man eine große Energiequelle, an die man sich anschließen kann.

Christian: Und ein Thema darf man nicht außer Acht lassen, wir haben es schon ein paar Mal angesprochen: Der Auslauf und sonstiges. Das Ganze hat natürlich auch ein Risiko. Man nimmt einen Kredit auf und verpflichtet sich, den zurück zu bezahlen. Je nach Alter und Situation sollte man das im Hinterkopf behalten. Es gibt ein Zinssteigerungsrisiko. Das heißt, wenn meine Zinsbindung ausläuft, kann es sein, dass es deutlich höhere Zinsen gibt, als aktuell. Immobilien verursachen auch immer mal wieder auch Kosten. Die können durchaus auch sehr groß sein.

Je nachdem was für Reparaturen, Modernisierung oder Sonstiges ansteht, es kann einen Mietausfall geben; je nach Lage auch mal längerfristig. Es kann auch unter Umständen mal einen Wertverlust geben, vielleicht sogar in München, wenn man zu teuer eingekauft hat. Das sind Risiken, die sollte man schon mal durchdacht haben und dafür immer Cashreserve haben. Es gibt ein Sprichwort “Liquidität ist immer wichtiger als Rendite” oder sowas.

Schau, dass Du im Verhältnis zu dem was Du kaufst, auch immer eine gewisse Cashreserve hast, falls etwas Unvorhergesehenes eintrifft, damit Du das lösen kannst und nicht ganz verzweifelt zum Bänker rennen musst. Weil wenn Du ganz verzweifelt bist, dann gibt der Dir am wenigsten gerne Geld.

Jan: Das sehe ich genauso. Deswegen für den Anfänger erstmal, sich eine klare Situation definieren, wo man steht. Das Risiko bewerten, je nachdem wie viel Auslauf man erst mal haben wollen würde. Das dann mit Bänkern abklären, dann gleichzeitig an die zusätzlichen einkommensproduzierenden Aktivitäten denken, um hier mal mit dem guten alten Bodo Schäfer zu reden.

Christian, Du hast uns doch bestimmt Action-Tipps mitgebracht oder nicht?

Christian: Eine Sache, die relativ leicht umzusetzen ist und die es viel leichter macht, einen Kredit zu bekommen ist, die Unterlagen, mit denen man zur Bank geht, die Selbstauskunft, Vermögensaufstellung und sonstiges, was da gefordert wird, sehr gut vorzubereiten. Damit ist man schon mal der Liebling vom Bänker.

Die allermeisten, die zur Bank gehen und einen Kredit wollen, machen das nicht. Das ist nicht schwierig. Wenn man das einmal gemacht hat, dann kann man die Unterlagen immer wieder mitbringen und es wird einem leichter fallen, einem wohlwollenden Bänger gegenüber zu sitzen.

Der hat eine höhere Motivation der Marktfolge, also den Entscheidern einen positiven Eindruck von einem zu vermitteln. Wir werden dazu noch eine Liste, was für die Bank an Unterlagen alles reingehört in die Shownotes stellen unter www.immopreneur.de/p28.

So Jan, hast Du auch noch einen Action-Tipp für uns?

Jan: Ja, ich habe auch noch einen Action-Tipp mitgebracht und zwar: Ich schlage Dir vor, lieber Hörer, dass Du mal mit einem Beispiel-Objekt zu zwei, drei Banken gehst und dann sagst “Schaut mal her, wie sehen denn jetzt hier Eure Finanzierungsmöglichkeiten aus?” und dass Du vor allen Dingen auch mal mit einem Finanzvermittler sprichst – Beispiel InterHyp oder Dr. Klein, weil die jetzt im Gegensatz zu Deinem Hausbänker, wenn die Deine Situation sehen; die haben da nochmal ein bisschen mehr Abstand. Die haben vor allen Dingen auch alle Banken an der Hand.

Wenn Du denen direkt sagst “Ich würde auch gerne morgen noch eine zweite Wohnung kaufen. Wie schätzen Sie das ein? Welche Art von Finanzierung sollte ich heute anfragen?” Ich denke, das ist gerade, wenn man am Anfang noch mehr Infos haben will, sind gerade die guten Finanzvermittler, die Großen, eigentlich auch noch ein guter Tipp.

Christian: Okay, dann zusammenfassend können wir sagen: Finanzierungen sind extrem wichtig, wenn es um Immobilieninvestmenst geht. Man sollte die durchdacht angehen, damit man bei Bedarf weitere Finanzierungen bekommt. Zu den Themen wird ganz viel in unserem Forum diskutiert unter www.immopreneur.de/forum.

Schau Dir an, was dort schon besprochen wurde; was andere für konkrete Fragen gestellt haben; stell Deine Fragen dort. Was Du auch noch machen kannst, eine ganz tolle Sache: Fahr zu einem der Stammtische, die sich im Immopreneur Forum verabreden. Es gibt mittlerweile in allen Regionen Stammtische und sprich mit anderen Investoren, die vielleicht schon ein bisschen mehr Erfahrung haben, als ihr selber.

Soviel von mir heute zu später Stunde. Ciao Jan, vielen Dank, dass Du mit dabei warst. Ciao lieber Hörer, bis demnächst.

Jan: Ciao Christian, ciao lieber Hörer. In diesem Sinne: Auf sehr bald!