Jan Mittl und Thomas Knedel sprechen in der heutigen Folge über:

Immobilien kaufen in Zwangsversteigerung …

… aus Bankenverwertung, freier Versteigerung oder vom Insolvenzverwalter

Jan Mittl und Thomas Knedel geben Dir in dieser 19. Folge Action-Tipps für Deinen Start als Immobilien-Investor und verraten Dir, wie Du Termine zu Zwangsversteigerungen in Deiner Gegend findest, um den Markt direkt aus der Profi-Perspektive kennenzulernen.

Außerdem sprechen Thomas und Jan ausführlich darüber, wie ein Kauf aus einer Bankenverwertung funktioniert, wie Du freie Versteigerungen findest und auf was Du achten musst.

Nach dieser Episode solltest Du in der Lage sein konkret zu starten und geeignete Immobilien aufspüren können. Viel Spaß!

Shownotes / hilfreiche Links

Termine aller Zwangsversteigerungen, Infos und Gutachten findest Du auf der Seite Justizportal: https://www.zvg-portal.de/

Zwei Webseiten von freien Versteigerungen:

Deutsche Grundstücksauktionen AG: http://www.dga-ag.de/

Plettner & Brecht Grunstücksauktionen: http://www.plettner-brecht.de/

Spannende Literaturquellen, Video-Kurse, Podcasts und Seminare rund um das private Immobilieninvestment: http://immopreneur.de/

Regionale Immobilienstammtische: http://immopreneur.de/

BITTE BEWERTE UNSEREN PODACST

Möchtest Du der Community helfen den Podcast weiter voranzubringen und vor allem bekannt zu machen?

Dann unterstütze uns bitte mit Deiner Bewertung auf iTunes.

Alle Details und eine Anleitung findest Du gleich hier.

 

Ja Thomas, mache ich gerne
Transkript:

Thomas: Hallo und herzlich willkommen. Mein Name ist Thomas Knedel, heute zusammen mit Jan Mittl. Hallo Jan, sei gegrüßt!

Jan: Grüße Dich, Thomas. Es ist schön hier zu sein.

Thomas: Ja, es geht wieder in die nächste Runde. Wir haben in den letzten Folgen schon einiges besprochen zum Immobilieneinkauf, Maklersuche, Online-Portale, wirklich die unterschiedlichsten Dinge, die man machen kann. Das sind aber allgemein bekannte Sachen, wo man eigentlich als erstes hinrennt, um Immobilien zu kaufen, als wenn man in einen Laden geht.

Aber es gibt noch ganz spannende Sachen, wenn man um die Ecke denkt, wo man Immobilien einkaufen kann. Jan, was gibt es da so alles?

Jan: Über die erste Art in dem Titel haben wir schon geredet – Zwangsversteigerungen. Zwangsversteigerung bedeutet, es gibt eine Immobilie, da gibt es nicht bezahlte Schulden, die durch eine Grundschuld gesichert wurden, meistens durch die Bank natürlich und diese Bank hat dann die Zwangsversteigerung beantragt. Dem wurde auch nach einer Zeit stattgegeben.

Dann gibt es ein Gutachten. Dieses Gutachten wurde im Auftrag des Amtsgerichtes, was diese Zwangsversteigerung durchführt im Prinzip durchgeführt. Das ist dann auch der erste Preis bei dieser Zwangsversteigerung, den man mindestens bieten muss, am Anfang zumindest und es gibt einen Termin. Diese Termine für alle Zwangsversteigerungen, die in ganz Deutschland und Deiner Region stattfinden und wo man im ersten Termin für 70% von diesem Preis des Gutachtens, theoretisch diese Immobilie auch kaufen kann, die findest Du auch auf dem Justizportal-Link. Dieser Link ist auch in den Shownotes.

Thomas: Ich denke auch, die Zwangsversteigerungen können wir jetzt ganz kurz mal anreißen, aber das ist heute auch immer noch eine durchaus adäquate Quelle, um Immobilien einzukaufen. Wenn Du mitten in München oder Frankfurt unterwegs bist und da eine Immobilie in der Zwangsversteigerung kaufen willst oder auch mitten in Berlin eine super schöne Penthouse-Wohnung, vergiss es gleich.

Aber, es lohnt sich durchaus auch trotzdem zu gewissen Zwangsversteigerungen zu gehen, auch wenn man weiß, dass man eigentlich die Immobilie nicht ersteigern wird, weil man da die ganzen “Player” kennenlernt. Da kommen wir aber gleich noch mal drauf. Da tummeln sich nämlich durchaus immer die gleichen Leute. Wenn man da dann ins Gespräch kommt, das ist gar nicht so schlecht.

Deswegen mein Tipp jetzt schon vorweg: Egal wo Du bist, geh auf jeden Fall auf ein paar Zwangsversteigerungen, such Dir was raus und guck Dir auch diese Gutachten an. Weil in diesen Gutachten stehen wahnsinnig viele Informationen. Nur hier auch noch mal einen Tipp zu den Gutachen, das sind immer rote Flaggen bei mir: Traue keinem Gutachter!

Sei da immer etwas misstrauisch. Die Qualität der Gutachten ist extrem unterschiedlich, aber Du bekommst einen guten Einblick in die Immobilie. Gerade in die Fakten der Immobilie. Die stimmten jedenfalls meistens, aber auch da können eklatante Fehler drin sein. Es kann ein ganzes Geschoss fehlen. Es kann alles fehlen, es kann ein zweites Haus fehlen, das haben wir alles schon gesehen. Deswegen Vorsicht mit diesen Gutachten, aber für den ersten Ansatz sind die natürlich sehr gut.

Es gibt übrigens sehr viele auch zum Downloaden auf dem Portal. Je nach Region ist das unterschiedlich, ansonsten bekommst Du so ein Gutachten zum Einsehen auch direkt beim Amtsgericht, die dann von der Gemeinde zuständig sind.

Um jetzt weiterzukommen: Jan, Du bist auch in Berlin unterwegs und auf Zwangsversteigerungen gewesen. Wo warst Du da und was gibt es da zu kaufen?

Jan: Heute gehe ich nicht mehr auf Zwangsversteigerungen – 2016 – aus den Gründen, die Du genannt hast, wobei ich glaube, dass auch heute noch auf Zwangsversteigerungen in Berlin gute Deals stattfinden. Aber dann in den ganz großen Regionen.

Thomas: Ja, entweder in den großen Regionen oder wahrscheinlich Spezialimmobilien, wo Du wieder um die Ecke denken musst und wo Probleme sind.

Jan: Richtig. Aber ich zum Beispiel habe eine Zeit lang auch Wohnungen gekauft in Berlin in Zwangsversteigerungen. Gerade noch als Neukölln zum Beispiel noch sehr günstig war. Ich kann mich noch an eine Zwangsversteigerung vor ein paar Jahren erinnern, 2011 zum Beispiel, da haben wir wirklich noch für 1.000 Euro auf den Meter im Prinzip als Händler Wohnungen kaufen können. Die konnten wir dann auch relativ kurzfristig danach mit einer kleinen Renovierung mit Gewinn weiterverkaufen.

Ein Jahr später, 2012 zum Beispiel, sind wir zu einer Zwangsversteigerung gegangen, wo der aufgerufene Quadratmeterpreis aus dem Gutachten im Prinzip 800 Euro waren, also die 70% – der Saal war rappelvoll, es waren auch ein Haufen junger, internationaler Leute da, die eindeutig auf der Suche waren nach einer trendy Wohnung in Neukölln, mit Geld von Mama und Papa – und die Wohnung ist dann für 1.600 Euro weggegangen, was interessant ist, weil die konnte keiner sehen. Bei den vielen kleinen Wohnungen hast Du das Gutachten, aber Du kommst vor dem Termin nicht in die Wohnung rein. Nur in den seltensten Fällen.

Wir haben dann aber eine Woche später im selben Objekt über einen freien Makler für 1.000 Euro eine Freiwohnung gekauft. Deswegen muss man mit den Zwangsversteigerungen wirklich aufpassen.

Thomas: Da bieten sich die Leute auch gegeneinander heiß.

Jan: Exakt.

Thomas: Zum anderen Thema, wir haben die Zwangsversteigerung nur kurz angerissen, was gibt es noch für andere Themen? Du hattest vorhin noch die Bankverwertung genannt. Wie läuft das konkret bei einer Bankverwertung ab?

Jan: Wie Du weißt, Thomas, die Bankverwertung ist natürlich der Schritt vor der Zwangsversteigerung. Das heißt, die Bank hat die Zwangsversteigerung für diese notleidende Immobilie bzw. den notleidenden Kredit schon in Auftrag gegeben, will die schon haben usw., aber ist jetzt auch daran interessiert ggf. diese Wohnung vor der Zwangsversteigerung noch loszuwerden.

Meistens gibt es in dem Zusammenhang auch einen Makler, der vielleicht damit beauftragt ist, aber in jedem Falle die Rechtsabteilung der Bank. Die weiß natürlich, welche Sachen verkaufbar sind. Man braucht dazu eine Eigentümerzustimmung, in dem Falle natürlich die Bank, weil die Zwangsversteigerung ist dem Falle noch nicht anberaumt.

Das heißt, man kann bei der Rechtsabteilung bei der Bank nachfragen. Das ist aber natürlich in Boom-Regionen wie zum Beispiel Berlin schwierig. Beispiel: Die Landesbank Berlin, also die Sparkasse im Prinzip, hat eine eigene Firma gegründet, wo die notleidenden Kredite von dieser Unterfirma der LBB selber verwertet und verkauft werden.

Thomas: Da vielleicht noch ein Hinweis von mir zu den Bankverwertungen: Du sagtest eben, dass da auch Makler mit im Spiel sind. Das sind oft sehr spezialisierte Makler. Die kann man durchaus auch recherchieren, die sich auf diese Bankverwertungen spezialisieren. Das ist eigentlich ganz spannend. Andere nennen die dann auch teilweise Verwertungsfirmen.

Es gibt auch Firmen, die Teil-Bundesweit in den verschiedensten Regionen agieren. Also, schon sehr spannend, aber versprich Dir nicht gleich etwas, wenn Du bei so einer Firma anrufst, dass Du dann derjenige bist, der alle Objekte bekommt. Weil den Fuß als Kaufinteressent dort reinzubekommen, ist nicht ganz einfach. Das will ja natürlich jeder haben.

Das muss man sich erst einmal “verdienen” mit vielen netten Gesprächen. Das hatten wir in einer der Folgen vorher. Das Thema Netzwerkaufbau spielt da eine große Rolle. Das siehst Du auch so, Jan?

Jan: Absolut! Das sehe ich genauso. Ich kann Dir vielleicht mal eine Geschichte erzählen zu einer Bankenverwertung: Ich habe mal auch in Berlin ein Wohnungspaket gekauft. Das ist jetzt auch wieder ein paar Jahre her, in Wedding als Händler.

Der Verkäufer war verschuldet, war weg und die Bank wollte ganz kurzfristig – das war ein Makler der von der Bank beauftragt war, das ist häufiger so, wie Du eben schon gesagt hattest, dass Banken dann auch je nach Region und je nach Segment Makler damit beauftragen, ihre Sachen vor der Zwangsversteigerung loszuwerden.

Wir haben uns die Wohnung dann angeguckt und mussten dann ganz schnell unterschreiben und innerhalb von 48 Stunden den Kaufpreis direkt auf das Notaranderkonto überweisen, weil die Bank gesagt hat: Entweder zu dem Preis verkaufen wir euch die Wohnung jetzt und dann überweist in 48 Stunden, weil sonst können wir den anberaumten Termin bei der Zwangsversteigerung nicht mehr absagen.

Thomas: Das heißt, Du hast das Geld ohne Sicherung im Grundbuch oder sonstiges, direkt auf ein Notaranderkonto überwiesen. Das war dann wahrscheinlich so gewesen.

Jan: Genau, auf ein Notaranderkonto. Insofern kein Problem, aber es musste halt ganz schnell bezahlt werden. Da war nichts mit zum eigenen Banker gehen, Kredit nachhaken oder so.

Thomas: Ja, das ist genau das Thema, was ich auch immer auf der Agenda habe. Du wirst so eine Bankverwertungsgeschichte mit schmaler Kasse kaum machen können, weil Du immer sehr zügig Geld brauchst, wie es Jan gerade gesagt hat. Das heißt, Du hast kurzzeitig einen hohen Eigenkapitalbedarf, das kannst Du Dir natürlich von der Bank wieder holen, das ist klar.

Das ist auch eine Möglichkeit, sich mal mit jemandem zusammenzutun, wenn man selbst noch nicht so viel hat. Weil die Immobilien, die es da gibt, sind durchaus interessant, wenn man tiefer einsteigt. Es ist definitiv lohnenswert, aber nicht einfach. Und für einen blutigen Anfänger auch nicht wirklich zu empfehlen, weil Du hast immer irgendwelche Probleme. Warum sind die denn in der Bankverwertung, das musst Du überlegen.

Die Dinge sind regelmäßig komplizierter, der Zeitdruck ist noch größer und das heißt, Du musst in kürzester Zeit einen komplexen Deal erfassen und verarbeiten können. Und das schaffst Du nicht, wenn Du keine Ahnung davon hast. Dann musst Du wirklich tief in der Materie drin sein. Nicht nur bei allgemeinen Immobilien, sondern Du musst auch bei diesen speziellen Rechtsthemen durchaus Ressourcen haben, Erfahrungen und Marktkenntnisse haben, sonst bringt das nichts.

Du musst das schnell prüfen können. Nicht nur schauen “Okay, der Deal könnte passen” und dann verhandeln wir acht Wochen lang, was ich ja auch bei anderen Deals mache, klar. Ich habe einen Deal, da bin ich jetzt seit 5 Monaten dran. Das ist normal, aber bei diesen Deals selbstverständlich nicht, da muss man ganz schnell sein und auch prüffähig sein, was auch geht.

Du hast logischerweise eine größere Marge. Da kannst Du, wenn Du Erfahrung hast, gewisse Punkte nicht so tief prüfen, aber Du weißt, welches Risiko da besteht. Das ist das Entscheidende dabei. Das geht nur mit Marktkenntnis oder mit Immobilienerfahrung insgesamt. Aber dann ist das definitiv sehr spannend.

Dann kommen wir aus diesen Zwangsgeschichten weg zu einer freien Versteigerung, die gibt es auch. Was ist das, Jan?

Jan: Eine freie Versteigerung ist aus meiner Perspektive eine reine Vermarktungstechnik. Das heißt, in Berlin zum Beispiel bei Plettner & Brecht Grundstücksauktionen und dann gibt es noch einen anderen Großen: Deutsche Grundstücksauktionen. Wir setzen die auch in die Shownotes. Die machen alle halbe Jahre im Schnitt eine freie Versteigerung. Da gibt es vorher einen tollen Katalog, den kann man sich auch im Internet herunterladen und da werden dann meistens deutschlandweit Immobilien angeboten. Und da gibt es alles vom alten Bahnhof in Ostdeutschland bis zum Wohnungspaket in Reinickendorf oder in Augsburg oder wo auch immer.

Das Interessante ist, ich selber habe als Händler Wohnungen auf dem freien Markt gekauft und über Plettner weiter verkauft mit Gewinn, weil der Gag ist, dass Du als Verkäufer einen Vertrag mit Plettner machst und die kriegen natürlich eine richtig dicke Provision – die kriegen glaube ich 7% oder 8% Innenprovision und dann kriegen sie noch mal eine Außenprovision und die wollen Dir natürlich einen möglichst niedrigen Verkaufspreis als Abgabepreis aufzwingen oder mit Dir verhandeln und sagen “Sonst nehmen wir sie nicht rein”.

Das heißt, das lohnt sich nur, wenn Du die Immobilie selber sehr, sehr, sehr günstig gekauft hast. Dann kannst Du sie zu Plettner geben, wo Du weißt, dass Du bei dem Abgabepreis, wenn Du den bekommst, immer noch Geld verdienst. Und wenn Du dann Glück hast und wir hatten bei einigen Immobilien Glück, dann bieten sich die Leute hoch. Und dann ist das eine tolle Sache, aber so als Einkaufschance, zumindest in einer Boom Region wie Berlin, glaube ich nicht.

Thomas: Jein würde ich sagen. Auch in guten Lagen oder in guten Makrolagen gibt es natürlich Gelegenheiten. Beispielsweise wenn man in einer Nebenlage von Leipzig unterwegs ist, wo es einfach noch sehr viele Wohnungen im Angebot gibt, die zum Beispiel auch kleiner sind. Da gibt es Wohnungen von 12.000 Euro pro Stück oder sonstiges. Das haben vielleicht nicht so viele auf dem Radar. Da könnte es Möglichkeiten geben.

Oder insgesamt, wo immer mal wieder Probleme zu lösen sind in schwierigen Lagen, in sozialschwierigen Häusern oder dergleichen, wo es plötzlich überhaupt keine Interessenten für gibt, aber der Einstiegspreis recht gering ist. Da kann man durchaus fast Schnäppchen machen.

Oder wenn man um die Ecke denken kann. Beispielsweise wenn man eine Gewerbeimmobilie kauft und die tatsächlich umwandeln kann in Wohnen oder eine Gewerbeimmobilie anders aufteilen kann, wo keiner ein Konzept für hat. Wenn man der einzige ist, der da ein Konzept und sich damit befasst hat, ist das durchaus spannend. Da gibt es auch Leute, die gezielt Gewerbeimmobilien kaufen. Das funktioniert bei solchen Auktionen natürlich ganz gut.

Wir packen da ein paar Links zu solchen Auktionshäusern in die Shownotes. Das ist durchaus interessant sich diese Kataloge anzuschauen. Da findet man nämlich Immobilien, die nicht einfach mal bei ImmobilienScout stehen. Da sind oftmals ganze Reha-Klinken zu sehen, Bahnverwertungsflächen, die sieht man sonst nicht so schnell.

Das ist deswegen als Fundus ganz gut, um Ideen zu sammeln und was man noch so machen kann. Aber glaubt nicht immer zwingend was diese Startpreise sind, dass das dann auch die Abgabepreise sind. Die Abgabepreise werden übrigens oft auch veröffentlicht von den Auktionshäusern, aber die meisten machen das nur zeitlich begrenzt im Internet.

Da muss man dann eine Nummernliste rausziehen und dann muss man sie mit dem Katalog vergleichen. Das ist ein bisschen lästig, aber durchaus spannend. Dann sieht man auch, wie sich die Preise entwickelt haben.

Was gibt es noch an Themen? Du hattest auch das Thema angesprochen, bei Insolvenzverwaltern einzukaufen.

Jan: Ja, ein Kauf aus einer Insolvenz. Das heißt, zum Beispiel ist irgendeine Firma pleite gegangen. Es gibt einen Insolvenzverwalter, der die Insolvenzmasse dieser Gesellschaft jetzt verkaufen muss, um einen Teil der Schulden wieder zu bezahlen.

Und dann kann man von diesem Insolvenzverwalter zum Beispiel Immobilien kaufen.

Thomas: Ich kenne den ein oder anderen Insolvenzverwalter. Das sind ja die beschäftigsten Menschen der Welt, sage ich immer so schön. Wie kommt man an so einen Insolvenzverwalter heran, also, dass der auch mal mit Dir redet? Weil wenn ich beim Insolvenzverwalter anrufe, dann komme ich gar nicht durch.

Jan: Das ist richtig. Da braucht man wieder Netze bzw. ein anderer Punkt, was auch interessant ist: Auch Insolvenzverwalter arbeiten wieder mit Maklern, weil die haben auch ein Problem, dass sie bestimmte Dinge loswerden müssen, die vielleicht nicht so leicht zu verkaufen sind. Das ist so ähnlich, wie Du bereits sagtest bei den freien Auktionen, das sind Sachen die kann man auf Immobilienscout nicht mal eben so loswerden. Das ist bei den Sachen aus der Insolvenz auch so.

Ich kann Dir ein Beispiel nennen: Ich habe in Berlin ein Paket aus einer Insolvenz gekauft. Das war letztlich ein Fonds, der hatte in den 90er Jahren ein paar Immobilien gemacht und ist dann pleite gegangen, weil der Markt nach unten gegangen ist. Dann hatte dieser Insolvenzverwalter noch diese Restwohnungen. Das war ein Wohnungspaket von vier Wohnungen.

Davon waren drei leer, eine ist ein Gewerbe und war vermietet und das habe ich kaufen können. Der Insolvenzverwalter hat das zum Schluss interessanterweise dann im Bieterverfahren gemacht. Da hatten ein anderer Händler, der mitgeboten hatte und ich bis zu einem gewissen Zeitpunkt Zeit und mussten ein notarielles Kaufgebot abgeben bei einem Notar und dann hat er das höhere von den beiden Kaufangeboten angenommen und ich hatte Glück.

Thomas: Okay, das heißt ihr habt euch da nicht so hochgeschaukelt, sondern waren da wahrscheinlich eher Profis unterwegs und ihr habt mit realistischen Preisen gearbeitet.

Jan: Exakt.

Thomas: Auch spannend, deswegen können so Bieterverfahren auch durchaus interessant sein. Es kann auch immer sein, dass bei dem anderen Bietenden auch mal was nicht funktioniert. Seine Finanzierung platzt oder so etwas. Deswegen spring nicht immer gleich weg, wenn es heißt Bieterverfahren. Das ist ein kleiner Tipp.
Dann haben wir jetzt die Hauptthemen durch.

Ich fasse gerne noch einmal zusammen, was wir alles an lustigen Dingen zusammengetragen haben. Wir haben zum einen die Zwangsversteigerungen. Die sind natürlich sehr schön zum Lernen, weil man alle Informationen als Außenstehender bekommt. Erstmal das Gutachten vom Gericht einfach aus dem Netz ziehen. Man kann zu dem Termin gehen, die sind ja öffentlich und man kann sehen, wie die Leute vorgehen, wer da ist. Gehe auch immer wieder zum selben Gericht und dann wirst Du merken, da sind immer dieselben Leute und Du lernst dadurch auch den Markt kennen und das ist natürlich richtig gut zum Lernen.

Geh mal auf 10 – 20 Zwangsversteigerungen, wenn Du es nicht schon mal gemacht hast. Du wirst da richtig was kennenlernen. Aber geh nicht nur zu zweien, weil die sind nicht repräsentativ. Gehe ruhig zu 10. Das kriegst Du hin. Du kannst auch Immobilientypen nehmen, die Dich gar nicht zwingend interessieren. Es geht ja um die Leute und um das Verfahren an sich. Das kann ich nur empfehlen.

Dann hattest Du die Insolvenzverwalter und die Bankverwertung genannt. Also noch einmal zwei Kategorien, die sind natürlich sehr schön für die weitere Entwicklung des Netzwerkes. Auch diese “Player” findest Du natürlich auch bei den Amtsgerichten in den Zwangsversteigerungen. Insgesamt ist das natürlich kein Anfängergeschäft. Da musst Du natürlich erst mal ein großes, solides Wissen haben, weil Du schnell und auch mit Geld agieren können musst.

Ganz spannend ist natürlich auch, dass Bankenverwerter und Insolvenzverwalter ihre speziellen Makler haben. Über die kann man natürlich auch gehen, das ist klar. Das sind dann oft die sogenannten Verwertungsfirmen.
Als letztes hatten wir dann noch die Privatauktionen. Hier gibt es zwei Aspekte: In der Regel sind die sehr gut als Vertriebskanal nur für Spezialitäten gut für den Einkauf.

Geh auch da mal auf so eine Auktion, das kostet nichts. Die sind frei zugänglich, bei den meisten jedenfalls. Die wollen ja die Leute da haben. Aber sie sind eben nicht öffentlich wie beim Gericht, wo Du das Recht hast reinzugehen. Die veranstalten das quasi öffentlich. Da kann man hingehen und einfach mal gucken, wie die Leute sich da verhalten. Da sind dann auch ganz andere Leute unterwegs.

Das waren die Themen, die wir angesprochen haben. Ich denke, das sind eine ganze Menge, was es eben an anderen Einkaufsmöglichkeiten gibt. Jan, wie kann jetzt unser Hörer am besten daran gehen, dass er auch etwas umsetzt?

Jan: Lieber Hörer, ich schlage Dir vor, dass Du Dir mindestens fünf Zwangsversteigerungen, am besten natürlich zehn wie Thomas gesagt hat, in Deiner Gegend anschaust. Suche Dir die Termine heute raus, indem Du nach der Sendung kurz auf die Shownotes gehst.

Da hast Du – einfacher geht es nicht – letztlich den Link zum Justizportal mit den ganzen Terminen deutschlandweit, nach Amtsgerichten sortiert. Das kannst Du Dir alles raussuchen. Dann suchst Du Dir mal zehn Termine raus. In den nächsten zwei Monaten gehst Du da einfach mal hin und machst ein paar Hausaufgaben. Es ist höchst spannend.

Nächster Tipp: Kontaktiere Deine Hausbank und frage nach, ob es eine Verwertungsabteilung für notleidende Immobilien gibt und ob Du ggf. mit jemandem sprechen kannst. Das kannst Du probieren.

Thomas: Ja definitiv. Das ist manchmal nicht so einfach, aber das ist auf jeden Fall ein Ansatz. Aber selbstverständlich kannst Du noch eine andere Bank fragen und da dran gehen.

Dann sage ich Dir, lieber Jan, erst mal vielen, vielen Dank auch noch mal für die schicken Aufgaben an den Hörer. Das finde ich immer gut, wenn es Aufgaben gibt, etwas zu tun gibt. Hier ist ja nicht nur schlappes Zuhören angesagt, sondern auch Tun. Wenn Du weiter ins Tun kommen möchtest, dann habe ich noch einen Tipp für Dich.

Vielleicht hast Du davon auch schon gehört oder bist vielleicht schon angemeldet: Wir haben nämlich schon unglaublich viele Anmeldungen und ich bin da richtig stolz und happy, und zwar für unseren Immopreneur Kongress. Der findet statt am Samstag und Sonntag – also bewusst an einem Wochenende, den 12. und 13. November 2016.

Da möchte ich heute einen ganz besonderen Gastredner hervorheben, den wir haben werden, der hier super in das Thema passt. Das ist Andreas Sell. Er hat ein Buch geschrieben “Der reichste Hausmeister Deutschlands”. Das Buch verlinken wir hier auch in den Shownotes. Die Shownotes findest Du wie gewohnt unter www.immopreneur.de/p19 für die 19. Folge.

Andreas Sell wird auf unserem Kongress über das Thema Immobilien aus Bankverwertungen sprechen. Warum macht er das? Weil das sein Spezialgebiet ist. Da bin ich auch selbst schon wie Bolle drauf gespannt, was er dazu zu berichten hat. Ich habe länger mit ihm telefoniert, das ist ein sehr, sehr angenehmer Kerl.

Da schlackert es mir mit den Ohren, was der für Ansprüche hat zum Beispiel von den Einkaufsfaktoren, weil er so ein spezialisiertes Netzwerk aufgebaut hat. Er ist jetzt viel in Ostdeutschland unterwegs hat er erzählt. Da schlackert es Dir mit den Ohren. Mehr verrate ich jetzt aber auch nicht, sonst nehme ich da etwas vorneweg. Aber es wird mega spannend.

Komm auf unsere Seite. Wir haben im Moment auch noch eine Frühbucheraktion laufen.

In dem Sinne sage ich vielen Dank für die Aufmerksamkeit! Dir, Jan, vielen Dank für’s Mitmachen und gerne bis bald!

Jan: Danke, bis bald! Ich freue mich auf den Kongress, tschüss!